In der Welt der Edelsteine und des Schmucks spielt das Karat eine zentrale Rolle. Es ist jedoch wichtig zu verstehen, dass Karat nicht gleich Karat ist, je nachdem, ob es sich um Diamanten oder Gold handelt.
Was bedeutet Karat bei Diamanten?
Bei Diamanten wird das Gewicht in Karat angegeben - nicht die Größe. Ein Karat entspricht 0,20 Gramm. Tiffany misst Diamanten bis auf ein Tausendstel eines Karats. Das metrische Karat ist eine Einheit zur Bestimmung des Gewichts von Edelsteinen: ein Karat entspricht 0,2g. Wie auch für alle anderen Edelsteine gilt für Diamanten, dass das Gewicht eines Karats 0,2g entspricht.
Allerdings ist zu beachten, dass Karat nur Auskunft über das Gewicht eines Diamanten gibt und nicht, wie oft angenommen, auch über seine Größe. Wie viel Karat ein Diamant hat, lässt sich über eine Diamantwaage bestimmen. Bei geschliffenen Diamanten wie Brillanten kann das Karat auch durch Vermessen ermittelt werden.
Karat gehört neben Farbe, Schliff und Reinheitsgrad zu den wichtigsten Kriterien, um den Wert eines Diamanten festzulegen. Die Größe eines Diamanten allein kann dagegen trügerisch sein, da der Schliff den Edelstein für das menschliche Auge oft größer oder kleiner erscheinen lässt, als er es in Wirklichkeit ist.
Das Karat-Gewicht gibt nicht, wie vielfach angenommen, unmittelbare Auskunft über die Größe eines Diamanten. Zwei Diamanten mit dem gleichen Karat-Gewicht können unterschiedlich groß erscheinen.
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Faktoren, die die wahrgenommene Größe beeinflussen:
- Tafel: Die Tafel stellt den sichtbaren Bereich des Diamanten bei der Draufsicht dar. Dies ist die häufigste Ansicht eines gefassten Diamanten.
- Tiefe: Ein besonders tiefer Stein wirkt meist kleiner als ein etwas flacherer. Ein großer Anteil des Gewichtes befindet sich bei tiefen Steinen im unteren Teil des Diamanten.
- Schliff: Je höher der Schliffgrad ist, desto mehr einfallendes Licht tritt über die Tafel wieder aus, desto schöner & intensiver funkelt & brilliert der Diamant. Und desto größer wirkt der Diamant für das menschliche Auge.
Steine mit niedrigeren Schliffgraden wirken demnach selbst bei gleichem Durchmesser der Tafel und gleicher Karatzahl immer kleiner als Steine mit höherem Schliffgrad. Es ist dadurch möglich, dass ein Stein mit kleinem Karat-Gewicht und weniger Tafeldurchmesser, aufgrund seines höheren Schliffgrades, größer wirkt, als ein größerer Stein mit niedrigerem Schliffgrad.
Karat-Gewicht und Diamant-Schliff
Karat-Gewicht und Diamant-Schliff sind gleichermaßen relevant und beeinflussen das Aussehen eines Diamanten auf unterschiedliche Weise. Während das Karat-Gewicht die Größe beeinflusst, wirkt sich der Schliff darauf aus, wie ein Diamant im Licht funkelt.
Preis von Diamanten nach Karat
Das Karat-Gewicht ist das Kriterium, welches den Wert eines Diamanten am stärksten beeinflusst. Umso schwerer ein Diamant, also umso mehr Karat, desto höher der Preis. Größere Diamanten sind seltener und gefragter als kleine Diamanten. Der Diamantenpreis steigt daher nicht proportional mit seinem Gewicht, sondern exponentiell. Das bedeutet, dass ein Einkaräter nicht doppelt so viel wie ein Halbkaräter, sondern ein Vielfaches davon kostet (bei ansonsten gleicher Qualität).
Demzufolge ist der Preis eines großen Diamanten nicht nur aufgrund des höheren Gewichtes, sondern auch durch einen höheren Preis pro Karat, teurer. Bei Diamanten gibt es “magische Schwellen“ bei denen es zu Preissprüngen kommt. Ein 1 Karat Diamant etwa kostet deutlich mehr als ein 0,95 Karat Diamant, obwohl der Unterschied in der Größe kaum sichtbar ist. So kann man teilweise bares Geld sparen, indem man einen Diamanten mit einem nur geringfügig geringeren Gewicht kauft.
Die Geschichte des Karat
Der Begriff Karat stammt vom griechischen Wort „Keration“ und der arabischen Bezeichnung „qirat“. Beide Ausdrücke bedeuten „Schote des Johannisbrotbaums“. Der Pflanzensamen wurde vor langer Zeit als Gewicht zum Wiegen von Gold und Edelsteinen genutzt. Es wurde lange Zeit angenommen, dass das Gewicht des Samens ungewöhnlich einheitlich sei. Forscher widerlegten diese Annahme.
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Im Jahr 1907 wurde dann schließlich Karat als offizielles, metrisches Maß für Edelsteine festgelegt. Sechs Jahre später akzeptierten die USA das Maß und Europa und Großbritannien folgten ein Jahr darauf.
Was bedeutet Karat bei Gold?
Neben der Bestimmung des Gewichts von Edelsteinen wird die Bezeichnung Karat auch zur Angabe des Feingehalts von Gold verwendet. Da reines Feingold für die Schmuckverarbeitung zu weich ist, fügt man normalerweise Legierungspartner wie Silber oder Kupfer hinzu. Karat gibt an, wie viel reines Gold in einer solchen Goldlegierung vorhanden ist.
Das Karat ist eine Maßeinheit für den Feingehalt bei Gold. Es bezeichnet den Goldanteil in einer Legierung, ausgedrückt in 1/24-Gewichtsanteilen. 24 Karat entsprechen reinem Gold. Bei 8 Karat beträgt der reine Goldanteil 1/3 des Gesamtgewichts.
Da es aus technischen Gründen praktisch ausgeschlossen ist, mögliche Verunreinigungen vollständig zu eliminieren, wird für 24-karätiges Gold eine Reinheit von 99,99 Prozent angegeben. Heute ist es üblich, den Reingehalt in Promille (Tausendstel) anzugeben. Deshalb wird Gold mit 24 Karat auch mit „999,9“ bezeichnet (999,9 von 1.000) und umgangssprachlich „Four Nine Fine“ genannt.
Der Reinheitsgrad wird offiziell in Promille (1/1.000) angegeben und als 3-stellige Zahl ausgedrückt. So hat 333er-Gold einen Goldanteil von 333/1.000, also 33 Prozent - dies entspricht 8 Karat.
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Verschiedene Karat-Werte und ihre Bedeutung:
- 24 Karat Gold: Das feinste Gold und besteht aus 99.9% Gold.
- 22 Karat Gold: Besteht aus etwa 91.6% Gold. Es ist ebenfalls sehr weich und weniger für Schmuck mit gefassten Steinen geeignet.
- 18 Karat Gold: Hat einen Feingoldgehalt von 75% und hat einen schönen, warmen Glanz.
- 14 Karat Gold: Besteht etwa zu 58.5% aus Gold und hat einen warmen gelben Ton.
- 8 Karat Gold: Hat einen Gehalt von 33.3% Feingold und eine hellgelbe Färbung. Es ist die günstigste Goldvariante, außerdem macht es die Legierung mit anderen Metallen härter und widerstandsfähiger als andere Goldarten.
Die Geschichte des Karat für Gold
Auch die Geschichte des Karat-Begriffs für Goldlegierungen geht auf die griechischen und römischen Vorbilder der Johannisbrotbaum-Samen zurück. In Deutschland gab es früher das Karat als kleines Gegengewicht, mit dem man die Feinheitsbestimmung des Goldes vornahm. Dieses Gewicht entsprach dem 24.Teil einer Mark, 1 Karat wiederum teilte sich in 12 Grän als Untereinheiten auf.
Mindest-Reinheitsgrad von Gold
Nicht überall ist Gold gleich Gold. Unterschiedliche Länder definieren den Mindest-Reinheitsgrad, den ein Schmuckstück haben muss, um als Gold verkauft zu werden, verschieden. In Deutschland gilt für Goldlegierungen eine Mindestgrenze der Reinheit von 8 Karat. Das entspricht einer 333er Feinheit.
