Die Kampfstile der Navy SEALs: Mehr als nur körperliche Stärke

Die Navy SEALs sind eine der härtesten Spezialeinheiten der Welt. Sie sind Elitesoldaten, die täglich Extremsituationen ausgesetzt sind. In jedem Einsatz wissen die Soldaten, dass sie sich in Lebensgefahr begeben und müssen Entscheidungen über Leben und Tod treffen. Solche Situationen können sie nur meistern, wenn sie körperlich und geistig extrem fit sind. Das erfordert eine intensive Vorbereitung.

Mentales Training als Geheimwaffe

Ihre Geheimwaffe ist das mentale Training. SEALs nutzen unterschiedlichste Mentaltechniken, um ihre mentale Stärke und emotionale Fitness zu trainieren. Sie trainieren ihr Durchhaltevermögen und lernen, ihre Emotionen zu regulieren.

Box Breathing: Eine einfache Atemtechnik für mehr Gelassenheit

Mit einer einfachen Atemtechnik der SEALs können wir zum Beispiel lernen, auch in stressigen Phasen konzentriert und gelassen zu bleiben. Diese Technik nennt sich Box Breathing und ist denkbar einfach. Jeder, der bis vier zählen kann, kann sie anwenden.

  1. Atme ruhig und tief durch die Nase ein und zähle dabei in Gedanken bis vier.
  2. Halte den Atem an und zähle bis vier.
  3. Atme langsam durch den Mund aus und zähle bis vier.
  4. Halte den Atem wieder an und zähle bis vier.

Wiederhole diesen Kreislauf für mindestens 5-10 Minuten. Wenn du willst, kannst du deine Augen dabei schließen. Eine kontrollierte tiefe Atmung kann unser Nervensystem regulieren und beruhigen und damit schnell und effektiv Stress abbauen. Das Box Breathing eignet sich als Sofort-Methode und ebenfalls als kurze Einheit am Ende eines Tages, um dein Nervensystem runter zu fahren. Diese Atemtechnik reguliert neben deinem Stressempfinden auch deine Körpertemperatur und kann deinen Blutdruck senken.

Ernährung der Elite: Die Keto-Diät im Fokus

Das US-Militär denkt darüber nach, die Ernährung seiner Eliteeinheiten, wie den Navy SEALs, umzustellen. Die ketogene Ernährungsweise, auch Keto-Diät genannt, wird durch eine hohe Protein- und Fettzufuhr und eine sehr niedrige Aufnahme von Kohlenhydraten charakterisiert. Die Diät soll den Körper dazu bewegen, in den Zustand der Ketose zu wechseln.

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Lisa Sanders, Leiterin der Wissenschafts- und Technologieabteilung des US Special Operations Command hält die wissenschaftlichen Erkenntnisse für valide. „Einer der Effekte einer echter Ketose ist, dass der Körper anders mit Sauerstoffmangel umgeht. „Diese Art der Technologie ist heute verfügbar“, so Sanders. „Wir wissen, ob Menschen in Ketose sind oder nicht. Und wir wissen, wie man Menschen in den Zustand der Ketose versetzt.

Indem man eine Keto-Diät einhält, kann man den sogenannten respiratorischen Quotienten reduzieren - die Menge an vom Körper produzierten Kohlenhydraten im Verhältnis zu der Menge an aufgenommenem Sauerstoff, erklärt David Ludwig, Ernährungsprofessor an der T.H. Chan School of Public Health an der Harvard University.

„Es ist nicht der Sauerstoffgehalt im Blut, der uns zum Atmen nötigt“, erklärt er gegenüber Business Insider. Es sei das Kohlendioxid im Blutkreislauf, das den Drang nach Atemluft fördere. Wer sich also ketogen ernährt, muss weniger atmen - theoretisch sogar 30 Prozent weniger, wie Ludwig erklärt.

„Es ist ein gut erwiesener Effekt auf den Stoffwechsel, aber wir wissen nicht, wie sich das auf lange Sicht auf den Körper auswirkt“, sagt Ludwig. Bisher sei kaum untersucht, welche Folgen eine Keto-Diät langfristig auf die Herz-Kreislauf- und neurologische Gesundheit habe.

Jeff Volek, Professor für Humanmedizin an der Ohio State University, ist Koautor einer kleinen Studie über die Effekte der Keto-Diät auf 29 Versuchspersonen. Die Hälfte der Teilnehmer hielt sich an die Keto-Diät. Die Studienautoren haben sich nicht damit befasst, wie sich eine Keto-Diät auf die Leistungsfähigkeit der Soldaten auswirkt.

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„Für mich hat es den Anschein, als würde man den Menschen ihren freien Willen bei einem der grundlegenden biologischen Vorgänge nehmen: dem Essen und der Energieaufnahme. So funktioniert der biologische Organismus nicht“, erklärt E. Sanders brachte diese Bedenken bei der Konferenz im Mai ebenfalls vor.

„Immer wenn es um das Individuum geht, sind Regeln schwer durchzusetzen, weil wir viel Wert auf Privatsphäre und persönliche Entscheidung legen“, sagte sie. Biologische Wesen seien keine Automaten oder Maschinen.

„Wenn eine Sache am Körper optimiert wird, hat dies auch Auswirkungen auf den Rest. „Um die wirklich optimale Diät zu finden - was immer das heißen mag - müsste man jeden Soldaten genauestens untersuchen und dann einen individuellen Ernährungsplan erstellen. Doch ethische Dilemmata und Zweifel werden den wissenschaftlichen Fortschritt wohl nicht aufhalten, wenn es um die Keto-Diät geht.

Kampfsportarten und Selbstverteidigung der Navy SEALs

Die Navy SEALs lernen militärischen Nahkampf. Das hat nichts mit Sport zu tun, da es im realen Kampf keine Regeln gibt. Es werden einige Dinge aus Kampfsportarten entnommen und angepasst oder weiter entwickelt. Auch sollte man nicht vergessen das auch bei diesen Armeen im Jahr 2019 der Nahkampf kaum noch eine Rolle spielt. Der Schusswaffengebrauch oder im Notfall der Messerkampf stehen wie überall im Vordergrund. Ob also deren Methoden im unbewaffneten Nahkampf effektiv sind müsste man erst prüfen.

Üblicherweise wird bei Militärs beim Hand to Hand Combat ein Mix von Techniken aus allen möglichen Kampfsportarten gelehrt - was halt alles am besten funktioniert. Beim KSK zB weiß ich das es viele Elemente aus Wing tsun und Krav Maga hat.

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KRAV MAGA ist der Grund Kampfsport der SEALS er wird mit selbst entwickelten Techniken kombiniert. Solche zusatztechniken sind zwar effizient aber nicht Top Secret. Die Sondereinheiteb haben eigene von ihnen erarbeitete Techniken. die geben sie nicht bekannt.

Lehrsätze der Navy SEALs für Führungskräfte und den Alltag

Gib niemals auf! Lehrsätze zum Verhalten von Personen aus der Eliteeinheit der US Navy Seals, die sich an die richten, „die die Welt verändern wollen“, werden anhand einer Videoansprache dahingehend analysiert, inwieweit sie über die spezifische Extremsituation, in denen diese Einheiten operieren, auch für Führungskräfte in Organisationen wertvoll sein können. Am Ende sind es schlichte, aber wirkungsvolle Botschaften, die in Erinnerung bleiben.

William Harry McRaven ist ein ehemaliger US-Admiral, Leiter von Spezialkommandos und - hier interessant - Befehlshaber von SEAL-Teams, einer Spezialeinheit der Marine der Vereinigten Staaten von Amerika, deren inoffizielles Motto lautet: „The only easy day was yesterday“. Seine Erfahrungen mit dieser Einheit fasste er in einer so genannten Commencement Adress in 2014 zusammen. Das Video dazu wurde bereits millionenfach auf YouTube gesehen.

Die US Navy-Seals sind eine Spezialeinheit der US Navy, ca. 2.500 Personen stark, deren Hauptstandort in Coronado, Kalifornien liegt. Sie unterstehen dem United States Naval Special Warfare Command (NAVSPECWARCOM), das selbst Teil des US Special Operations Command (USSOCOM) ist. Ihre Basis-Ausbildung ist in körperlicher, geistiger wie emotionaler Hinsicht extrem, der Prozentsatz, der ab Bewerbungsbeginn bis zur Verwendung in der Einheit nach sechs Monaten ausgewiesen wird, minimal.

Definitionsgemäß ist die Ausbildung im Übrigen nie fertig, denn es wird eine permanente Weiterqualifizierung in den Einsatzbereichen See (SEs), Luft (Air) und Land (Land) erwartet. Das Curriculum beinhaltet auch eine theoretische, u.a.

An dieser Stelle ist es nicht die Aufgabe, Grundsätzliches zu Kampfeinheiten oder deren Trainingsmethoden zu sagen. Ich konzentriere mich allein auf die Lehrsätze, die deren bekanntester Absolvent und späterer Oberbefehlshaber der USSOCOM, Admiral McRaven, 2014 in einer Abschlussrede an der University of Texas in Austin formulierte und prüfe sie auf ihre Verallgemeinerungsfähigkeit. Dabei gehe ich nur zur Verdeutlichung auf die damit korrespondierenden Hintergründe der Ausbildung ein. Als Beispiel dient das gemeinsame Paddeln gegen die bzw.

Diese Beispiele werden in der Rede natürlich ausführlicher geschildert und logischerweise aus Sicht des Redners, sodass ich hier selbst keine Aussage zur Sicht der Auszubildenden dazu habe. Es wird allerdings bekannt, dass diese beschriebene Ausbildungsphase, der bereits andere Eignungsprüfungen vorausgegangen sind und weitere folgen, nur knapp 30% meistern.

Im letzten Beitrag auf Leadership Insiders, den wir unter den Titel „Moral Leaders Wanted!“ gestellt haben, haben Thomas Kuhn und ich ein Zitat von Toby Newstaed und ihrem Forschungsteam (2020) hervorgehoben, was hier als Hintergrundfolie für die Bewertung der Lehrsätze im Kopf behalten werden sollte: „We don’t need more leaders - We need more good leaders“

Sind also die Lehrsätze geeignet, Führung zu qualifizieren und auch eine moralische Führung dabei auszuweisen? Im Kern durchaus, wird die Antwort lauten.

Die zentralen Lehrsätze der Navy SEALs

  1. Mache dein Bett ordentlich: Der erste Lehrsatz, der die Aufforderung nach einem am Morgen stets sehr ordentlich (dort: perfekt) gemachten Bett artikuliert, ist zunächst ein ganz praktischer, der auf die Motivation zur Gestaltung des Tages abzielt. Danach ist das gemachte Bett die erste erfolgreiche Aufgabe, die man an diesem Tag bewältigt hat und die einen zufrieden stimmen kann. Große Aufgaben, so wird gesagt, fangen damit an, dass man zunächst auch die kleinen bewältigen kann, denn wer hieran schon scheitert, wird kaum Großes zustande bringen.
  2. Erkenne den Wert einer Gemeinschaft an: Die Lehrsätze zwei und drei beschreiben trotz gleichen Ort des Geschehens zwei unterschiedliche Lehren. Die eine ist, den Wert einer Gemeinschaft anzuerkennen und jemand oder mehrere zu finden, die einen durch das Leben begleiten, in einfacher Kenntnis daraus, dass Veränderungen alleine nicht zu schaffen sind - eine Erfahrung, die für die Teamarbeit sicherlich nützlich ist.
  3. Beurteile Menschen nach ihrem Verhalten: Die andere ist, Personen niemals aufgrund von körperlichen, ethnischen oder sonstigen Merkmalen zu qualifizieren, sondern nur auf ihr Verhalten zu schauen, um sich eine Meinung zu bilden. Grundsätzlich ist jeder Person ohne nähere Kenntnis Respekt zu zollen. Damit wird ein ethischer Standard zum Ausdruck gebracht, der unabhängig vom Einsatzort universell taugt.
  4. Akzeptiere Ungerechtigkeit: Die Lehrsätze vier und fünf sprechen das wichtige ethische Thema der Gerechtigkeit an. Sie zeigen auf, dass das Leben durch Ungerechtigkeiten geprägt ist, dies aber kein Anlass sein soll, daran zu verzweifeln - vor allen Dingen auch, dass es absolut unsinnig ist, Gerechtigkeit überall zu erwarten.
  5. Nutze Lernerfahrungen: Kann man die Situation nicht ändern oder möchte man aus ihr nicht entfliehen, bleibt einem aus praktischer Überlegung heraus gar nichts anderes übrig, als dies für den Moment zu akzeptieren und die Gelegenheit für sich insofern zum Besten zu wenden, als dass aus ihr eine Lernerfahrung gezogen wird, die einen resistenter gegenüber unliebsamen Einwirkungen von außen macht.
  6. Gehe Risiken ein: Die Lehrsätze sechs und sieben drehen sich um Risiken und Gefahren. Führung bedarf immer wieder der Innovation und Innovationen sind ohne das Eingehen von Risiken oftmals nicht zu haben.
  7. Stelle dich Tyrannen entgegen: Der Lehrsatz, sich Tyrannen entgegenzustellen, anerkennt, dass es im eigenen Umfeld nicht immer harmonisch zugehen kann, sondern dass es Personen geben mag, die die eigene Integrität oder das eigene Fortkommen beeinträchtigen möchten. Aufgefordert wird, dies als unvermeidbar einzustufen und sich dadurch nicht verunsichern zu lassen, sondern Strategien zu entwickeln, damit umzugehen.
  8. Steh auf, wenn die Zeiten am schwierigsten sind: „Steh auf, wenn die Zeiten am schwierigsten sind“, ist einer dieser Lehrsätze, denen wir des Öfteren in Hochleistungsorganisationen begegnen. Dort sind gegenüber „normalen“ Organisationen extreme Herausforderungen zu bewältigen, die aber nur gelingen können, wenn sie perfekt eingeübt, ohne Angst und mit höchster Konzentration angegangen werden.
  9. Richte die Unterdrückten auf: Der neunte Lehrsatz, die Unterdrückten aufzurichten, appelliert an die ethische Forderung zur Solidarität und zum Einschreiten zugunsten derjenigen, die sich nicht selbst helfen können.
  10. Gib niemals auf: Der zehnte Lehrsatz, „Gib niemals auf“, der von McRaven als der wichtigste ausgewiesen wird, bezieht sich auf das, was wir als „Willen“ bezeichnen, der bei noch so guter Eingangsmotivation gebraucht wird, um bei schwierigsten Aufgaben dran zu bleiben, auch wenn andere Verlockungen erreichbar wären.

Die Lehrsätze vermischen allerdings die Selbstführung mit der Führung von Teams und der Mission der Einheit, wie sie sich selbst sieht. In diesem Sinne bilden sie kein Führungskonzept, das Einzelaussagen verschränkt. Dennoch liefern sie, von außen betrachtet, eine wertvolle, übergreifende Botschaft, die ich wie folgt formulieren möchte: Nur das Team ermöglicht die Erfüllung schwierigsten Missionen, aber jedes Team ist in besonderen Situationen auf die Initiative eines Einzelnen angewiesen, der zunächst die Führung übernimmt, um dann vom Team selbst wieder mitgenommen zu werden.