Einen Taekwondo-Gürtel zu binden ist am Anfang gar nicht so einfach, gelingt mit etwas Übung aber immer leichter. In diesem Artikel verraten wir, welche Schritte hierfür nötig sind.
Der Taekwondo Gürtel - Mehr als nur eine Abstufung
Der Taekwondo Gürtel - es gibt ihn in unterschiedlichen Farben und er wird in verschiedenen Kampfkünsten zur Graduierung der Schüler und Meister verwendet. Steckt noch mehr dahinter? Oder ist der Gürtel einfach nur ein einfaches Accessoire um sein Können zu zeigen?
Der Taekwondo Gürtel ist mehr als nur ein Zeichen der Graduierung. Richtig gebunden, kannst du dein „Qi“ aktivieren und so effektiv im Kampf nutzen.
Der im Taekwondo getragene Anzug heißt Dobok. Die Hose reicht bis zu den Fußknöcheln. Der Ty (Gürtel) hat eine Länge die für die zweimalige Umwicklung der Taille reicht. Außerdem müssen nach dem Binden des Knotens beide Gürtelenden in gleicher Länge ca. 30 cm herunterhängen.
Anleitung zum Taekwondo-Gürtel binden
Wenn Sie die Sportart Taekwondo richtig ausüben möchten, müssen Sie es beherrschen, sich den Gürtel richtig umzubinden. Gehen Sie hierzu wie folgt vor:
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- Legen Sie als erstes die Mitte des Gürtels auf die Mitte Ihres Bauches.
- Anschließend müssen Sie das rechte Ende des Gürtels um den Bauch herumlegen.
- Nun wickeln Sie das linke Ende ebenfalls um Ihren Körper. Sie haben nun drei Gürtellagen.
- Nehmen Sie davon das oberste Ende und schlingen Sie es einmal um alle Lagen herum.
- Schlingen Sie es hierzu erst nach unten und anschließend zurück zum Bauch.
- Zuletzt schieben Sie es an Ihrem Bauch entlang nach oben.
- Zuletzt muss noch ein Knoten gemacht werden. Hierzu legen Sie das obere Ende über das untere Ende des Gürtels.
- Diese liegen jetzt über Kreuz. Damit hieraus ein Knoten wird, muss das obere Stück durch das sich so bildende Loch gezogen werden.
Alternative Variante zum Binden des Gürtels
Es gibt zwei Varianten den Gürtel zu binden:
- Legt die Mitte des Gürtels auf den Bauch.
- Beide Gürtelenden werden nach hinten geführt.
- Im Rücken wird das von rechts kommende Gürtelende unter das von links kommende Gürtelende geführt. (Die jetzt folgenden Schritte 4 und 5 sollten gleichzeitig ausgeführt werden).
- Dieses untergeschobene Ende wird nun bis zur Bauchmitte weitergeführt und hängt dort unter dem Gürtel nach unten.
- Das andere, im Rücken von links kommende Ende wird oben bis zum Bauch weitergeführt, und zwar etwas weiter als bis zur Bauchmitte.
- Dieses Ende wird nun von unten nach oben, unter beiden Gürtellagen durchgeschoben.
- Jetzt werden beide Gürtelenden über kreuz gelegt, und zwar so, dass das obere Gürtelende auf das untere gelegt wird.
- Das obere Ende wird um das untere gewickelt und von unten in die entstehende Öse gesteckt. Jetzt ordentlich festziehen und der Knoten ist fertig.
Das Ende, welches von links kommt wird über das Ende, welches von rechts kommt gelegt und beide Enden werden wieder nach vorn geführt, dabei verläuft das Ende was links läuft unter dem anderen nach vorn. Wenn beide Enden wieder vorn sind liegt das von links kommende Ende unter dem Gürtel und das von rechts kommende außen. Das außen liegende Ende (von rechts) wird nun unter dem gesamten Gürtel nach oben durchgesteckt. Achtet darauf, das keine Verdrehung entsteht. Jetzt könnt ihr den Gürtel soweit zuziehen, das er locker auf den Hüften sitzt und die Enden vom Gürtelknoten aus gesehen gleich lang sind. Mit dem rechten Ende wird nun eine Schlaufe gelegt und das linke Ende von oben durch diese Schlaufe durchgefädelt. Wenn ihr alle Schritte so ausgeführt habt, sollte euer Gürtel locker auf Hüfthöhe am Körper anliegen, nicht abschnüren und nicht rutschen.
Weitere Tipps für den perfekten Sitz
Damit dieser auch akkurat sitzt, sollten Sie folgende Tipps befolgen:
- Überprüfen Sie immer wieder, dass sich der Gürtel nicht verdreht.
- Außerdem sollten Sie die Gürtellagen immer direkt übereinander legen.
- Der Gürtel sollte weder zu weit sein noch zu eng sitzen, da er sonst beim Sport stört. Nach einigen Trainingseinheiten entwickeln Sie schnell ein Gefühl für die richtige Stärke.
- Im besten Fall sollten die Gürtelenden vor dem Binden des Knotens gleich lang sein.
Der Ursprung der Gürtel-Graduierungen
Die erste Einteilung in Leistungsgrade fand im Jahr 1883 durch den Begründer des Judo, Kano Jigoro statt. Er unterteilte zudem das erste Mal seine Schüler in “Graduierte” und “Nicht-Graduierte” ein. Im Jahr 1887 wurden durch Kano Jigoro sogar die ersten farbigen Gürtel (Weiß, Braun und Schwarz) zur Kennzeichnung der Rangfolge bei seinen Schülern eingeführt. Nach seinem Tod im Jahr 1938 hat sich überdies das farbige Graduierungssystem in Europa bewährt. Dadurch wird auch die Rangfolge bestimmt, zuerst stellen sich die Ranghöchsten in einer Reihe auf und daraufhin gesellen sich die Rangniedrigsten.
Taekwondo Gürtel - Anzahl & Farben im Überblick
Im Taekwondo wurden damals die 4 Farben der koreanischen Flagge (Weiß, Blau, Rot und Schwarz) für die Gürtelgrade verwendet. Später kamen noch die Farben Gelb, Grün und Braun hinzu. Deutschland verwendet außerdem ganze 11 Gürtelfarben +1 zweifarbigen Gürtel für die Poomträger, die aus den Farben Weiß, Gelb, Grün, Blau, Rot und Schwarz bestehen.
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Die Gürtelfarben Taekwondo sind wie folgt:
- 10. Weiß
- 9. Weiß-Gelb
- 8. Gelb
- 7. Gelb-Grün
- 6. Grün
- 5. Grün-Blau
- 4. Blau
- 3. Blau-Rot
- 2. Rot
- 1. Rot-Schwarz
- 1. bis 9. Dan Schwarz
- 1. bis 4. Poom - rot-schwarz längsgestreift
Bei den Poomträgern handelt es sich um Kinder, die noch zu jung (unter 16 Jahre) sind, um ihren 1. Dan zu machen. Diese werden erst in Poomklassen von 1-4 eingeteilt und später, wenn sie das 16. Lebensjahr erreicht haben, wird ihr Poom-Grad in einen Dan-Grad umgewandelt.
Die Bedeutung der Farben im Detail
Allen Gürtelfarben wurde übrigens eine unterschiedliche Bedeutung zugesprochen, vom Weiß- bis zum Schwarzgurt.
- Schwarz - hier werden alle Farben in sich vereint, der Schüler wurde zum Meister und gibt sein Wissen an die Nächsten weiter
Theoretisches Wissen Taekwondo Gürtel reinigen - die richtige Pflege
Deine Taekwondo Kleidung solltest du nach dem Training niemals in deiner Sporttasche belassen, sondern direkt offen trocknen lassen. Da sich sonst ungewünschte Bakterien vermehren können und diese verursachen einen muffigen Geruch. Der Gürtel sollte zudem nicht häufig gewaschen werden, weil dieser nicht im direkten Kontakt mit dem Körper oder Schweiß gerät. Falls es doch mal notwendig sein sollte, beachte die Waschhinweise der Herstellerangaben. In der Regel kannst du den Gürtel bei 30-40 Grad waschen. Direkt nach dem Waschgang empfiehlt es sich, den Gürtel glatt zu ziehen und am besten gerade nach unten aufzuhängen.
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