Eine Prüfung abzulegen und einen farbenen Gürtel tragen zu dürfen, stellt für viele Neulinge in den Kampfkünsten eine sehr grosse Motivation und Bestätigung ihres Engagements dar. Das stärkt das Zugehörigkeitsgefühl zum Verein und zu den Sportsfreunden.
Ursprünglich trugen die Kämpfer nur schwarze und weise Gürtel (Obi). Diese dienten dazu, den Kampfanzug (Dōgi/Budōgi) zusammen zu halten.
Erst der Begründer des Judo, Kanō Jigorō führte ab 1880 weitere Farben ein, als sich die Kampfkünste zum Kampfsport (Budosport) entwickelten. Die Schüler trainierten nun nicht mehr nur in Kleingruppen persönlich bei "Ihrem" Meister, sondern in größeren Gemeinschaften. Anhand der farbigen Gürtel konnte der Meister einfacher den Überblick behalten und die Schüler entsprechenden Untergruppen zuordnen.
Seit 1895 wurden 6 Schülergrade (Kyū) vergeben, wobei 6. der Niedrigste, und 1. der Höchste war.
Später wurden hier bei uns im "Westen" weitere Farben hinzugefügt, vor allem um die langen Wartezeiten zur nächsten Prüfung gerade für Kinder zu verkürzen und überschaubar zu machen.
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Je nach Kampfkunst gibt es eine unterschiedliche Anzahl von Schülergraden: beim Aikido, Kobudu und Jiu Jitsu sind es z.B. 6 Kyū`s. Meist finden 5 verschiedene Farben Verwendung. Bei machen Stilrichtungen tragen die Schüler zweifarbige Gurte, um einen Übergang zu symbolisieren. Andere verleihen 3 oder 4 Braungurte. Teilweise werden auch graue und violette Gürtel verwendet.
Die meisten Verbände überlassen es den Vereinen, Gürtelfarben zu verteilen, denn in aller Regel werden nur die höheren Grade an die Zentrale gemeldet, wo sie dann mit Name, Vorname, Datum und Grad in einem zentralen Register notiert werden.
Von weiß bis schwarz: Es gibt verschiedenfarbige Taekwondo-Gürtel - ähnlich wie beim Karate. Wer die nächste Farbe, also die nächste Stufe erreichen möchte, muss dafür eine Prüfung absolvieren.
Ursprünglich gab es beim Taekwondo vier Gürtelfarben: weiß, blau, rot und schwarz. Diese Farben finden sich auch in der Südkoreanischen Flagge wieder. Mittlerweile wurden die vier Farben um weitere ergänzt. Hinzugekommen sind gelb, grün und braun.
Die Gürtelfarben unterteilen sich wiederum in unterschiedliche Klassen.
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- Kup sind Schülerklassen. Diese gehen abwärts zählend von zehn (weiß) bis eins (rot).
- Bei den Meisterklassen wird zwischen Dan und Poom (rotschwarz, schwarz) unterschieden. Getragen wird er von Jugendlichen unter 15 Jahren, die die Kunst bereits meisterhaft beherrschen.
Schwarz tragen allein die Taekwondo-Meister. Innerhalb des schwarzen Gürtels wird in einzelne Klassen unterteilt. Innerhalb des ersten bis dritten Dan gilt man als Meisterschüler.
Die verschiedenfarbigen Gürtel stellen die Graduierung, also die Erfahrung des Aktiven im Taekwondo dar.
- Weißgurt 10. und 9.
- Gelbgurt 8. und 7. Ist die Erde, in der eine Pflanze ihre Wurzeln schlägt.
- Grüngurt 6. und 5. Ist die Pflanze, die wächst.
- Blaugurt 4. und 3. Ist der Himmel, in den die Pflanze zu einem mächtigen Baum heranwächst.
- Rotgurt 2. und 1. Ist die Gefahr des Schülers sich zu überschätzen und weist ihn darauf hin, sich zu kontrollieren.
- Schwarzgurt 1- bis 9. Ist das Gegenteil von Weiß und zeigt das Können und die Reife im Taekwon-Do.
Es geht nicht darum eine bestimmte Farbe zu bekommen. Die Farbe sagt vielleicht etwas darüber aus WAS du kannst. Dein Gürtel steht für den Weg, welchen du gegangen bist, für Abläufe & Techniken, die du erlernt hast, für eine Stufe, welche Du nun erreicht hast. Es ist ein Zeugnis, eine Auszeichnung. Er sagt jedoch nichts darüber aus, WER du bist.
Sowenig wie dein Schulzeugnis über deinen Charakter bzw. dich als Mensch Auskunft gibt, tut es auch dein Gürtel (nicht).
Ambivalent & unentschlossen: Wie keine andere Farbe symbolisiert Orange im alten China den Wandel zwischen Denken & Handeln, Irdischen & Himmlischen, Diesseits & Jenseits, Stillstehen & Voranschreiten, Ying & Yang. Die ersten Pflänzchen brechen durch, im Schüler reift Erkenntnis. Die Anstrengungen haben sich gelohnt.
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Er agiert individuell angemessen (feiner abgestimmt) auf die Trainingssituation und besitzt ein vielseitigeren Fundus an Handlungsalternativen. Der Lehrer wird nicht mehr nur kopiert, der Schüler beginnt selbst zu variieren. Das Äußere, das Zeigen ist ihm wichtig (cool sein 😎).
Schwarz, die Farbe der Meisterschaft und des Weltalls, die alle Farben einschließt, dass Symbol für Wissen, Erfahrung und Autorität des Lehrers.
Der Schüler hat seine Kunst, den Weg und vor allem sich Selbst gemeistert.
"Für mich ist der Schwarze Gürtel Auszeichnung und Last. Geschenk und Aufgabe. Die Verantwortung, außerhalb vom Dojo, ohne Gi und Obi, meisterlich zu Leben und zu Handeln. Das, was ich auf der Matte von meinen SchülerInnen erwarte, selbst zu tun.
Steht für: Eleganz, Macht, Bedrohlichkeit, Würde, Exklusivität, Individualität, Nüchternheit, Sachlichkeit und Kompetenz.
"Der schwarze Gurt und der weiße Gurt sind beide gleich. Der Weiß-Gurt ist der Beginn der Technik, der Schwarz-Gurt der Beginn des Verstehens.
Doch viel wesentlicher ist die psychologische Wirkung auf den Schüler. Die Auszeichnung die neue Farbe tragen zu dürfen, etwas geschafft zu haben, stolz auf sich sein zu können. Erstaunlich ist oft der Entwicklungssprung im Training NACH der Verleihung. Eine Art "selbsterfüllende Prophezeiung".
Es fühlt sich toll an endlich die neue Farbe tragen zu dürfen, jedes Mal in der Umkleide, beim Anlegen des Gürtels denkt der Schüler daran (selbst mir als Lehrer geht es nach vielen Jahren immer noch so). Die positive Erwartung des Trainers, der Anderen ("Du bist jetzt ein Grün-Gurt!") spornt an. Einen neuen Gürtel tragen zu dürfen, zeigt auch die (soziale) Anerkennung durch den Lehrer bzw. bei den Dan-Graden durch die verleihende Organisation. Es ist eine "Auszeichnung".
