Mixed Martial Arts (MMA) erfreut sich weltweit wachsender Beliebtheit, und auch in Polen und Deutschland gibt es immer mehr talentierte Kämpferinnen, die in dieser Sportart Erfolge feiern. Dieser Artikel beleuchtet einige dieser Athletinnen, ihre Geschichten und die Herausforderungen, denen sie sich stellen müssen.
Joanna Jędrzejczyk: Eine Pionierin des polnischen MMA
Joanna Jędrzejczyk (27) aus Polen wollte am Samstag in Dallas gegen Carla Esparza den Weltmeistertitel der UFC im Strohgewicht gewinnen. Joanna stammt aus Polen und hat sich beim MMA einen echten Namen gemacht. Vor sieben Jahren debütierte sie beim Mixed Martial Arts und hat sich seitdem nicht nur eine große Fangemeinde erarbeitet, sondern auch zahlreiche Erfolge erzielt, wie zum Beispiel den UFC-Titel im Papiergewicht.
Im BILD-Interview sprach die sechsfache Thaibox-Weltmeisterin über Übergewicht, besorgte Eltern und die Freude am Kämpfen. Sie begann mit Thaiboxen, um abzunehmen und gesünder zu leben. Damals waren wir einige Mädchen, die damit anfingen. Wir trainierten zusammen, wurden Freundinnen. Deshalb bin wohl auch dabei geblieben. Wir haben uns gegenseitig angespornt.
Ihre Eltern waren anfangs nicht begeistert von ihrer Wahl des Kampfsports, unterstützten sie aber letztendlich. Als ich schon mehr als zehn Jahre im Sport war, trainierte ich in den USA in einem MMA-Gym. Dort fragten mich die Trainer, ob ich nicht mal JiuJitsu oder Ringen ausprobieren wolle. Das hat echt Spaß gemacht und ich habe den Sport gewechselt.
MMA ist sehr groß in Polen! In diesem Jahr haben wir sogar ein UFC-Event in Warschau! Die Fans kennen meinen Namen, aber ich glaube, dass sie nicht wirklich wissen, dass ich die beste MMA-Kämpferin der Welt bin.
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Jędrzejczyk betonte die strategische Komponente des MMA und ihre Liebe zum Kämpfen. Ich bin glücklich, wenn ich hart trainiere. Ich bin glücklich, wenn ich kämpfe.
Erfolge und Herausforderungen
Insgesamt fünfmal konnte sie ihren Titel erfolgreich verteidigen, doch 2018 verlor sie das Finale im Madison Square Garden gegen Rose Namajunas. Seitdem kämpft sie in der Leichtgewichtsklasse und musste sich dort nur Valentina Shevchenko geschlagen geben.
Alina Dalaslan: Ein aufstrebender Stern aus Stuttgart
Alina Dalaslan ist Stuttgarts aufstrebender MMA-Stern. Am Samstag wurde in der Stuttgarter Schleyerhalle wieder im Käfig gekämpft. Ihren ersten Kampf hat Alina Dalaslan souverän gewonnen. Gegen Kamila Šimková aus Tschechien siegte sie in der dritten Runde durch technischen K.o. und zeigte dabei von Beginn an eine dominante Vorstellung.
Alina Dalaslans Leben änderte sich am 8. März 2025 über Nacht - in einem Käfig in Stuttgart. Nach ihrem Profi-Debüt in der wegen ihrer Härte umstrittenen Vollkontakt-Kampfsportart Mixed Martial Arts, kurz MMA, in der Schleyer-Halle wurde die 24-Jährige nach dem Sieg über ihre Kontrahentin Kamila Šimková die vielleicht gefragteste Frau in der Kampfsportdomäne weit und breit.
Jetzt hat Dalaslan die Aufmerksamkeit einer der größten Frauen im Kampfsport überhaupt auf sich gezogen: Die mehrfache Ex-Boxweltmeisterin Regina Halmich hat für die Stuttgarterin eine Mentorenrolle übernommen und unterstützt sie bei ihrem nächsten Kampf beim tschechischen Veranstalter Oktagon MMA am 14. Juni in Prag; die Organisation gilt in Sachen Qualität der Athleten zusammen mit KSW aus Polen als die hochkarätigste in Europa.
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Halmich outet sich als großer MMA-Fan Vergangenes Wochenende startete in München das Mentoring, bei dem Halmich Dalaslan nicht nur sportlich, sondern auch mental auf das Event vorbereiten wird, wie der Sender RTL mitteilte, der auch die Übertragungsrechte der Oktagon MMA-Events besitzt. Bei dem Treffen der Athletinnen outete sich Halmich demnach als großer Fan von MMA, das unterschiedliche Kampfsportdisziplinen vereint.
Bei den Profis treiben sich aber stärkere Athletinnen herum - Dalaslan wird sich im Juni in Prag vor 25 000 erwarteten Zuschauern in einem Fußballstadion mit der viel erfahreneren Polin Róża Gumienna messen müssen, die im Profibereich bei fünf Siegen und vier Niederlagen steht. Um für den Kampf bestmöglich vorbereitet zu sein, soll Halmich bei ihren Trainingseinheiten in Balingen Anfang Juni vor Ort sein.
Dalaslan kam übers Kickboxen zu den Mixed Martial Arts und war zuvor Kunstturnerin. Am Ende darf sie sich über den Titel freuen: Weltmeisterin der IMMAF (International Mixed Martial Arts Federation). "Mit dem Gürtel nach Hause zu kommen war natürlich der Hammer", sagt sie und freut sich über das Lob aus der Szene. "Sie hat wirklich die größte Chance, irgendwann in die UFC zu kommen und einen Titel zu holen", sagt Mert Özyildirim.
Herausforderungen und Perspektiven
Alina Dalaslan fällt auf, wenn sie die Matte betritt. In der zwölfköpfigen Trainingsgruppe ist sie die einzige, die sich zunächst einmal ihre langen, schwarzen Haare zu einem Dutt binden muss, bevor es losgehen kann. Bis auf sie und den Trainer tragen alle anderen Athleten Kurzhaarfrisur. Alina Dalaslan ist die einzige Frau in der Gruppe. "Das ist natürlich ein bisschen schade", findet sie. Aber es habe auch Vorteile. Ihre Gegnerinnen erscheinen ihr regelmäßig eher schwach. Schließlich sei sie es gewohnt mit Männern zu kämpfen.
Vor allem in Deutschland ist der MMA-Sport noch immer eher eine Männerangelegenheit. Bezeichnend daher, dass sie für ihren ersten Profikampf in Stuttgart auf eine Tschechin traf. Mit Kamila Šimková bekam es Dalaslan mit der zweifachen tschechischen MMA-Meisterin zutun. Gleich beim Debüt also eine sehr erfahrene Gegnerin - die sie souverän besiegt.
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In Prag soll der nächste Schritt in Richtung Titel folgen. "Wir trainieren hart und haben ein paar neue Waffen im Arsenal", verkündet Angelo Tanga. "Immer weitermachen. Bis man die Beste ist", sagt die Kämpferin selbst.
Weitere bemerkenswerte Kämpferinnen
Neben Jędrzejczyk und Dalaslan gibt es noch weitere Frauen, die im MMA-Sport für Aufsehen sorgen. Dazu gehören:
- Valentina Shevchenko: Die gebürtige Kirgisin hat eine beeindrucke Kampfhistorie vorzuweisen: von 19 Kämpfen konnte sie 16 Begegnungen gewinnen. Da sie ihre aktive UFC-Karriere erst 2015 begann, wird man wohl auch in Zukunft noch eine Menge von Valentina Shevchenko erwarten können.
- Ronda Rousey: Nachdem sie Judo an den Nagel hängte, startete sie beim MMA durch und wurde die erste Titelträgerin im Bantamgewicht.
- Amanda Nunes: Im Bantamgewicht konnte sie bereits einen Titel gewinnen und im Finale ihre Konkurrentin auf die Plätze weisen.
Diese Athletinnen zeigen die Vielfalt und das Talent, das im Frauen-MMA vorhanden ist.
Kontroversen und Herausforderungen
Trotz der wachsenden Popularität des MMA gibt es auch Kontroversen. So sorgte beispielsweise ein Mixed-Martial-Arts-Event in Polen für Empörung, bei dem Männer gegen Frauen antraten. Die Fans der Vollkontakt-Sportart hoffen, dass es nach der Resonanz keine weiteren Veranstaltungen in dieser Form geben wird.
Solche Ereignisse werfen Fragen nach der Sicherheit und Fairness im Sport auf und zeigen, dass es noch viel zu tun gibt, um gleiche Bedingungen für alle Athleten zu schaffen.
Die Zukunft des Frauen-MMA
Trotz der Herausforderungen ist die Zukunft des Frauen-MMA vielversprechend. Immer mehr talentierte Athletinnen treten in den Sport ein, und die wachsende Popularität sorgt für mehr Aufmerksamkeit und Möglichkeiten.
Es bleibt zu hoffen, dass der Sport weiterhin wächst und sich entwickelt, um allen Athletinnen die Möglichkeit zu geben, ihr volles Potenzial auszuschöpfen.
