Im Karate gibt es verschiedenfarbige Gürtel, die den Leistungsstand des jeweiligen Karateka widerspiegeln sollen. Diese Stufen geben dem Schüler eine Orientierung und helfen Trainingspartnern und Trainern, den Leistungsstand grob einzuschätzen. Um diese Funktionen sicherzustellen, muss zur jeweiligen Gürtelprüfung ein entsprechendes Niveau verlangt werden, unter anderem zur eigenen Sicherheit des Prüflings. Im Vordergrund steht dabei immer der Spaß am Training - nie eine Prüfung!
Man unterscheidet zwischen Meistern (schwarze Gürtel, Dan-Grade) und Schülern (farbige Gürtel, Kyu-Grade). Als Karate-"Meister" gilt, wer die Dan-Prüfung, d.h. die Prüfung zum Schwarzgurt, abgelegt und das Dan-Diplom erhalten hat. Bei den Graduierungen wird zwischen den Kyu- und den Dan-Graden unterschieden. Während letztere die Meisterstufe bezeichnen, stellen die Kyu-Grade die Stufen der Schüler dar. Jeder dieser Stufen wird eine Farbe zugeordnet. Der 9. Kyu ist hierbei die unterste Stufe.
Die Kyu-Grade im Detail
Es existieren 9 Schülergrade und 10 Meistergrade, welche durch das Ablegen einer Karate Prüfung erreicht werden können. Die Prüfungsordnung ist in vier Gruppen aufgeteilt. In jeder Gruppe werden besondere Schwerpunkte in der Ausbildung gesetzt:
Unterstufe: 9. - 7. Kyu (Weiß bis Orange)
Wie jeder Anfänger lernt man zunächst die Basics dieser Kampfkunst. Für diese Grundlagen verwendet man den Begriff Kihon - Grundschule. Hier legen die Trainer besonderen Wert darauf, dass man sicher und korrekt steht und geht, dass die Arm- und Beintechniken sauber ausgeführt werden und das die Ausholbewegungen richtig umgesetzt werden. Dabei ist die aufrechte Haltung des Oberkörpers ein wichtiges Merkmal guten Trainings. Von der Unterstufe erwartet man gute Ansätze der inneren und äußeren Spannung beim Ausführen der Techniken.
Beim Kumite - einer Trainingsform mit Partner - wird eine kontrollierte Ausführung der Techniken und die richtige Distanz zum Partner erwartet. In der Unterstufe erlernt der Prüfling die Grundform der einzelnen Techniken. Mittelstufe vorbereiten soll. Prüfer und Prüfling achten vor allem auf sichere Stände, korrekte Techniken und Ausholbewegungen. Merkmal. Die Prüflinge zum 7.
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Mittelstufe: 6. - 4. Kyu (Grün bis Violett/Blau)
Mit der Mittelstufe werden die Ansprüche größer. Die Grundtechniken werden kombiniert und die Haltung, Spannung und Bewegung sollte langsam die Feinform annehmen. Bei den Kombinationen wird sich die Geschwindigkeit erhöhen, wobei die Qualität in der Umsetzung der Einzeltechniken sich nicht verschlechtern darf. Das bewusste Einsetzen der Hüfte, die Atemtechnik und das Kime nehmen hier eine wichtige Rolle ein. Als Kime bezeichnet man die angespannte Energie beim Ausführen der Techniken.
Im Kumite drücken sich die technischen Fertigkeiten des Karatekas in seiner Bewegungsvielfalt, in seinem Kampfgeist und in der Kontrolle und Respekt vor dem Partner aus. Die Grundtechniken, die jetzt häufig in Kombinationen gezeigt werden, sollen sich von der Grundform zur Feinform entwickeln. Ausführung der Kombinationen ist wichtig, dass sich die Qualität der Einzeltechnik nicht verschlechtern darf. Kontrolle ausdrücken. ( BUNKAI ) als auch in der Flüssigkeit ( Rhythmus ) des Vortrages zeigen.
Oberstufe: 3. - 1. Kyu (Braun)
Die Ansprüche der Oberstufe sind wie zu erwarten hoch. In der Grundschule werden eine Vielzahl komplexer Kombinationen vorausgesetzt. Dabei wird auf die Qualität in den Einzeltechniken, Rhythmus in den Verbindungen, Standfestigkeit und nicht zuletzt auf die Ausdauer geachtet. Nicht umsonst kommt man erst nach jahrelangem Training in die Oberstufe. Sie spiegelt den Fleiß und die Intensität des Trainings des einzelnen Karatekas wider.
In den Oberstufen wird der Karate Schüler im Kumite sowohl auch im Jiyu-Ippon-Kumite, geprüft. Nur wer exakte Technik mit Kampfgeist und Kontrolle kombiniert, wird den Anforderungen der Prüfung gerecht. Sieg oder Niederlage ist beim Kumite nicht prüfungsrelevant. In der Kata muss der Karateka der Oberstufe den Zusammenhang von Kata und sinnvollen Anwendungen verstehen. Die Grundschule der Oberstufe zeichnet sich durch eine Vielzahl schwieriger Kombinationen aus. Einzeltechniken, Rhythmus in den Verbindungen, Standfestigkeit und nicht zuletzt Ausdauer zu zeigen.
Dan-Grade (Schwarzgurte)
Karate Meister darf sich erstmals nennen, wer die Prüfung zum 1. Dan abschließt, wobei das Hintergrundwissen an Bedeutung gewinnt. Hier steigt nicht nur die Schwierigkeit des Kihon enorm an, sondern auch der Wert der Kata und des Bunkai. Von größter Wichtigkeit ist es für einen Karate Dan, den Sinn hinter den Techniken einer Kata korrekt zu erkennen.
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Gürtelfarben und Prüfungsinhalte
Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die Gürtelfarben und die zugehörigen Prüfungsinhalte:
| Gürtelfarbe | Prüfungsinhalt |
|---|---|
| Weißer Gurt | Grundlegende Techniken, einfache Kata (Taikyoku Shodan), Abwehr eines Fauststoßes |
| Gelber Gurt | Einige Einzeltechniken, neue Fußpositionen, Kata Heian Shodan, Kumite unverändert |
| Orange Gurt | Erste Kombinationen im Kihon, Kata Heian Nidan, Abwehr von Fußtritten im Kumite |
| Grüner Gurt | Überwiegend Kombinationen, Kata Heian Sandan, neue Kumite-Variante, Partnerübung zum Freikampf |
| Blauer Gurt (1) | Ausschließlich Kombinationen im Kihon, Kata Heian Yondan, Sonderform im Kumite |
| Blauer Gurt (2) | Rückwärtstritt Ushiro-Geri, Kata Heian Godan, Tritte im Freikampf |
| Brauner Gurt (1) | Kata Tekki Shodan, Bunkai der Kata Heian Godan, freie Wahl der Kontertechniken im Kumite |
| Brauner Gurt (2) | Kata Bassai Dai, Bunkai zu Bassai Dai, Kumite mit mehr Geschwindigkeit und Improvisation |
| Brauner Gurt (3) | Freie Kata-Wahl mit Bunkai, Ende der Oberstufe |
| Schwarzer Gurt (1) | Hintergrundwissen, hohes Kihon-Niveau, Wert auf Kata und Bunkai, Verständnis der Kata-Techniken |
| Schwarzer Gurt (2) | Diverse Techniken im Kihon, Kata-Wahl und Analyse, Kumite unverändert |
| Schwarzer Gurt (3) | Eigene und vom Prüfer gewählte Techniken im Kihon, Kata-Wahl mit Erklärung, Kumite vom Prüfer vorgegeben |
| Schwarzer Gurt (4-9) | Theoretischer Teil gewinnt an Bedeutung, Wissen um Kata-Anwendung, Alter und Erfahrung spielen eine Rolle |
| Schwarzer Gurt (10) | Wird nur im japanischen System vergeben, Ende der Ausbildung |
Wir fördern und fordern unsere Schülerinnen und Schüler gewissenhaft und konsequent. Dabei berücksichtigen wir individuelle Stärken, aber auch persönliche Einschränkungen. Einige wenige können nach kurzer Zeit alles verstehen und sofort umsetzen. Nicht alle jedoch haben das gleiche Geschick oder die gleichen körperlichen Voraussetzungen - dafür können sich die Karateschüler durch andere Möglichkeiten, wie z. B. Trainingsfleiß auszeichnen.
Regelmäßiges, konzentriertes Karatetraining ist der Schlüssel zum langfristigen Erfolg! Es ist ein großer Unterschied, ob man einmal oder zweimal die Woche trainiert. Manchmal ist auch die Selbstwahrnehmung bei Prüflingen eine andere als die Fremdwahrnehmung der Trainer oder des Prüfers. Unser Ziel ist es daher unsere Schützlinge sicher auf ihrem Karateweg (Karate-Do) zu führen, bis sie erfolgreich ihr jeweiliges Zwischenziel erreicht haben. So werden Enttäuschungen und Fehlentwicklungen vermieden.
Ob eine Prüfung absolviert wird, wird daher eng mit den Trainern abgesprochen. Es gibt Fälle, in man in der Lage wäre, die Anforderungen der Prüfungsordnung zu erfüllen und dennoch raten wir in manchen Fällen ab, zum jetzigen Zeitpunkt die Prüfung zu absolvieren. Dies kann unterschiedliche Gründe haben (z.B. Zeit bis zur nächsten Prüfungen, Zusammenhalt in der Gruppe, hohe Ansprüche). Nach dem Anfängerkurs gibt es bei uns vor Weihnachten die erste Prüfung. Je nach Entwicklungsstand ist dabei eine Prüfung zum 9. Oder 8. Kyu möglich. Mit dieser ersten Prüfung erhält man den Karate-Anzug (Obi). Als grobe Orientierung kann man danach eine Kyu-Prüfung pro halben Jahr absolvieren. Das variiert jedoch von Person zu Person und kann auch länger ausfallen.
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