Bei den Ringsport Disziplinen wird angestrebt, den Gegner mit überzeugender Kraft zu besiegen. Schläge und Kicks müssen auf die legalen Zonen des Körpers des Gegners mit Fokus, Schnelligkeit und Entschlossenheit treffen. Voraussetzung für jeden Wettkampf ist eine ehrenhafte, ehrliche und gerechte Haltung des Kämpfers.
Die Kämpfe finden im Ring statt. Der Ringrichter (Referee) ist verantwortlich für die Sicherheit des Kämpfers und stellt die Handhabung des Regelwerks sicher. Die Seitenkampfrichter (Judges) bewerten die legalen.
Kampftechniken im Detail
Folgende Techniken dürfen im Kampf angewendet werden:
Ohne Low Kick
Handtechniken
- Linke und rechte Gerade
- Linker und rechter Haken
- Uppercut
Fusstechniken
- Gerader Fusstritt nach vorne
- Seitwärtsfusstritt
- Rückwärtsfusstritt
- Halbkreisfusstritt
- Sichelfusstritt
- Hakenfusstritt (nur mit der Fusssohle)
- Axtfusstritt (nur mit der Fusssohle)
- gesprungene Fusstechniken
- Fusstechniken aus der Drehung heraus
- Fussfeger nur auf Knöchelhöhe; von aussen nach innen und umgekehrt; um den Gegner aus dem Gleichgewicht zu bringen und dann eine Folgetechnik anzuwenden oder ihn zu Fall zu bringen
Anzahl Kicks pro Runde
Jeder Kämpfer muss mind. 6 Kicks pro Runde leisten. Er muss die klare Absicht durch den Kick zu treffen erkennbar sein.
Nach der 1. Runde muss der Kickzähler den Ringrichter über fehlende Kicks informieren, der wiederum die Ringecke in Kenntnis setzt. Der Kämpfer hat die Möglichkeit die fehlenden Kicks in der nächsten Runde nachzuholen. Falls er dies nicht schafft, erhält er nach der 2. Runde 1 Minuspunkt
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Wenn der Kämpfer in der 1. Runde 6 Kicks erzielt, in der 2. Runde jedoch nicht, kann er dies in der 3. Runde ausgleichen. Falls nicht, erhält er nach der 3. Runde 1 Minuspunkt
Wenn der Kämpfer in der 1. Runde 6 Kicks, in der 2. Runde 6 Kicks, aber in der 3. Runde weniger erzielt, erhält er 1 Minuspunkt- unabhängig davon ob er überzählige Kicks in den Vorrunden erzielt hat
Der Ringrichter kann einen Kämpfer aufgrund fehlender Kicks max. 2 Minuspunkte erteilen. Minuspunkte für Kicks werden zu den Minuspunkten bei Vergehen dazugezählt. Der 3. Minuspunkt im Kampf ist gleichzeitig die Disqualifikation.
Mit Low Kick
Handtechniken
Alle Boxtechniken wie bei der Disziplin ohne Low Kick Back Fist (kein Spinning Back Fist)
Fusstechniken
Alle Fusstechniken wie bei der Disziplin ohne Low Kick
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- Fussfeger: Fuss an Fuss (unterhalb des Knöchels)
- Schienbein für Angriffe auf Beine oder Körper (erlaubte Ziele!)
Anzahl Kicks pro Runde
Wegen des LowKick Charakters ist das Zählen der Kicks nicht notwendig.
K1 Style
Handtechniken
Alle Boxtechniken wie bei der Disziplin ohne Low Kick
- Back Fist
- Spinning Back Fist
- Halten mit 2 Händen (Hals) nicht länger als 5 Sekunden; dabei nur 1 Knie
Fuss-, Bein- und Knietechniken
Alle Fusstechniken wie bei der Disziplin mit Low Kick
K1 Kämpfer dürfen den Gegner nicht durch Oberkörper, Hüfte Knöchel, Füsse oder Beine werfen.
Anzahl Kicks pro Runde
Wegen des K1 Charakters ist das Zählen der Kicks nicht notwendig.
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Allgemein für alle Ringsport Disziplinen
Hand- und Fusstechniken sollen ausgewogen sein. Fusstechniken werden als solche angesehen, wenn sie die klare Absicht zu treffen erkennen lassen. Alle Techniken müssen mit überzeugender Kraft ausgeführt werden
Jede Technik, die komplett oder teilweise geblockt wird oder den Gegner nur leicht berührt, wird nicht gewertet.
Weitere wichtige Aspekte
Altersgrenzen der Kämpfer
Medizinische Tauglichkeit
- Ein Kämpfer darf nur dann an einem internationalen/nationalen Wettkampf teilnehmen, wenn er von einem Sportarzt (anerkannt vom veranstaltenden Verband oder von der Medizinischen Kommission der WAKO während Kontinental- oder Weltmeisterschaften) für fit und kampftauglich befunden wurde (Eintrag im WAKO-Pass nicht älter als ein Jahr).
- Ein Kämpfer der im Ausland kämpfen will, braucht eine Bestätigung eines Arztes, dass er, bevor er sein Land verlassen hat, in gutem körperlichen Zustand ist, keine Verletzungen aufweist, keine Infektionen oder medizinische Probleme hat, welche seine Fähigkeit im Gastgeberland zu kämpfen, beeinflussen könnte. Dieses Zeugnis muss dem WAKO-Pass beiliegen und beim Wiegen und der medizinischen Untersuchung am Wettkampfort gezeigt werden.
- Kämpfer mit nur einem Auge, Taub und Stumm sowie Epileptiker dürfen nicht Kämpfen. Das Tragen von harten Kontaktlinsen während eines Kampfes im Ring ist verboten.
- Ein Kämpfer darf nicht kämpfen, wenn er eine bandagierte Wunde aufweist, eine Schnittwunde hat, eine Verletzung, ein Geschwür, eine Risswunde, wenn Blut am Kopf oder im Gesicht fliesst (Nase und Ohren eingeschlossen). Es ist jedoch erlaubt zu kämpfen, wenn ein Geschwür mit Collodium geschützt ist. Diese Entscheidung trifft der Arzt, der den Kämpfer am Tage des Wettkampfes untersucht.
- Ein anerkannter Sportarzt muss während des Wettkampfes anwesend sein und darf seinen Platz vor dem Ende der letzten Runde oder bevor er die Kämpfer, welche am Kampf teilgenommen haben, gesehen hat, nicht verlassen.
Gewichtsklassen
Sollten nicht genügend Anmeldungen eingehen um Paarungen nach den offiziellen Gewichtsklassen gestalten zu können, so ist es den WAKO delegierten Offiziellen vorbehalten, in Absprache mit den Coaches der Kämpfer optimal mögliche Paarungen zu gestalten.
Wiegen
Ein Kämpfer darf nur in seiner beim Wiegen bestätigten Gewichtsklasse antreten. Das korrekte Gewicht der gemeldeten Klasse muss erreicht werden. Sollte ein Kämpfer zu schwer sein muss er sich entkleiden.
Sollte ein Kämpfer mit zu viel Kleidung auf der Waage stehen und somit Zweifel entstehen, das der Kämpfer zu leicht ist muss er sich ebenfalls entkleiden. Sollte er dann für die Gewichtsklasse zu leicht sein, wird ebenso vorgegangen wie bei zu schwerem Gewicht.
Wenn sich ein Kämpfer entkleiden muss und damit ein Problem hat, sollte er, wenn er zum Wiegen erscheint, Badesachen unter der Sportkleidung tragen.
Das Wiegen muss auf hartem Boden, nicht auf Teppich, erfolgen. Das Wiegen muss auf diskrete Art und Weise durchgeführt werden, die Bedürfnisse sowohl der männlichen als auch der weiblichen Teilnehmer müssen respektiert werden.
Es sollten zwei verschiedene Räume für Männer und Frauen vorhanden sein.
Es gibt keine Toleranz: der Kämpfer muss das Gewicht seiner Klasse entsprechend aufweisen.
Die am ersten offiziellen Wiegen festgelegte Gewichtskategorie des Kämpfers ist für die ganze Meisterschaft gültig. Meisterschaftspunkte können nur für die festgelegte Gewichtsklasse gesammelt werden.
Ausstattung Ring
Kann dies vom Veranstalter nicht gestellt werden, muss er den WAKO Switzerland-Präsidenten um Erlaubnis bitten, einen normalen Sporthallenboden oder einen Box-Ring verwenden zu dürfen.
Der Ring muss folgende Kriterien erfüllen:
- Der Ring sollte auf einer erhöhten Plattform mit elastischer Oberfläche errichtet sein.
- Die Grösse entspricht dem internationalen Standard (in der Regel 8m x 8m)
- Der Ring beinhaltet 4 Seilen mit mindestens einem vertikalen Zwischenseil pro Seil
- Es müssen Polster in alle Ecken vorhanden sein (1 x Rot, 1 x Blau, 2 x Weiss)
- Bei erhöhter Plattform mindestens 2 Treppen
- 2 Stühle für Coaches pro Kämpfer (Original = 2 Stühle)
- 2 aufklappbare Stühle für die Kämpfer zwischen den Runden
- Trinkbecher und Wasserflaschen für Punkterichter, Ringrichter und Offizielle
- 2 Wasserkübel für blaue und rote Ecke
- Abfalleimer in die neutralen Ecken
- Tisch und Stühle für die Offiziellen
- Sportdata Computer System
- 2 Bildschirmen (jede Ecke 1 Bildschirm)
- 3 elektronische Bewertungs-Pads für Punktezähler
- 1 elektronische Bewertungs-Pad für Kickzähler
- Ein Erstehilfe-Set
- Plastikhandschuhe und Papiernasstücher für den Ringrichter
- Ein Mikrofon verbunden mit einem Signalsystem
Notausrüstung im Falle das elektronische System ausfällt:
- Ein Gong und eine Glocke
- Eine (oder besser zwei) Stoppuhren
- Punkteliste für alle Seitenringrichtern nach WAKO-Modell
- Einen Behälter für die Punkteliste
Kampfkleidung
Ohne Low Kick
- Herren : freier Oberkörper und lange Hose
- Damen : Sport top und lange Hose
Mit Low Kick
- Herren : freier Oberkörper und Shorts
- Damen : Sport top und Shorts
K1 Style
- Herren : freier Oberkörper und Shorts
- Damen : Sport top und Shorts
Allgemein
Es darf keine Kleidung getragen werden, auf welcher Aufschriften wie „Muay Thai“ oder anderweitige Martial Arts Begriffe vorhanden sind. Wenn Logos vorhanden sind, darf nur der Name des Landes vorhanden sein.
Budogürtel sind bei den Ringsportarten nicht erlaubt.
Kämpfer dürfen nichts tragen, was Verletzungen verursachen könnte; wie z.B. Ringe, Ketten,Uhren, Ohrringe, Piercings etc.
Sonderregelung
Um religiöse Überzeugungen zu respektieren ist es weiblichen muslimischen Kämpferinnen erlaubt bei der Teilnahme an WAKO Veranstaltungen spezielle Kleidung zu tragen.
Alle Teilnehmerinnen auf WAKO Wettkämpfen müssen die Regeln befolgen wie im Tatamisport und Ringsport beschrieben.
Weibliche muslimische Kämpfer dürfen jedoch zusätzlich spezielle Kleidung, die den gesamten Körper ausser das Gesicht bedeckt, tragen. Die Unterwäsche muss aus Stretchmaterial sein und eng am Körper anliegen. Sie dürfen ein Kopftuch unter dem Kopfschutz tragen, das den Kopf jedoch nicht das Gesicht bedeckt. Darüber hinaus müssen sie für den Fall eines medizinischen Notfalls (Verletzungen, Cuts, usw.) unterschreiben, dass medizinisches Personal die nötigen Untersuchungen durchführen darf. Die zusätzliche Kleidung darf keine Verletzungen verursachen.
Schutzausrüstung
Handschutz
Die Schutzhandschuhe wiegen 10oz und müssen an den Trefferflächen gepolstert sein und festsitzen. Die Polsterung muss die Faust, den Daumen, die Handrückenfläche sowie die Fingerspitzen umfassen und mindestens 5cm über das Handgelenk hinausreichen (offene Handschuhe sind nicht erlaubt). Die Daumen müssen mittels eine Verbindung am Zeigefinger befestigt sein.
Kopfschutz
Ein Kopfschutz muss getragen werden, der die Stirne, die Schädeldecke, die Schläfe und die Ohren bedeckt. Der Schutz darf weder die Sicht noch das Gehör beeinträchtigen. Es dürfen kein Tape oder andere Hilfsmittel zur Befestigung des Kopfschutzes benutzt werden.
Fussschutz
Beim Disziplin ohne Low Kick besteht der Fussschutz aus einem speziellen synthetischen Schaumgummi, ein kompaktes, weiches Material, das mit echtem oder Kunstleder überzogen ist. Er bedeckt die Fussoberseite, den Innen- und Aussenknöchel und die Ferse. Er besteht aus einem Stück, die Fusssohle aussparend. Er muss lang genug sein um den kompletten Fuss samt Zehen zu bedecken. Der vordere Teil wird durch Gummis an den Zehen befestigt, der Schutz an sich mit elastischen Klettbändern am Fussende- über der Ferse.
Beim Low Kick und K1 ist der sogenannte strumpfartige Schutz gestattet, welcher den Fuss bis an die Zehen schützt. Es ist den Kämpfern gestattet, Fussschütze wie beim Disziplin ohne Low Kick zu tragen (entweder, oder).
Tape oder andere Hilfsmittel zur Befestigung der Fussschütze sind nicht erlaubt. Es dürfen keine doppelten Fussschütze oder Schuhe getragen werden.
Schienbeinschutz
Beim alle Ringsport Disziplinen müssen Schienbeinschoner getragen werden. Diese dürfen keine harten Einlagen wie Plastik, Metall oder Holz haben.
Für Low Kick und K1 Kämpfer ist mindestens ein Schienbeinschutz mit Spannschutz verpflichtend. Der Schienbeinspannschutz besteht aus einem strumpfartigen Schutz, der sowohl den Spann als auch das Schienbein bis unter das Knie bedeckt. Der Strumpf kann aus beliebigem Material sein, ist aber mit einem Schaumstoffpolster am Spann und Schienbein ausgestattet. Der Schienbeinschutz darf nicht verrutschen. Es ist dem Kämpfer erlaubt mitSchienbeinschonern wie beim Disziplin ohne Low Kick zu kämpfen, dies dürfen jedoch nicht über den strumpfartigen Fussschutz angelegt werden.
Tape oder andere Hilfsmittel zur Befestigung des Schienbeinschoners sind nicht erlaubt. Es dürfen keine doppelten Schienbeinschoner getragen werden.
Brustschutz
Der Brustschutz ist für alle weiblichen Teilnehmer verpflichtend. Voraussetzung für das Tragen des Brustschutzes ist, dass eine Brust sichtbar vorhanden ist. Er besteht aus Hartplastik und kann mit Baumwolle überzogen sein. Der Brustschutz kann aus einem Teil, der die ganze Brust bedeckt, oder aus 2 Teilen, die in den BH eingesteckt werden, bestehen.
Mund- und Zahnschutz
Ein Zahnschutz ist ebenfalls Pflicht. Er muss von handelsüblicher Qualität sein. Sportler, die für die Unterkieferzähne eine Zahnspange tragen, müssen einen doppelten Zahnschutz, der ebenfalls die Unterkieferzähne schützt, tragen.
Tiefschutz
Der Tiefschutz ist für alle männlichen und weiblichen Teilnehmer verpflichtend. Er besteht aus Hartplastik und bedeckt vollständig die Genitalien. Er kann zusätzlich den Unterbauch bedecken und muss unter der Hose getragen werden.
Handbandagen
Bandagen werden genutzt um Verletzungen an den Fäusten zu vermeiden. Diese sind 250cm lang und 5cm breit, bestehend aus Baumwollstreifen ohne scharfe Kanten. Die Bandagen werden mit einem selbstklebenden Tape auf Baumwollbasis am Handgelenk fixiert (max. Länge: 15cm, max. Breite: 2cm).
Sicherheitsausrüstung im Allgemeinen
Die Sicherheitsausrüstung darf nicht beschädigt sein, keine Riemen oder Bänder aufweisen, die zu Verletzungen während eines Kampfes führen könnten.
Fehlt ein Bestandteil der Schutzausrüstung, hat der Kämpfer eine Minute Zeit die Ausrüstung zu komplettieren. Bleibt die Ausrüstung danach unvollständig, ist der Kämpfer vom Turnier auszuschliessen. Die gleiche Vorgehensweise ist bei nicht geschnittenen Fussnägeln anzuwenden.
Kampfzeit
Junioren, Damen und Herrenklassen
Die Kampfzeit sollte in Vorkämpfen und Finalkämpfen 3 x 2 Minuten mit je 1 Minute Pause dazwischen betragen. Die Kampfzeit kann aus organisatorischen Gründen gekürzt werden. Dies ist zu Beginn der Veranstaltung den Teilnehmern mitzuteilen.
Die Rundenzahl kann je nach Vereinbarung 3 x 2 Minuten oder 5 x 2 Minuten betragen.
