Korea besitzt seit altersher eine Vielzahl an Kampfkünsten, die entweder im Land entstanden, oder durch Einwanderer ins Land gebracht wurden.
Einführung in koreanische Kampfkünste
Taekwondo ist ein koreanischer Kampfsport.
Die drei Silben des Namens stehen für Fußtechnik (Tae), Handtechnik (Kwon) und Weg (Do).
Obwohl Taekwondo für den Betrachter große Ähnlichkeiten mit anderen asiatischen Kampfsportarten aufweist, unterscheidet es sich in einigen wesentlichen Punkten von diesen.
So ist die Taekwondo-Technik sehr auf Schnelligkeit und Dynamik ausgelegt, was nicht zuletzt durch den Wettkampf bedingt ist.
Lesen Sie auch: Geschichte koreanischer Kampfsportarten
In Korea wird Taekwondo nicht nur als reine Sportart angesehen, sondern vielmehr als eine Art Tradition.
Trotz das Taekwondo zu den eher jüngeren Kampfsportarten zählt, praktizieren vielen Menschen Weltweit diese höchst dynamische Sportart.
Tae Kwon Do (oder Tae/Fuß, Kwon/Faust, Do/Weg) bedeutet „der Weg des Fußes und der Hand“ und kommt ursprünglich aus Korea.
Historischer Ursprung des Taekwondo
Wie in vielen Ländern, aus denen Kampfsportarten hervorgegangen sind, gibt es auch in Korea eine jahrhundertealte Tradition an Kampfkünsten.
Es ist jedoch kein direkter ursächlicher Einfluss von ihnen auf die Entstehung und anfängliche Entwicklung dessen, was später Taekwondo werden sollte, festzustellen.
Lesen Sie auch: Bad Soden: Kampf und Schach
Wer sich mit der Geschichte Koreas auseinander setzt wird sehen das der Ursprung vom Taekwondo bis ins 13 Jahrhundert reicht.
Damals war Korea in 3 Königreiche unterteilt: Norden, Südwesten und Südosten.
Der Norden war flächenmäßig sehr groß und war für die südlicheren Königreiche bedrohlich.
Zum Schutz der jeweiligen Königreiche wurden einige Kampfsysteme entwickelt, welche Körper und Geist stärken sollten.
Besonders herausgestellt hatten sich die Kampfsportarten Taek Kyon (Fußkampf) und Soo Bak Gi (Faustkampf).
Lesen Sie auch: Alleine Kampfsport lernen – So geht's!
Es fand Jährlich ein großer Wettkampf statt wo der beste Kämpfer ermittelt und großzügig belohnt wurde.
Als Japan Korea besetzte wurde den koreanern die Ausübung jegliche Kampfsportarten untersagt.
Einige Meister führten im Verborgenem ihre Kampfkünste fort und lehrten diese im geringem Umfang weiter.
Nachdem Japan 1945 zu den Verlierern des 2. Weltkriegs gehörte, verließen die japaner Korea und Taek Kyon wurde wieder öffentlich praktiziert.
Choi Hong Hi - Vater des Taekwondo
1918 wurde Choi Hong Hi im heutigen Nordkorea geboren.
In seinen Jugendjahren lernte er die Kampfkunst Teak Kyon und wurde als er 20 Jahre alt war zur Weiterbildung nach Japan geschickt, wo er Karate erlernte.
Als er während des zweiten Weltkrieges von den Japanern inhaftiert wurde, hielt er sich mit Kampfsport in der Zelle fit.
Nach der Befreiung Koreas kam Choi Hong Hi frei und kehrte nach Korea zurück, wo er kurze Zeit später die koreanische Armee befehligte.
Choi Hong Hi entwickelte aus der japanischen Kampfkunst Karate und Taek Kyon eine neue Kampfkunst, die in der Technik und der Meditation dem Karate überlegen sein sollte.
Dieser neuen Kampfkunstordnung erhielt den Namen Tae Kwon Do.
Wichtige Gelehrte akzeptierten 1955 den Name Tae Kwon Do welches somit als Geburtsjahr des heutigen Taekwondos zählt.
Entstehung und Entwicklung des Taekwondo Trainings
Nach 1910 wurde Groß-Korea von Japan annektiert.
Alles, was Kultur und Geschichte Koreas ausgemacht hatte, wurde systematisch unterdrückt und verboten.
Das galt auch für traditionelle koreanische Kampfarten wie Taekgyeon und Ssireum.
Während der Besatzungszeit Koreas zerstreuten die Japaner Versammlungen von mehr als zehn Koreanern mit ihren Gerten.
Kampfkunst bzw. Kampfsport war in Korea traditionell jedoch eine gesellige Aktivität.
Anders als in Japan gab es auch keine Formen, so dass ein Training alleine nicht üblich war.
Wie u. a. Song Dok-ki für das Taekgyeon überlieferte, spielten Wettkämpfe immer eine große Rolle.
Es gab also zwar kein direktes Verbot von Kampfsport oder -kunst, aber das Versammlungsverbot traf natürlich Taekgyeon, Ssireum und Gungsul genau wie alle anderen koreanischen Traditionen, so dass sie um Haaresbreite ausgelöscht wurden.
Nach der Unabhängigkeit Koreas im Jahr 1945 kehrten dann aber Koreaner zurück in ihr Heimatland, die in Japan und der Mandschurei japanisches Karate gelernt hatten.
Sie eröffneten die fünf ursprünglichen Kampfkunst-Schulen, aus denen später das Taekwondo entstehen sollte.
All diese Schulen endeten auf Kwan, was im wörtlichen Sinne „Halle" bedeutet.
Die Fünf Ursprungsstile
- Lee Won-Kuk hatte Shotokan-Karate bei Gichin Funakoshi gelernt und begann bereits 1944, Dangsudo in seiner Schule, dem Cheongdo-Kwan („Halle des wahren Weges") in Seoul, zu unterrichten.
- Hwang Ki lernte ab 1936 in der ebenfalls japanisch besetzten Mandschurei vermutlich Karate, auch wenn er den Stil später als einen chinesischen ausgab.
- Chun Sang-Sup hatte Judo und Karate während seines Studiums in Japan gelernt und schloss sich 1946 dem Yeonmu-Kwan an, der größten Seouler Judo-Schule, wo er neben Judo auch Gongsudo unterrichtete.
- Yoon Byung-In kehrte als ranghöchster koreanischer Karateka aus Japan zurück, wo er bei Kanken Toyama (Shudokan-Stilgründer) den 5. Dan im Shudokan-Karate erreicht hatte.
- Ro Byung-Jik hatte zusammen mit Lee Won-Kuk Shotokan-Karate bei Gichin Funakoshi gelernt und trug bei seiner Rückkehr den 1. Dan.
Der Dangsudo-Stil
Alle nannten ihren Stil zunächst Dangsudo (Tangsoodo), „Weg der (Dang-)China-Hand", oder Gongsudo(Kongsoodo), „Weg der leeren Hand".
In beiden Fällen handelt es sich um die koreanische Aussprache dessen, was auf japanisch Karate gelesen wird.
Das Wort „Karate" erfuhr in den 1930ern eine Deutungs- und Bedeutungsänderung von „(Dang-)China-Hand" in „leere Hand".
In diesen fünf ersten Seouler Taekwondo-Schulen wurde ursprünglich also die eine oder andere Art Karate trainiert, und Ausländern gegenüber wurde es bis in die 1960er Jahre hinein als „Koreanisches Karate" vorgestellt.
Allerdings bestanden zwischen den Schulen unterschiedliche Standards für Dan-Prüfungen.
So kam es bereits vor dem Korea-Krieg zu ersten Gesprächen über einen eventuellen Dachverband, doch erst während des Kriegs einigten sich die Kwan-Vertreter in Busan auf die Koreanische Gongsudo-Vereinigung.
Diese erste Vereinigung zerfiel bereits nach wenigen Monaten, weil Hwang Ki gleich darauf in Seoul im Alleingang die Koreanische Dangsudo-Vereinigung gründete, woraufhin auch Son Duk-sung aus der Gongsudo-Vereinigung austrat.
Nach dem Koreakrieg
Kurz nach dem Krieg gelang es Generalmajor Choi Hong-hi, durch seine Schüler Einfluss auf die Leitung des Cheongdo-Kwan zu nehmen; er selber wurde Kwan-Chef ehrenhalber.
Choi hatte Anfang der 1940er Jahre in Japan je nach Quelle den 1. oder 2. Dan im Karate erlangt, bevor er erst der japanischen, nach Koreas Unabhängigkeit der koreanischen Armee beitrat.
Bei jeder Gelegenheit trainierte er seine Untergebenen und Kollegen im Karate und traf dabei auf den hochtalentierten Nam Tae-hi, der Dangsudo im Cheongdo-Kwan gelernt hatte und gleich Chois rechte Hand wurde.
Nam Tae-hi beeindruckte Koreas Präsident Syngman Rhee während einer Demonstration im Jahre 1952 mit einem Dachziegel-Bruchtest so sehr, dass dieser Gongsudo-Training für alle Soldaten anordnete.
Dazu gründeten Choi und Nam 1953 den militärinternen Odo-Kwan („Mein Weg"), der im Laufe der Zeit zur einflussreichsten Kampfkunst-Schule wurde, denn früher oder später musste jeder junge Koreaner das Militär passieren.
Die 1950er Jahre
In den späteren 1950er Jahren spitzte sich die Lage auf einen Machtkampf zwischen Hwang Ki und Choi Hong-hi zu.
Hwang organisierte mehrere Dangsudo-Vorführungen und bemühte sich, seinen Stil über seine Schüler im Militär bekannt zu machen.
