Budo: Eine Definition der japanischen Kampfkünste

Die sagenumwobenen japanischen Kampfkunstarten wie Karate oder Judo sind auch hierzulande beliebte Sportarten. Doch wussten Sie auch, dass alle japanischen Kampfsportarten unter dem Begriff „Budo“ zusammengefasst werden? Budo bedeutet auf Deutsch in etwa Militärweg oder Kriegsweg.

Was ist Budo?

Jiu Jitsu, Judo, Karate, Suijutsu, Aikido und einige weitere (mehr als 60!) japanische Kampfkünste machen Budo aus. Bei ihnen allen geht es nicht allein ums Kämpfen: Ihnen liegt in erster Linie eine innere Lehre zugrunde. Die japanische Kampfkunst Budo hat den Einklang von Körper und Geist zum Ziel. Das vielfältige Budo-Training lässt Kampfkünste mit oder ohne Bewaffnung zu und fasziniert Sportler und Zuschauer gleichermaßen.

Ursprünge und Entwicklung

Alle japanischen Kampfsportarten gehen auf die älteste Kampfsportart der Welt, Kalaripayattu, zurück. Sie stammt aus Indien und wurde von Mönchen über China bis nach Japan gebracht. Jutsu bedeutet Technik oder Kunst. Die Silbe „Do“ auf die viele japanische Kampfkünste enden, bedeutet Weg. So wird zum Beispiel ein Jutsu erst mithilfe mentaler Prinzipien und geistigen Trainings zum Do, also zum Weg. Dieses Beispiel zeigt die Bedeutung des mentalen Anteils am Budo.

Prinzipien und Philosophie

Alle japanischen Kampfkünste berufen sich auf unterschiedliche Schulen oder Stile, die „Ryu“. So wurde in der ersten Jujutsu-Schule, die 1532 gegründet wurde, als erstes die sogenannte „Technik des Greifens“ gelehrt. Ein weiterer wichtiger Bestandteil japanischer Kampfkünste ist der Respekt: vor dem Trainer „Sensei“, den anderen und sich selbst. Grundlegend für das Voraussehen der generischen Aktionen ist das „Mu“ - die Leere. In diesem Zustand sollen keine störenden Gedanken den Kampf beeinträchtigen.

Bekannte Budo-Arten

Eine weitere bekannte japanische Kampfsportart ist Karate, zu Deutsch die „leere Hand“. Sie stammt aus der Zeit, als nur Samurai Waffen tragen durften. Doch wer das hochgefährliche Karate beherrschte, konnte sich auch unbewaffnet gegen mehrere Gegner verteidigen. Sehr bekannt und legendär sind auch heute noch die Ninja oder Shinobi mit ihrer Kampfkunst Ninjutsu oder Ninbu.

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Budo Heute

Als Japan nach dem Zweiten Weltkrieg von den USA besetzt war, wurden Jujutsu und Karate verboten. Heute ist natürlich keine Kampfkunst mehr verboten, lediglich einige ernsthaft gefährliche Techniken sollen nicht mehr ausgeübt werden. Japanischer Kampfsport verzichtet oft auf Waffen. Der Kämpfende soll sich stattdessen durch eine geschulte Reaktion und das gezielte Nutzen seiner Energie zur Wehr setzen können.

Traditionelle Ausrüstung

Stirnbänder: Sie saugen beim japanischen Kampftraining nicht nur den Schweiß auf, sondern geben dem Tragenden durch Aufschriften Botschaften mit auf den Weg: „Hissho“ für sicherer Sieg oder „Yuusha“ für Held. Die Stirnbänder bestehen aus reiner Baumwolle und sind sehr angenehm zu tragen. Ein Tenugui das traditionelle japanische Handtuch besteht aus dünnem Baumwollstoff und kann sehr universell verwendet werden. Kung-Fu Schuhe bestehen aus festem Segeltuch und einer Stoffsohle und sind leicht am typischen Schlitz auf der Oberseite zu erkennen. Die Stoffsohle ist mehrfach gesteppt, bietet Halt und Flexibilität zugleich.

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