Olivia Liang: Vom Shaolin-Kloster zur Kämpferin gegen das Verbrechen

Olivia Liang überzeugt als sympathische Hauptdarstellerin, die finsteren Kerlen klare (Hand-)Kante zeigt.

Zu Beginn der 70er Jahre boomten Filme mit asiatischer Kampfkunst. Mit diesen Martial Arts verband man vor allem den Namen Bruce Lee, der ab 1971 die Kinokassen erstürmte.

Vielen dürfte der Titel geläufig sein, was einen guten Grund hat. Denn bei „Kung Fu“ handelt es sich tatsächlich um ein Reboot der Kultserie aus den 70ern. Damals war es Hollywood-Legende David Carradine, der sich als amerikanisch-chinesischer Nachfahre die Shaolin-Fähigkeiten aneignete.

Nach 50 Jahren hat sich der der TV-Sender The CW nun vorgenommen, das Original zeitgemäßer zu gestalten. Denn nicht nur die Hauptfigur, sondern auch der Großteil der Besetzung sind im Remake asiatisch-amerikanischer Abstammung.

Die New York Times spricht gar davon, dass die Neuauflage damit „die Fehler seines Vorfahren berichtigt“. Dass zudem die Kampfszenen hier wesentlich überzeugender choreografiert sind, scheint mitunter ein Grund zu sein, weshalb das Reboot schon viele Fans gefunden hat - die sich nun fragen, wie es nach der ersten Staffel weitergeht.

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Wer sich noch mehr Shaolin-Action anschauen möchte, darf sich freuen. Denn laut Deadline wird „Kung Fu“ nicht nur eine zweite Staffel gegönnt: Auch in einem dritten Durchgang könnt ihr Nickys Mission verfolgen, wie Collider berichtet. Während „Kung Fu“ Staffel 2 in den USA schon im März 2022 Premiere gefeiert hat (via DigitalSpy), müssen sich Fans hierzulande noch ein bisschen gedulden.

Kulturelle Aneignung - diesen Vorwurf kann man dem Remake nicht machen. Produzent Greg Berlanti, der für einige Superhelden-TV-Serien aus dem DC-Universum verantwortlich zeichnet, hat die Neuauflage der klassischen Martial-Arts-Serie dem Zeitgeist angeglichen. So besteht der Cast hauptsächlich aus asiatisch-amerikanischen Darstellern. Signifikant ist vor allem die Anpassung der Hauptrolle.

Die chinesisch-amerikanische Studentin Nicky Shen, gespielt von Olivia Liang in ihrer ersten Hauptrolle, soll nach dem Willen ihrer traditionsbewussten Mutter in eine arrangierte Ehe einwilligen. Um sich dem zu entziehen, geht sie in ein chinesisches Shaolin-Kloster.

In diesem Frauenhaus lernen Mädchen, wie sie sich wehren können. Nach ihrer Shaolin-Ausbildung wird eine Frau zur Kämpferin gegen das Verbrechen. Auf der Suche nach der mysteriösen Mörderin betätigt sie sich immer wieder als engelhafte Helferin für Menschen in Not.

In den Fokus gerückt werden dabei vorwiegend weibliche Konfliktherde, die durchaus realistisch beobachtet sind. So steht Nicky einer jungen Frau und deren behinderter Mutter bei, die von ihrem heimtückischen Vermieter erpresst werden. Bei dieser Konfliktlösung sind Tritte, Hiebe und Sprünge gefragt.

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Trotz ansehnlicher Choreographie wirkt es nicht immer realistisch, wenn eine zierliche Frau eine Spielhölle mit finsteren Typen aufmischt. Aber das ist nicht der Punkt. Zuweilen will die hitzköpfige Kung-Fu-Artistin buchstäblich mit dem Kopf durch die Wand.

In Krisenmomenten erscheint ihr die tote Lehrerin im Tagtraum, um die Schülerin mit fernöstlichen Weisheiten auf Kurs zu bringen: »Ungeduld ist die Furcht vor der Gegenwart. Löse dich von der Furcht. Fokussiere dich aufs Hier und Jetzt!«

Diese klassischen Genremuster verknüpft die Serie mit einem modernen Figurenensemble: Nickys Ex-Freund ist Staatsanwalt, ihr Bruder schwul und ihre modebewusste Schwester eine versierte Hackerin. Ein wenig baukastenmäßig wirkt das schon. Ansehnlich ist das »Kung Fu«-Remake dennoch.

Eine Lebenskrise führt dazu, dass Nicky Shen (Olivia Liang) ihre College-Ausbildung an den Nagel hängt und San Francisco verlässt. Schließlich landet die junge Amerikanerin mit chinesischen Wurzeln in einem Shaolin-Kloster. Dort erlernt sie die traditionelle Kampfkunst, sieht sich nach ihrer Rückkehr aus China aber mit einem gravierenden Problem konfrontiert: San Francisco wird mittlerweile von Verbrechen und Korruption regiert. Mit ihrer technisch versierten Schwester und ihrem alten Freundeskreis nimmt sie den Kampf gegen die organisierte Kriminalität auf.

Alternativen zu „Kung Fu“ Staffel 2

Wer sich von der inszenatorischen Klasse des Reboots überzeugen will, findet die Actionserie im WOW-Abo. Wer hingegen die erste Runde schon gespannt verfolgt hat und die Zeit bis zur zweiten Staffel von „Kung Fu“ mit ähnlichen Formaten überbrücken möchte, findet in unserer kleinen Auflistung ein paar passende Alternativen:

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  • „Warrior“: In den 70er-Jahren wandert der Chinese Ah Sahm (Andrew Koji) in San Francisco ein. Mit seinen Kampfkünsten mischt er sich nicht nur in Bandenkriege ein, sondern wird auch zum Auftragsmörder einer der kriminellsten Familien in Chinatown. Die Actionserie nach einer Idee von Kampfkunst-Ikone Bruce Lee findet ihr im Kaufstream auf Amazon Prime Video und iTunes.
  • „Wu Assassins“: Kai Jin (Iko Uwais) lebt unauffällig als Koch in San Francisco, erfährt dann aber, dass er der Letzte Wu-Attentäter ist. Der Legende nach verfügen diese alten Kriegsherren über mystische Kräfte. Kai muss nun die alte Triade wiedervereinen und die Wu-Kräfte bewahren. Ihr könnt die Action-Mysteryserie mit „The Raid“-Star Iko Uwais im Netflix-Abo sehen.
  • „Into the Badlands“: Der Kampfkünstler Sunny (Daniel Wu) stößt auf den jungen M.K. (Aramis Knight) - der als Einziger ein Massaker überlebt hat. Schließlich nimmt er den Jungen in ein Camp mit, um ihn zum Krieger auszubilden. Doch bald erkennt Sunny, dass M.K. ein Geheimnis hütet.