Philipp Haarburger: Vom Kickbox-Weltmeister zum MMA-Kämpfer

Philipp Haarburger ist Ex-Weltmeister im Kickboxen und jetziger Mixed-Martial-Arts-Profikämpfer - eine gemischte Kampf-Sportart.

Der 23-Jährige ist mehrfacher Kickboxweltmeister und mittlerweile MMA-Kämpfer.

Beim Mixed Marshall Arts stehen sich die Gegner in einem achteckigen Käfig (Octagon) gegenüber, alle Kampfstile sind erlaubt.

Gerade hatte Haarburger seinen ersten internationalen Fight.

Einblick in das Training bei den "Fight Bros"

Fr, 15. Grelle, weiße Neonlampen leuchten im dunklen Trainingsraum der Kampfschule Fight Bros.

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Box-Säcke hängen von der Decke.

Matten sind an der Wand und am Boden befestigt.

Eminems "Till I Collapse" wummert aus den Boxen.

Man hört 18 Sportler keuschen und schnaufen.

Ein bissiger Geruch schweift an der Nase vorbei.

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Verschwitze Handtücher hängen über einem Gitter, das den Trainingsbereich abgrenzt.

Schlagen, ringen, treten, werfen - die 20 Kämpfer der „Fight Bros“ im Industriegebiet Haid hecheln um die Wette.

Schweißtreibend ist das MMA-Training an diesem Dienstagabend.

Muskelbepackte Kerle üben Schläge, Würfe und Bodenkampf. Die Luft ist testosteron-geschwängert.

Mittendrin steht Philipp Haarburger. 1,80 Meter groß, 70 Kilo schwer, schwarz-weißer Kampfanzug.

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„Ich habe richtig Bewegungsdrang nach einer Woche Pause“, sagt der 23-Jährige.

Eine Erkältung hatte ihn lahmgelegt.

Gleich zwei Kämpfe innerhalb weniger Tage hatte er zuvor: Erst bei den „Cage Bros“ in Freiburg, dann sein erster internationaler Kampf in Tschechien.

„Ab einem bestimmten Level ist es ein anderes Kaliber“, sagt Haarburger.

Sein Gegner sei ein massiver Kerl gewesen, der trotzdem nur 70 Kilo wog.

Haarburgers Weg und Ziele

Aus Freiburg über Kanada in die USA. Das ist der Plan von Philipp Haarburger.

„Ich weiß jetzt, an welchen Schrauben ich drehen muss“, sagt der VWL-Student.

Offensiver müsse er werden, nicht immer nur auf Fehler der Gegner warten.

Der Mann mit der grauen Kappe trinkt Kaffee, spricht überlegt.

Er war zwar Türsteher, entspricht aber kaum den MMA-Klischees: „Ich stehe gerne früh auf, gehe gerne spazieren, lese was oder höre ein Hörbuch“, erzählt Haarburger.

Vor Kämpfen höre er manchmal Klassik.

Sein Trainer Gregor Herb war selbst MMA-Kämpfer und hält große Stücke auf ihn: „Philipp kommt zwar vom Kickboxen, gewinnt aber viele Kämpfe mit neuen Techniken.“

Er verbessere sich schnell, sei stark im Bodenkampf.

Genau da möchte Haarburger in den nächsten drei Jahren hin.

Acht bis zwölf Mal die Woche trainiert er für seinen Traum.

Um sich darauf zu konzentrieren, hat er neuerdings einen Manager, der eigentlich nur UFC-Profis unter Vertrag nimmt.

Im Frühjahr will Haarburger nach Kanada ziehen, um noch besser zu trainieren und Kontakte zu knüpfen.

MMA: Mehr als nur Brutalität

Knallharte Arbeit sei sein Sport.

Aber weniger brutal als oft dargestellt.

„Fünf Prozent der Zuschauer kommen, um Blut zu sehen“, sagt Haarburger.

MMA ist für ihn die Kunst, Stile intelligent zu kombinieren.

Nur mit Köpfchen könne man gewinnen.

Den Skandalkampf zwischen Conor Mc Gregor und Khabib Nurmagomedov im Oktober hat er live gesehen.

Dass es danach zur Massenschlägerei kam, hat dem Freiburger nicht gefallen.

Er will Vorbild sein und wirbt für sauberes MMA.