Bavaria Germany Handarbeit 22 Karat Gold Geschichte

Original Espresso Tassen von RW WOLFRAM WIESAU Bavaria - in Weiß mit goldenen Applikationen werden immer wieder angeboten. Auch Sammeltassen von Bavaria sind ideal für Sammler.

Bodenmarken auf Keramik und Porzellan sind für Sammler und Liebhaber sehr wichtig, da die kleinen Zeichen und Symbole auf Hersteller und Entstehungsgeschichte des Stücks hinweisen.

Doch der zarte Schriftzug Bavaria findet sich auf Porzellanartikeln vieler verschiedener Hersteller wieder und steht nicht für die eigene Marke einer Porzellanmanufaktur.

Es gab zwar einige Jahre tatsächlich eine Porzellanmarke Bavaria mit eigenem Stempel, doch das einzelne Wort Bavaria, das auf altem Geschirr von Hutschenreuther, Rosenthal oder Tirschenreuth gestempelt ist, weist lediglich auf den Herkunftsort hin: Bavaria, dieses Porzellanteil stammt aus Bayern.

Die Geschichte des Porzellans in Deutschland

Um die Bedeutung des Schriftzugs "Bavaria" zu verstehen, muss man einen kurzen Blick in die Geschichte des Porzellans in Deutschland werfen.

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Ab dem 16. Jahrhundert kam das wunderbare, glänzende und überaus praktische „weiße Gold“ nach Deutschland und begeisterte kaufkräftige Zeitgenossen. Auch der sächsische Kurfürst August der Starke schwärmte von dem durchsichtig leuchtenden Geschirr.

Seinem adeligen Gelehrten von Tschirnhaus und dem Alchemisten Böttger gelang es im Jahre 1709 tatsächlich, weißes Porzellan herzustellen. Ein Jahr später gründete der sächsische Herrscher seine eigene Porzellanfabrik in Albrechtsburg in Meißen.

Meißener Porzellan war konkurrenzlos und brauchte keinen Stempel. Erst 1722 begann in Europa das Markierungssystem für Porzellan.

Warum "Bavaria"?

Warum musste jetzt auch die Herkunftsregion ausgewiesen werden? Warum genügten die Bodenmarken nicht mehr, die gekreuzten Schwerter des Meißner Porzellans oder die bayerische Raute der Nymphenburger Manufaktur?

Weil ab 1887 bei allen Waren, die nach England oder dessen Kolonien exportiert wurden, das Herkunftsland erkennbar sein musste.

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Neben dem Markenzeichen stand jetzt zusätzlich auf jedem Teil Bavaria, Silesia oder Saxonia, sprich Bayern, Schlesien und Sachsen. Der simple Schriftzug Bavaria zeigte also, dass das jeweilige Geschirrteil aus Bayern stammte.

Ab 1887 musste das Herkunftsland auf Waren, die nach England exportiert wurden, erkennbar sein. Mittlerweile muss auf allen Teilen der Schriftzug "Germany" als Herkunftsland angegeben sein.

Bayern als Zentrum der Porzellanherstellung

Wie kam es dazu, dass ausgerechnet in Bayern eine blühende Porzellanindustrie entstand?

In Thüringen, Schlesien und Oberfranken in Bayern gab es alles, was man für die Porzellanherstellung brauchte: den Rohstoff Kaolin, entdeckt von Carolus Magnus Hutschenreuther in der Umgebung von Hohenberg an der Eger, Brennmaterial für die Öfen (Holz und Kohle) und Arbeitskräfte im Überfluss.

Die Region war arm und durch die Entwicklung des mechanischen Webstuhls waren Weber in großer Zahl arbeitslos geworden. Sie standen für die Arbeit in den Porzellanfabriken zur Verfügung.

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1747 wurde die Manufaktur Nymphenburg bei München gegründet, neben den fürstlichen Manufakturen entstanden auch private Betriebe. Bayern, insbesondere die Region zwischen den Städten Selb und Weiden, wurde sehr bedeutend für die Porzellanherstellung.

Bis zu 90 Prozent des deutschen Porzellans wurde zwischenzeitlich hier produziert. Allein zwischen dem 19. und dem 20. Jahrhundert wurden weit über zwanzig Porzellanbetriebe in der Region gegründet.

Eine der berühmtesten Porzellanfabriken in der Region sollte der Betrieb von Magnus Hutschenreuther werden. Doch auch Firmen wie Rosenthal oder Schönwald haben bis heute Klang und Namen in der Branche.

Doch - wie gesagt - der Schriftzug Bavaria selbst wies nur auf die Herkunftsregion hin, nicht auf einen bestimmten Hersteller. Nein, der Schriftzug Bavaria selbst sagt noch nichts über die Qualität des Porzellans aus.

Oft enthält der Stempel einen charakteristischen Bestandteil des Landeswappens, Nymphenburger Porzellan beispielsweise schmückt die weiß-blaue Raute. Oder die Anfangsbuchstaben des Besitzers CHS- wie Christian Heinrich Schumann (1876 - 1879) - sind in der Marke verewigt. Wechselte eine Fabrik den Besitzer, änderte sich häufig auch die Bodenmarke.

Manchmal weist das Porzellan in seinem Wappen auf den Eigentümer hin. Meißener Geschirr für August den Starken war eindeutig gekennzeichnet mit den blauen Buchstaben AR oder FA. Sie stehen für August Rex - König August - oder für seinen Vornamen Friedrich August.

Heute weist eine Eigentumsmarkierung auf Porzellan nicht mehr unbedingt auf ein Fürstenhaus hin. Auch profane Hotelketten oder Airlines haben Porzellan mit eigener Marke.

Die eigentliche Porzellanmarke, die Fabrikmarke, bezeichnet den Herstellerbetrieb, aber nicht nur das. Porzellanmaler fügen ihre Signatur oder ein Monogramm dazu. Daneben kann die Marke auch Hinweise auf den Dekor oder den Herstellungszeitraum enthalten.

Für Porzellankenner und -liebhaber bieten Bodenmarken eine Fülle von Informationen und Hinweisen, um Herkunft und Alter von Geschirr zu bestimmen.

Eine gute Möglichkeit, das eigene Porzellan mitsamt der Bodenmarke zu bestimmen, bieten Nachschlagewerke bzw. Bücher, spezialisierte Internetseiten oder moderne Bilderkennungssoftware. Zu den Nachschlagewerken zählen zum Beispiel Deutsche Porzellanmarken von 1710 bis heute von Robert E. Röntgen oder Porzellanmarken aus aller Welt von Emanuel Poche.

Bekannte Porzellanhersteller in Bayern

In Bayern wurden sehr viele Porzellanfabriken gegründet und entsprechend oft findet sich der Schriftzug Bavaria auf altem Porzellan. Manche Namen der einst stolz und hoffnungsvoll gegründeten Unternehmen sind heute nur noch Porzellanliebhabern bekannt. Hier sind einige der bis heute berühmen Hersteller.

  • Um 1814 gründete Carolus Magnus Hutschenreuther eine Porzellanmalerei und legte damit den Grundstein für die später blühende Porzellanindustrie Nordbayerns. Spätestens 1822 entstand die Porzellanfabrik, die durch ihre wunderbaren Dekore mit Goldätzkanten und leuchtend blauer Kobaltglasur Adel und Staatsoberhäupter begeisterte.
  • Die Porzellanfabrik Moschendorf in Hof-Moschendorf in Bayern wurde 1878 gegründet und 1957 geschlossen. Über viele Jahrzehnte exportierte sie Ziergeschirr, Gebrauchsgeschirr und Porzellankopfpuppen weltweit. Eine besondere Spezialität war die Unterglasur-Blaumalerei mit dem Zwiebelmuster, dem Strohblumenmuster oder dem Strohhalmmuster.
  • Viele Jahre lang saß Philipp Rosenthal persönlich im Aufsichtsrat.
  • 1879 gegründet, legte die Porzellanfabrik Schönwald in Schönwald Bayern früh Wert darauf, besonders haltbares Gebrauchsgeschirr, Festongeschirren oder Kaffeeservices herzustellen. Heute produziert die Firma Hotelporzellan und gehört zu BHS-Tabletop, das 1998 aus der Hutschenreuther AG hervorging.
  • 1879 gründet Rosenthal in Selb in Bayern seine Porzellanfabrik und ist bis heute einer der bekanntesten Porzellanhersteller Deutschlands. In den vergangenen Jahrzehnten hat die Firma sehr erfolgreich mit vielen namhaften Designern zusammengearbeitet. Künstler aus Japan, Israel, USA oder England haben zahlreiche Porzellanlinien gestaltet.
  • 1880 gegründet und 1992 geschlossen wurde die Porzellanfabrik Zeh, Scherzer und Co. in Rehau in Bayern. Über viele Jahre exportierte die Firma insbesondere in die USA höchst erfolgreich - mehr als 70 Prozent der Produktion.

Eine echte Rarität ist diese vintage Konfektschale aus der Manufaktur Kleiber, Bavaria, die durch ihr edles Blumenmotiv und eine luxuriöse 22 Karat Goldauflage besticht. Die aufwendige Handarbeit aus den ca. 60er Jahren verleiht jedem Raum einen besonderen Glanz.