Der 24-jährige Blumberger Kampfsportler Christian Fischer kennt nur einen Weg - nach oben. Nachdem der ehemalige Deutsche U21-Meister im Boxen im Herbst 2021 zu MMA wechselte, sieht sich der mehr als 100 Kilogramm schwere Modellathlet in der Spur.
Frühe Erfolge im Boxen
Christian Fischer sorgte im Boxen bereits in jungen Jahren beim BSV Blumberg für Schlagzeilen. Als mehrfacher Baden-Württembergischer Jugendmeister in verschiedenen Alters- und Gewichtsklassen feierte der damals 22-Jährige dort seine ersten Erfolge. Beim Boxring Villingen-Schwenningen erfuhr er dann den nötigen Feinschliff.
Ab 2014 wurde er für den Boxsportverein Blumberg drei Mal hintereinander Landes-Jugendmeister. Als 19-Jähriger fuhr er 2018 im U21 Halbschwergewicht mit der Deutschen Meisterschaft seinen größten Erfolg ein. Diese Leistung wurde ein Jahr später mit der Vizemeisterschaft im U22 Schwergewicht bestätigt.
Höhepunkt war der Titelgewinn 2018, als er im U21 Halbschwergewicht trotz gebrochener Mittelhand, den Ring als Deutscher Meister verließ. Mit der Aufnahme in den Nationalkader und regelmäßigen Lehrgängen im Olympiastützpunkt in Heidelberg schien sein Weg für eine erfolgreiche Zukunft geebnet.
Auch Bundesligakämpfe hat er bereits siegreich bestritten. Aktuell wurde für die sieben Teams in der Box-Bundesliga die Saison aufgrund der Coronavirus-Thematik frühzeitig beendet. Die eigentlich noch geplanten Play-offs der nach der Hauptrunde vier besten Teams entfiel. Gewertet wurde also die Hauptrunden-Tabelle als Endwertung.
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Das Blumberger Box-Talent Christian Fischer (Boxing Villingen-Schwenningen) klettert auf seiner Karriereleiter die nächste Sprosse hoch. Im Februar feierte der Schwergewichtler für den MBR Hamm (Nordrhein-Westfalen) sein gelungenes Bundesliga-Debüt. Christian Fischer ist deutscher U22-Vizemeister in seiner Gewichtklasse.
Bei seinem 5:0 Punkterichtersieg im Hammer Trikot ließ Christian Fischer seinem Kontrahenten vom BC Velbert keine Chance. Dies bedeutete, dass das Mitglied von Boxing Villingen-Schwenningen mit dem Hammer Team erstmals deutscher Vizemeister in der Bundesliga wurde.
Auch der Schwarzwälder befindet sich - trainingstechnisch - im Ausnahmezustand. Beim Boxing VillingenSchwenningen, bei dem sich Fischer in den vergangenen Jahren sportlich kontinuierlich weiterentwickelte, wurde das Hallentraining bis zumindest zum 19. April ausgesetzt. "Ich halte mich nun eben mit individuellem Training zu Hause fit. Mindestens drei Stunden täglich dauern die Einheiten", berichtet der talentierte Boxer. Er trainiert in seiner elterlichen Wohnung in Blumberg-Zollhaus.
Mit großem Ehrgeiz fokussiert sich der über 90 Kilogramm schwere und 1,90 Meter große Modellathlet auf seine weitere Laufbahn. Sein großes Ziel sind die Olympischen Spiele 2026 in Paris. In der baden-württembergischen Elite ist Christian Fischer aktuell die Nummer 1. Bundesweit rangiert er unter den ersten Fünf in seiner Kategorie.
Mit regelmäßigen Lehrgängen im Leistungszentrum in Heidelberg wird Christian Fischer im Auswahlkader gefördert. Als deutscher Meister feierte er 2018 bei der U21 seinen bisher größten Erfolg.
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Der Wechsel zum MMA
Blumberg - Der erfolgreiche Blumberger Schwergewichts-Boxer Christian Fischer, der inzwischen seinen Wohnsitz nach Schwenningen verlagert hat, wechselte in diesem Jahr die Sportart. Erster Gegner im Schwergewicht gibt auf In seinem ersten Kampf im Schwergewicht bei einer "Respect Fighting Championship" in Teningen besiegte er seinen 126 Kilo schweren und bereits kampferfahrenen Gegner, Cem Erdogan aus Bremen. Dieser gab in der dritten Runde auf. Chris Fischer brachte 97 Kilo auf die Waage.
"Ich strebe in der MMA-Kampfsportart eine Profikarriere an", sagt der 22-Jährige. Für viele kommt diese Entscheidung überraschend, gehörte der Modellathlet im Nationalkader Boxen zu den deutschen Hoffnungsträgern. Sein angestrebtes Ziel musste er damit aufgeben. Eigentlich wollte er immer mit den Amateuren bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris in den Ring steigen.
"Ich will mit meinem Sport und meiner Leidenschaft meinen Lebensunterhalt bestreiten und mit Profikämpfen mein Geld verdienen. Dies ist in der Deutschen Boxszene aktuell sehr schwierig geworden. Ich sehe hier in der Kampfsportart MMA, für die ich schon immer viel Sympathien übrig hatte, einfach die besseren Chancen", gibt er einen seiner Beweggründe für den Wechsel an.
Dennoch will er sich umorientieren. "Ich sehe für eine Laufbahn als Profikämpfer im spektakulären MMA, das auch in Deutschland viele Fans anzieht, die besseren Möglichkeiten", definiert er nun seine Ziele neu. Dieser Vollkampfsport verbindet zahlreiche Kampfkünste und erfreut sich immer größerer Beliebtheit.
Barfuß im achteckigen Käfig Auch in Europa ist diese Extremsportart, wo es nur wenige Regeln gibt, auf dem Vormarsch. Die Kämpfe werden in einem achteckigen Käfig, auch Oktagon genannt, barfuß und nur mit leichten Handschuhen ausgetragen. Kampf- und Schlagtechniken aus dem Boxen, Kickboxen oder Karate sowie im Bodenkampf mit Techniken aus dem Ringen, Judo oder Brazilian Jiu-Jitsu können eingesetzt werden.
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"Mit wöchentlich acht bis zehn Trainingseinheiten habe ich mich in den vergangenen Monaten in der Renzo-Gracie Kampfsportschule in Rottweil auf meinen ersten Kampf vorbereitet. Ganz intensiv wurden die für mich neuen Bodentechniken trainiert", sah sich Christian Fischer für seine Premiere im Käfig bestens vorbereitet. Begleitet worden sei er dabei von seinem erfahrenen MMA-Trainer Hakan Ardic.
Bei den internationalen Deutschen Meisterschaften des Verbandes MMA-I sicherte sich Christian Fischer jüngst in der Schwenninger Deutenberg-Halle im Schwergewicht über 90 Kilogramm durch ein blitzschnelles K.o. den Sieg. Mit seiner überlegenen Schlagtechnik, mit der er seinen erfahrenen Gegner Nils De-Vries aus Oldenburg kurz nach dem Startgong mit einer rechten Geraden überraschte und mit anschließendem Tritt in den Bauch nachlegte, war der Kampf nach sechs Sekunden bereits entschieden.
Der Lokalmatador wurde nach seinem Sieg vor rund 1000 Zuschauern begeistert gefeiert. Nach seinem dritten Sieg im vierten Kampf will er am Samstag, 6. August, bei einer Großveranstaltung in Lahr nachlegen.
Sein Ziel ist: Am 14. und 15. Oktober bei den Deutschen Meisterschaften des in Deutschland führenden GEMMAF-Verbands den nationalen Titel zu gewinnen. „Diese Meisterschaft ist für mich ein wichtiges Sprungbrett, um meinen Traum mit dem Einstieg in den weltweiten Profibereich zu verwirklichen“, sagt Christian Fischer.
Er strahlt nicht nur im Oktagon, in dem barfuß fast ohne Regeln gekämpft wird, ein gesundes Selbstvertrauen aus. Auf Grund seiner boxerischen Fähigkeiten - 2018 wurde er für den Boxring VS im Halbschwergewicht deutscher U21-Meister - sieht er im MMA vor allem im stehenden Kampf seine Stärken.
„Ich habe mich auch im Kickboxen oder der Bodentechnik wie im Ringen stark verbessert“, sagt er. Weitere Elemente wie das Brazilian Jiu Jitsu oder die Muay Thai Kampfkunst vervollständigen sein Repertoire.
Fischer sieht sich bei seinem Trainingsstützpunkt der Renzo Gracie Academy in Villingen bestens aufgehoben. Als eine der weltweit renommiertesten Martial-Arts-Kampfsportschulen ist die dortige Niederlassung für ihn eine wichtige Basis. In Zusammenarbeit mit seinem Trainer Hakan Ardic will er seine Schlagkraft erhöhen und seine Pläne verwirklichen.
Wie gelingt das? Kein Alkohol, eine gesunde Ernährung, tägliches Training sowie als Ausgleich seine Familie mit sechsjähriger Tochter. Der gelernte Einzelhandelskaufmann baut sich zudem ein zweites Standbein auf. In Blumberg-Zollhaus betreibt er ein Tattoo-Studio, einen weiteren Standort hat er nun in Stuttgart eröffnet.
Blick in die Zukunft
"Ich möchte in spätestens zwei Jahren in meiner MMA Gewichtsklasse die Nummer eins in Deutschland sein", lautet sein ambitionierter Plan. Internationale Kämpfe im Weltverband UFC sind dann in weiterer Zukunft seine Ziele. In seinem ersten Kampf jedenfalls lieferte er eine souveräne Kampfführung ab, eine gute Grundlage für seine Ziele.
Christian Fischer ist für seinen großen Ehrgeiz und konsequenten Trainingsfleiß bekannt. Immer mit der Kontrolle über sich selbst fuhr er so im Boxen seine großen Erfolge ein. Tugenden, die auch in seiner neuen Sportart Erfolge versprechen.
We Love MMA
Ein in der MMA Szene heiß erwartetes Match wird es zwischen dem Lokalmatadoren Chris Fischer und dem Düsseldorfer Frederic Vosgröne geben. Es ist nicht nur die klassische MMA Auseinandersetzung zwischen einem Ass im Grappling und einem im Striking. Es sind gleichzeitig auch zwei der heißesten Eisen, die der deutsche Mixed Martial Arts Sport bei den Newcomern zu bieten hat.
Am 26. Oktober 2024 heißt es We Love MMA 74 in der Porsche-Arena. Einlass ist für alle MMA-Fans ab 18 Jahren möglich. Karten für das Kampfsportspektakel in Stuttgart und alle anderen We Love MMA Events gibt es ab 20,00 Euro (incl. VVK-Gebühr) unter der Tickethotline 01806-570070 oder auf www.welovemma.de.
Deutschlands härteste Liga macht Halt in Stuttgart - Zeit für die Schwaben-Schlacht!
Ebenfalls ein Muss für jeden MMA-Kampf: Das heiß erwartete Match zwischen dem Lokalmatadoren Chris Fischer und dem Düsseldorfer Frederic Vosgröne. Beide sind zwei der heißesten Newcomer, die Deutschland aktuell zu bieten hat.
We Love MMA 74: Diese Kämpfe sehen Sie mit BILDplus
- TITELKAMPF Leichtgewicht: Nikoloz Abramishvili (Phoenix Sport Akademie Kassel) vs. Eugen Black-Dell (TAG Top Athletic Gym Kues)
- Halbschwergewicht: Frederic Vosgröne (Combat and Sports Club Düsseldorf) vs. Chris Fischer (Renzo Gracie Villingen-Schwenningen)
- Mittelgewicht: Robert Wagner (Black Wolves Fight Club Wiesbaden) vs. Daniel Schwindt (Kongs Gym Stuttgart)
- Leichtgewicht: Mervan Gencer (360 Martial Arts Zürich/CH) vs. Berhan Berktas (MMA Mundial Ingolstadt)
- Federgewicht: Alyamin Okhirov (RFS Pro-Center Saarbrücken) vs. Rafiullah Esmati (MMA Mundial Ingolstadt)
