Das Buch "Wurftechniken des Kodokan Judo" von Toshiro Daigo ist ein umfassendes Werk, das sich den Techniken und Prinzipien des Judo widmet. Es ist sowohl für Anfänger als auch für fortgeschrittene Judoka geeignet.
Über den Autor: Toshiro Daigo
Toshiro Daigo wurde 1926 geboren. Er absolvierte die Pädagogische Hochschule Tokio und wurde 1951, 1952 und 1954 Judo-Champion von Japan. Er war viele Jahre Cheftrainer des Kodokan und Manager des japanischen Judo-Teams bei den Olympischen Spielen 1976 in Montreal und den Olympischen Spielen 1984 in Los Angeles. Im Jahr 1992 erhielt er den Rang Kodokan 9. Dan.
Daigo war nicht nur ein erfolgreicher Wettkämpfer, sondern auch ein angesehener Lehrer und Ausbilder. Sein Buch "Wurftechniken des Kodokan Judo" gilt als Standardwerk für Judoka auf der ganzen Welt.
Inhalt und Schwerpunkte des Buches
Im Mittelpunkt des Buches stehen die 67 Wurftechniken des Kodokan-Judo:
- die vierzig Würfe der Gokyo
- die acht Würfe, die bei der Überarbeitung der Gokyo 1920 herausgenommen wurden (Habukareta-waza)
- sowie die 19 Wurftechniken, die nach Kanos Tod (1938) zwischen 1982 und 1997 von einem Kodokan-Ausschuss noch hinzugefügt wurden.
Zusätzlich werden mehr als 50 Technikvarianten gezeigt und es wird versucht, diese teilweise mit "Spitznamen" versehenen Würfe in den Namens-Katalog des Kodokan einzuordnen.
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Abschließend werden die Judo-spezifischen Verteidigungsformen Blocken, Ausweichen und Übersteigen sowie Kombinationen und Konteraktionen dargestellt, die sich im Wettkampf langfristig bewährt haben.
Im Weiteren findet sich eine umfassende Analyse der klassischen Judo-Übungsformen Kata und Randori, sowohl im Hinblick auf die historische Entwicklung als auch auf ihre Verwendung im modernen Judo.
Die Prinzipien des Judo
Judo (jap. judo = (wörtlich) sanfter Weg) ist eine japanische Kampfsportart, deren Prinzip Siegen durch Nachgeben beziehungsweise maximale Wirkung bei einem Minimum an Aufwand ist.
Zwei philosophische Grundprinzipien liegen dem Judo im Wesentlichen zugrunde:
- Zum einen das gegenseitige Helfen und Verstehen zum beiderseitigen Fortschritt und Wohlergehen (jita kyoei, ).
- Zum anderen der bestmögliche Einsatz von Körper und Geist (seiryoku zenyo, ).
Ziel ist es, diese Prinzipien als eine Haltung in sich zu tragen und auf der Judomatte (jap. Tatami) bewusst in jeder Bewegung zum Ausdruck zu bringen. Ein Judo-Meister hört demnach niemals auf, Judo zu praktizieren, auch wenn er nicht im Dojo (Trainingshalle) ist.
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Die Säulen des Judo
Die beiden Säulen des Judo sind im traditionellen Sinne meist der Formenlauf, jap. Kata und der Übungskampf, jap. Randori (auch als Wettkampf, jap. Shiai). Klassischerweise gehören daneben auch Kogi (, Lehrvortrag) und Mondo (, Lehrgespräch) zu diesen Säulen.
Jigoro Kano und die Entwicklung des Judo
Die darauf basierenden Judo/Jiu-Jitsu-Vorläuferformen wurden durch den Begründer des Judo, Jigoro Kano (jap. , Kano Jigoro, 1860 1938), am Anfang des 20. Jahrhunderts für den Wettkampf angepasst. Das heißt, viele ursprüngliche Waffen-, Tritt- und Schlagtechniken sowie alle Hebel außer Ellbogenhebel wurden entfernt.
Allerdings sind sie im alten Judo (Kodokan Judo) noch vorhanden, dieses dient aber der Selbstverteidigung. Bei dem heutigen Sportjudo wurden sie aber entfernt, um aus einer Kunst, die bis dahin vorwiegend zur Selbstverteidigung diente, eine ganzheitliche Lehre für Körper und Geist zu machen.
Die verbliebenen Techniken sind hauptsächlich Würfe (jap. Nage Waza), Falltechniken (jap. Ukemi Waza) und Bodentechniken (jap. Katame Waza). Ein Judo-Kämpfer wird auch Judoka genannt. Judo ist ein Weg zur Leibesertüchtigung und darüber hinaus auch eine Philosophie zur Persönlichkeitsentwicklung.
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