Edelsteine üben seit jeher eine große Faszination auf den Menschen aus. Schon in der Steinzeit schmückten sich unsere Vorfahren mit schönen Mineralien und auch heute sind Edelsteine als Schmuck, Sammlerstücke oder Wertanlage sehr beliebt.
Im Gegensatz zu einer Goldmünze, deren Wert in erster Linie durch den aktuellen Goldpreis bestimmt wird, kommt es bei Edelsteinen auf die individuelle Beschaffenheit des einzelnen Stücks an.
Bei Edelsteinauktionen werden immer wieder Rekorde gebrochen.
Die Faszination des Topas
In Lessings berühmter Ringparabel aus dem Drama “Nathan der Weise” steht ein Ring, in den ein Opal eingelassen ist, im Mittelpunkt.
Der Topas kann mit einer Fülle anderer Edelsteine verwechselt werden, am einfachsten wohl mit Aquamarin, Citrin, Beryll, Chrysoberyll und Turmalin.
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Der griechische Begriff „Topazos“ leitet sich möglicherweise von dem Namen einer Insel im Roten Meer namens Topazios ab. Höchstwahrscheinlich war dies die Insel Zebirget (Sebirget, Zabargad et al.). Der Inselname Topazios leitet sich wiederum von dem Wort Topazin oder Topazein ab, was „suchen“ oder „vermuten“ bedeutet, da die Insel meist durch Nebel verdeckt und daher schwer zu finden war.
In Band 37 seines monumentalen Werkes Naturalis Historia schreibt Plinius über Topazos von der Insel im Roten Meer.
Imperial Topas: Ein Kaiserlicher Edelstein
Ein Edelstein mit vielen Namen. Der Name Imperial-Topas wird aus dem Englischen mit Kaiserlicher Topas übersetzt.
Die Bezeichnung Kaisertopas, teilweise auch Königstopas, ist zwei Umständen zu verdanken. Zum einen war die Farbe Gelb lange Zeit ausschließlich Königen und Kaisern vorbehalten. Nur sie durften sich mit gelben Gewändern schmücken. Zum anderen ist der Name Imperial-Topas eine Anspielung auf die Tatsache, dass die kaiserlich-gelben Topase im späten 18. Jahrhundert als Edelstein in den Kronjuwelen russischer Zaren sehr beliebt waren.
Imperial-Topas ist die Beschreibung für orangefarbenen, goldbraunen, goldgelben und pinken Topas, wobei das Gelb von nahezu farblos über ein reines Gelb bis hin zu wein-, sonnen- und zitronengelben Nuancen reicht. Häufig weisen gelbe Topase eine deutlichen Stich ins Rötliche auf, sodass die Farbe auch orange wirken kann.
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Auf dem Edelsteinmarkt ist es üblich, die Farbe von Mineralien zu korrigieren bzw. Steinen eine andere Farbe zu verleihen. Während Blautopas vergleichsweise einfach mittels Bestrahlung aus gelben oder weißen Topasen erzeugt werden kann, sind farbverändernde Verfahren zur Gewinnung von Imperial-Topas schwer zu realisieren bis unmöglich.
Bislang ist es nicht gelungen, den Farbton von Kaiserlichem Topas aus anderen Topasen zu kreieren. Lediglich die Intensivierung der Farbe mittels Brennen ist möglich. Dazu werden hellere Steine vorsichtig erhitzt. Die Farbe wird dunkler und präsentiert den wertvollen Pinkton von Imperial-Topas. Aus diesem Grund ist die überwiegende Mehrheit aller angebotenen Imperial-Topase unbehandelt und die Farbe natürlichen Ursprungs.
Dass eine Farbkorrektur vorgenommen wurde, ist anhand von Hinweisen wie heated Imperial-Topas, gebrannter Imperial-Topas, erhitzter Imperial-Topas oder veredelter Imperial-Topas zu erkennen.
Die ersten Vorkommen von Imperial-Topas wurden im Jahr 1768 in Brasilien beschrieben. Vor allem die Edelsteinminen im Bundesstaat Minas Gerais, und insbesondere die Mine Antonio Pereira, haben sich weltweit einen Namen in Hinblick auf den Abbau von Imperial-Topas gemacht. Weitere Fundorte von Imperial-Topas befinden sich im Ural/Russland und in Pakistan.
Imperial-Topas ist eine Seltenheit.
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Um die Farbe und Reinheit der farbigen Edelsteine zu betonen, finden vor allem Facettenschliffe (z.B. Asscher-Schliff, Antikschliff, Ovalschliff, Rundschliff, Smaragdschliff, Navette/Marquiseschliff, Kissenschliff, Oktagonschliff) Anwendung.
Fundorte des Topas
Topas kommt weltweit an vielen Orten vor, an denen Gesteine wie Pegmatit und Rhyolith gebildet werden.
Brasilien ist seit Jahrzehnten die wichtigste Topasquelle der Welt. Fast der gesamte hochwertige Imperialtopas der Welt wird im Bundesstaat Minas Gerais im Südosten Brasiliens produziert. Die Minen von Ouro Preto und Capao sind die wichtigsten Quellen für gelbe, orangefarbene, rosa, rote und violette Topaskristalle für den Edelstein- und Mineralienmustermarkt.
Pakistan ist eine kleinere, aber bemerkenswerte Quelle für rosa, rote und violette Topase.
Sri Lanka ist eine sehr wichtige Quelle für farblosen Topas.
Andere Quellen von Topas sind: Australien, Indien, Madagaskar, Mexiko, Myanmar, Namibia, Nigeria, Russland und Simbabwe.
Topas Wert pro Karat
Imperial-Topas reiht sich in die Liste der seltensten und teuersten Edelsteine der Welt ein.
Der Preis von Imperial-Topasen wird aus dem Zusammenspiel des Gewichts, der Farbe und Reinheit sowie dem Schliff individuell ermittelt. Eine allgemeingültige Preisliste für Imperial-Topas gibt es nicht.
Im Durchschnitt beträgt der Preis von Imperial-Topas abhängig von Qualität zwischen 100 bis 1000 Euro pro Karat, wobei der Wert von pinken Imperial-Topasen am höchsten eingestuft wird.
Faktoren, die den Wert eines Edelsteins beeinflussen
Der Wert von Edelsteinen hängt von zahlreichen Faktoren ab. Neben der Art des Steins spielen auch Eigenschaften wie die Größe, Reinheit und Farbe eine wichtige Rolle für den Preis. Bei Diamanten nennt man diese Qualitätsmerkmale die 4Cs.
Innerhalb der Edelstein- und Schmuck-Branche werden Preise in Dollar oder Euro pro Karat (.ct), um eine Vergleichbarkeit zu schaffen.
Das Gewicht von Edelsteinen wird in Karat oder Carat gemessen, wobei 1 Karat (.ct) 0.2 Gramm entspricht.
Karat als Gewichtseinheit darf nicht mit Karat als Maß für die Reinheit von Gold verwechselt werden.
Die Qualität und Seltenheit von Edelsteinen bestimmten ihren Wert. Es gibt 9 Faktoren, die ihren Wert beeinflussen. Diese sind:
- Farbe (Color)
- Reinheit (Clarity)
- Schliff (Cut)
- Karat (Carat)
- Herkunftsland (Origin)
- Form (Shape)
- Zertifizierung (Gem report)
- Behandlung (Treatment)
- Lieferkette (Supply chain)
Die ersten 4 Faktoren werden gemeinhin als die 4C's der Edelsteine bezeichnet.
Die Bedeutung der Farbe
Wenn ein Edelstein farbig ist, bestimmt zu einem großen Teil diese Farbe den Wert des jeweiligen Edelsteins. Dabei wird am höchsten geschätzt, wenn ein bestimmter Edelstein eine intensive, kräftige und besonders reine Farbigkeit aufweisen kann. Dann schnellt der Preis pro Karat sehr schnell in die Höhe und es können im Bestfall Spitzenpreise erreicht werden.
Wenn ein bestimmter Edelstein zu hell oder zu dunkel für seinen Typ ist, ist er in der Regel auch nicht mehr so viel wert. Mittlere Farbtöne sind bei Edelsteinen beliebter und begehrter auf dem Markt und bei den Sammlern auf der ganzen Welt.
Reinheit und Einschlüsse
Wenn ein bestimmter Edelstein sehr rein und nahezu keine sichtbaren Einschlüsse enthält, ist er besonders teuer und begehrt. Hier werden regelmäßig sehr hohe Preise für Edelsteine erzielt.
Wichtig ist, dass man als interessierter Edelsteinfreund weiß, dass zum Beispiel der Smaragd immer kleine Einschlüsse aufweisen.
Schliff und Glanz
Die Edelsteine müssen in der richtigen Schliffart geschliffen werden, damit das zum Auge reflektierte Licht maximiert wird. Leider müssen Edelsteinschleifer oft bei der Bearbeitung eines spezifischen Stückes oft Kompromisse machen.
Größe und Gewicht
Bei bestimmten Sorten der Edelsteine, wie zum Beispiel dem Quarz wird der Preis pro Karat größer mit zunehmendem Gewicht des Steins.
Festhalten kann man im Allgemeinen, dass größere Steine auch mehr kosten auf dem Markt. Außerdem sind sogenannte geeichte Größen auch teurer als einfachere Edelsteine.
Form des Edelsteins
Bestimmte Formen von gewissen Edelsteinen haben auch einen höheren Preis als andere Steine. In der Regel sind rund geschliffene Steine meist teurer als andere.
Behandlungsmethoden
Mit verschiedenen wichtigen Methoden der Behandlung kann man das Aussehen eines Edelsteins erheblich beeinflussen. Hierzu zählen zum Beispiel die Wärmebehandlung, das Füllen von Rissen, die Bestrahlung und die sogenannte Diffusion.
Leider kostet ein behandelter Edelstein immer weniger als ein reines Exemplar, das in dieser Form schon in der Natur gefunden wurde.
Herkunft des Edelsteins
Edelsteine aus bestimmten Ländern sind teurer als andere. Hier sollte man sich bei einem erfahrenen Fachmann einen Rat holen, bevor man einen bestimmten Edelstein käuflich erwirbt.
So stehen zum Beispiel bestimmte Edelsteine aus den Ländern Burma, Kaschmir, Sri Lanka und Brasilien sehr hoch im Kurs auf dem Markt und erzielen regelmäßig höchste Preise beim Handel.
Mode und Trends
Es gibt bestimmte Edelsteine, die immer in Mode sind. Hierzu zählt zum Beispiel der beliebte blaue Saphir, der sowohl bei Kunden als auch bei Sammlern stets begehrt ist.
Lieferkette
Auf dem Weg vom Abbau zum Kunden gehen die Edelsteine in der Regel durch viele Hände. Alle wollen daran verdienen und einen Gewinn machen. Umso mehr "Hände" es sind, desto höher äußert sich das später am Preis des jeweiligen Edelsteins.
Preisbeispiele für andere Edelsteine (pro Karat)
Um einen besseren Überblick über die Preisgestaltung von Edelsteinen zu geben, hier einige Beispiele:
| Edelstein | Preis pro Karat (ungefähr) |
|---|---|
| Alexandrit | Sehr variabel, von wenigen hundert bis zu 30.000+ € |
| Smaragd | Ab 50 € bis zu mehreren tausend € |
| Blauer Diamant | Bis zu 4 Millionen Dollar |
Diese Preisunterschiede verdeutlichen, wie wichtig es ist, die verschiedenen Faktoren zu berücksichtigen, die den Wert eines Edelsteins bestimmen.
Behandlung von Topas
Heute sind die meisten Topase, die in Kaufhäusern und Juweliergeschäften in Einkaufszentren zu niedrigen bis moderaten Preisen angeboten werden, in einem Labor behandelt worden.
Fast der gesamte blaue Topas, der heute in Geschäften angeboten wird, ist farbloser Topas, der bestrahlt und dann erhitzt wurde, um eine blaue Farbe zu erzeugen.
Einige Topase werden mit einem Metalloxid beschichtet, das dem Stein einen mehrfarbig irisierenden Glanz verleiht. Diese Steine, die als „mystische Topase“ bekannt sind, scheinen ihre Farbe zu verändern, wenn der Betrachter den Stein unter Licht bewegt oder den Beobachtungswinkel ändert.
