Kickboxen selber lernen: Eine umfassende Anleitung für Anfänger

Kickboxen ist eine faszinierende Kampfsportart, die für Fitness und Effektivität bekannt ist. Sie erfordert jedoch eine starke Disziplin und eine gute Ausdauer, um sie zu erlernen.

Was ist Kickboxen?

Kickboxen ist eine Kampfsportart, bei der sowohl Schläge als auch Tritte eingesetzt werden. Der Sport hat seinen Ursprung im Karate und entwickelte zwei Hauptvarianten: Die amerikanische Variante, die auf Karate basiert - sogenanntes Full-Contact-Karate -, und die japanische Version, die Karate und thailändisches Boxen - Muay Thai - verbindet. Im Vergleich zu anderen Kampfkünsten zeichnet es sich durch eine hohe Effektivität aus.

Kickboxen vereint zahlreiche Einflüsse in sich, was an verschiedenen Details deutlich wird. So werden bestimmte Tritte beispielsweise nach wie vor wie beim klassischen Karate ausgeführt. Dass bedeutet, dass der Fuß-Spann den Gegner trifft, und nicht wie beim Muay Thai das Schienbein. Die traditionellen Regelwerke des Kickboxens umfassen keine Schläge mit dem Ellbogen, keine Stöße mit dem Knie und keine Tritte gegen die Oberschenkel.

Vorteile des Kickboxens

Kickboxen ist nicht nur dynamisch, sondern auch äußerst spektakulär. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die ganzheitliche Entwicklung. Kickbox-Training fördert Ausdauer und Muskelaufbau. Es ermöglicht effektiven Stressabbau und Sie lernen in Gruppentrainings oder durch die Teilnahme an Wettbewerben viele neue Menschen kennen.

Indem du Kickboxen trainierst, verbesserst du deine Ausdauer, Kraft und Flexibilität. Du wirst auch lernen, wie man sich verteidigt und selbstbewusster wird. Darüber hinaus kann das Training auch dabei helfen, Stress abzubauen und dich mental zu stärken.

Lesen Sie auch: Thai Kickbox Studios Hannover

Kickboxen für Frauen

Kickboxen bietet dir als Frau viele Vorteile. Lass' den stressigen Alltag hinter dir und löse dich von altem Ballast. Don't worry: Beim Kickboxen handelt es sich in 1. Linie nicht um Kampfsport. Stattdessen ist es ein effektiver Mix aus Flexibilität, Koordination und Ausdauer. Dabei stehst du auch nicht im (Box-)Ring, sondern arbeitest gemeinsam im Team, bzw. Durch die Übungen bekommst du ein besseres Gefühl für deinen Körper und deine Kraft. Einer der wohl größten Vorteile ist, dass du beim Kickboxen viele Kalorien verbrennst. Jede Bewegung fordert deinen Body. In 1 Stunde verbrauchst du ca. 800 Kalorien.

Kickboxen lernen: Schritt für Schritt

Auf den ersten Blick erscheint Kickboxen als eine leicht erlernbare Kampfsportart, die nur wenige Techniken beinhaltet. Allerdings sollten diejenigen, die diesen Sport erlernen möchten, den Weg in eine Kampfsportschule machen. Es ist zwar nicht unmöglich diesen Sport zuhause zu lernen, dennoch kann ein erfahrener Kickbox-Trainer hilfreiche Ratschläge geben. Außerdem ist er ein guter Motivator, wenn die eigene Disziplin nachlässt und der Kickboxer das Gefühl hat, nicht mehr weitermachen zu können.

Mindestalter und Voraussetzungen

Die meisten Sportvereine oder Sportschulen setzen ein Mindestalter von zwölf Jahren für Ihre Kickbox-Kurse voraus. Diejenigen, die Kickboxen als Selbstverteidigung und als Sportprogramm betrachten, sollten wissen, dass hierfür keine Altersgrenze existiert. Individuen sind auch für diesen abwechslungsreichen Sport weder zu jung noch zu alt. Allerdings sollten interessierte Personen in einer guten körperlichen Verfassung sein, da der Sport eine hohe Kondition erfordert. Die weiteren Übungen lassen sich mittels Disziplin erlernen. Schließlich beinhaltet das Kickboxen weitaus weniger Techniken als die anderen Kampfsportarten. Es erfordert lediglich einen regelmäßigen Trainingsbesuch und den Willen stets besser zu werden.

Der Trainingsablauf im Verein

Erfahre hier, wie ein Kickboxen Training abläuft, welche Inhalte du lernst und wie dir als Anfänger am Besten der Einstieg in diese Kampfsportart gelingt. Kickboxtraining steigert Kraft, Ausdauer und Beweglichkeit.

  1. Aufwärmen: Das Training beginnt normalerweise mit einem Aufwärmprogramm, um den Körper auf die bevorstehende Aktivität vorzubereiten. Übungen, die den Kreislauf fordern, wärmen gleichzeitig die Muskulatur auf. Beispielsweise kann man einige Runden in der Halle laufen oder Seilspringen. Denkbar ist auch ein leichtes Boxtraining mit Partner im Form eines Sparrings oder Pratzentraining.
  2. Dehnen: Ist die Muskulatur warm, und insbesondere die Beinmuskulatur, kann man mit Dehnübungen beginnen. Die Sehnen und Bänder der Oberschenkel-Innenseite werden bei hohen Beintechniken besonders stark beansprucht und müssen deshalb gut gedehnt werden. Da im Kickboxen die Beintechniken eine große Rolle spielen, ist das Dehnen der Ober-, Innen- sowie Unterschenkel unerlässlich. Anfänger neigen dazu, diese kleine Tatsache zu vernachlässigen. Das kann jedoch ernsthafte Folgen haben.
  3. Technik- und Schlagübungen: Nachdem man gut aufgewärmt und gedehnt ist, geht man häufig zum Lernen oder Verbessern von Techniken über. Zuerst erlernen Sie grundlegende Schlag- und Tritttechniken. Der Trainer oder die Trainerin demonstriert die Techniken und erklärt ihre korrekte Ausführung. Beim Einstudieren der Techniken stellen sich die Trainingsteilnehmer am besten vor einen Spiegel und ahmen die Bewegungen des Trainers nach. Einem guten Trainer gelingt es, den Bewegungsablauf, den Sinn einer Technik sowie häufige Fehler anschaulich und verständlich zu erklären. Auf diese Weise lernen Anfänger zum einen neue Techniken und Fortgeschrittene verbessern ihre Techniken.
  4. Partnerübungen: Anschließend erfolgen in einigen Vereinen Partnerübungen, bei denen Sie abwechselnd Techniken ausführen, während Ihr Gegenüber diese blockiert oder ihnen ausweicht. Zahlreiche Übungen basieren auch auf der Anwesenheit eines Partners. Ein guter Sparringspartner ist eine große Bereicherung für den Trainingsplan. Nicht nur, dass man gemeinsam mehr Spaß hat oder sich gegenseitig motivieren kann, es werden so auch neue Übungsmethoden möglich.
  5. Schlagpolstertraining: Dabei arbeiten Sie mit Schlagpolstern, die von Fortgeschrittenen gehalten werden. Das Training ähnelt dabei stark dem Training am Boxsack, allerdings hast du nun einen Partner, der die Übungen aktivbestimmt und der sich dazu noch bewegen und kontern kann, um das Training so zu intensivieren. Man unterscheidet dabei in drei Niveaustufen. Auf Stufe eins stehen du und dein Partner still und versuchen lediglich die Technik der einzelnen Übungen zu betrachten und zu verbessern. Auf Stufe zwei kommt Bewegung ins Spiel. Nun lauft ihr im Uhrzeigersinn, während ihr dabei vor allem versucht, die Schläge und Tritte aus der Bewegung heraus zu bringen. Auf Stufe drei kommen jetzt noch die Konter hinzu, was bedeutet, dass auch der Sportler mit den Pratzen agieren wird und versucht, bei dir einen Treffer zu landen.
  6. Kraftübungen: Nach der Dehnung folgen Kraftübungen, welche beim Aufbau einer starken Muskulatur helfen sollen. Dazu gehören nicht nur Kniebeugen oder Bauchaufzüge, sondern auch Liegestützen.
  7. Kämpfe: Zuletzt folgen Kämpfe, bei welchen die Trainierenden jedoch Rücksicht auf ihre Sportkameraden nehmen.

Kickboxen zu Hause lernen

Sowohl Anfänger als auch diejenigen, die kein Interesse am Kickboxen haben, vertreten die Auffassung, diesen Sport zuhause erlernen zu können. Zum einen dominiert in der Regel zuhause der Platzmangel, zum anderen fehlen Trainingspartner und die Anleitungen eines fachkundigen Lehrers.

Lesen Sie auch: Kickboxen lernen in Limburg

Kickboxer können in ihren eigenen vier Wänden die Dehnübungen wiederholen. Eine regelmäßige Dehnung sorgt für eine besser gedehnte Muskulatur innerhalb eines kurzen Zeitraumes. Darüber hinaus können Trainierende zuhause Liegestützen, Sit-Ups und Kniebeugen trainieren. Sie bauen auf diese Weise eine starke Muskulatur auf, die sie während des Trainings benötigen.

Tipps für das Kickboxen zu Hause

  • Schattenboxen: Beim Schattenboxen stellst du dich einem imaginären Gegner oder deinem eigenen Spiegelbild gegenüber. Dabei stellst du dir nun einen Timer von wenigen Minuten und versuchst in dieser Zeit so viele Techniken und Manöver auszuführen wie möglich. Dabei ist es ganz egal, ob du dir einen unterlegenen Gegner ausmalst, an dem du dich richtig auspowern kann oder aber einen sehr aggressiven, der einen selbst in die Defensive zwingt. Hauptsache ist: wenn der Timer klingelt, solltest du ordentlich ins Schwitzen geraten sein. Dieses Intervall kann man nach Belieben gestalten und zwischen verschiedenen Kampfstilen wechseln. Zumal ist das Schattenboxen auch sehr ungefährlich, denke aber bitte daran, dich vor dem Training ausgiebig zu dehnen und suche dir einen großen Raum, indem du genug Ruhe hast und ungestört trainieren kannst.
  • Training mit Boxsack: Wer bereit ist, etwas Geld zu investieren, sollte sich unbedingt einen Boxsack für das Heimtraining zulegen. Dabei gibt es viele Variationen eines Trainings. Zum Beispiel könntest du dich auf einzelne, schwierige Techniken wie den „Back-Kick“ fokussieren und diesen immer wieder üben, um ihn technisch zu perfektionieren. Oder aber du denkst dir verschiedene Combos (Abfolge von mehreren Schlag- oder Tritttechniken) aus, die entweder auf Schnelligkeit oderKraft ausgelegt sind. Wenn du für 30-60 Sekunden „nur“ die Geraden in einem hohen Tempo schlägst, wirst du schnell merken, dass alleine die Grundlagen enorm kräftezehrend sind. Egal wie man es angeht, das Training mit einem Sandsack ist allemal eine gute Bereicherung für das Home-Workout. Denk aber bitte, daran deine Hände mittels Bandagen und / oder Boxhandschuhen vor Verletzungen zu schützen.
  • Dehnen: Ausgeprägte Beweglichkeit ist wahrscheinlich eine der wichtigsten Eigenschaften eines guten Kampfsportlers. Was bringen Kraft und Ausdauer, wenn man am Ende nicht den Fuß hoch genug bekommt? Beim Dehnen solltest du stets darauf achten, dies statisch zu tun. Das heißt die Endposition für mindestens 30 Sekunden zu halten und dich soweit zu dehnen, dass du auch ein Ziehen mit mittlerer Intensität spürst, um so den optimalen Trainingseffekt zu erreichen. Außerdem solltest du dich nicht auf einzelne Körperregionen beschränken, sondern am besten von Kopf bis Fuß jeden Muskel einbauen. Besonders die Mobilität in der Hüfte ist außerordentlich wichtig, um langfristig gute Leistungen zu erzielen.

Online Kickboxen lernen

Lerne Kickboxen jetzt im Online Training. Wir zeigen dir die Grundlagen des Kickboxens, von der Grundstellung bis hin zum Tornado Kick. Das Strikefit Kickboxtraining ist für jeden geeignet, der korrekte Schlag- und Trittkombinationen lernen möchte. Trainiere wann und wo du möchtest. Die Videos stehen dir 24/7 zur Verfügung.

Ausrüstung für das Kickboxen

Kickboxen ist ein Kampfsport, der die richtige Ausrüstung erfordert.

  • Handschuhe: Kickbox-Handschuhe schützen die Hände während des Trainings.
  • Kopfschutz: Ein Kopfschutz minimiert das Risiko für Kopfverletzungen während des Sparrings oder Trainings.
  • Fußschützer: Fußschützer bieten Schutz für die Füße und Knöchel, insbesondere bei Kicks.

Auch wenn es beim Kickboxen nicht ums reine Kämpfen geht, brauchst du Schutz. Dazu gehören spezielle Box-Handschuhe. Außerdem sind Schoner für Beine und Füße hilfreich.

Motivation und Ziele

Jeder hat sicherlich schon einmal das Sprichwort gehört: „Ohne Fleiß, keinen Preis.“ Beim Kickboxen ist es genauso wie bei jedem anderen Sport. Viele berühmte Vorbilder oder erfahrene Trainer können dir den Weg nur zeigen, es liegt am Ende aber ganz bei dir, diesen Weg auch zu gehen. Und eines ist sicher: dieser Weg ist kein leichter. Es ist nämlich nie einfach über seinen Schatten zu springen, den eigenen Schweinehund zu überwinden und sich für das Training zu motivieren.

Lesen Sie auch: Anwendung von Vergeltungstechniken

Wie schnell man Kickboxen lernt, ist letztendlich auch von der eigenen Zielsetzung abhängig. Je höher die Ziele, desto höher auch die Motivation schneller besser zu werden. Hinzukommt , dass Wettkämpfer oder die, die es werden wollen, in den meisten Vereinen intensiver trainiert werden als Breitensportler.

Diejenigen, die an Wettkämpfen teilnehmen möchten, sollten jedoch mindestens zwei Jahre regelmäßig und intensiv trainieren. Blutige Anfänger würde nur enttäuscht werden. Sie würden vermutlich auch demotiviert das Training aufgeben. Ein jahrelanges Training stärkt nicht nur das Selbstbewusstsein, sondern gibt den Wettkämpfern auch ein Gefühl der Sicherheit. Schließlich steigt bei einem Wettkampf der Puls an und das Herz schlägt vor Aufregung ein wenig schneller.

Risiken und Sicherheitshinweise

Hinweis: Von den Arbeitsgerichten wird Kickboxen zum Teil als gefährliche Sportart eingestuft, obwohl die Verletzungsgefahr in der Regel niedriger sein dürfte, als beim Fußball. Es ist zu befürchten, dass die Krankenkassen bei Sportunfällen nicht die Kosten übernehmen.

Zusammenfassung

Kickboxen ist eine effektive und dynamische Kampfsportart, die sowohl körperliche als auch mentale Vorteile bietet. Egal, ob du im Verein trainierst oder zu Hause übst, die richtige Ausrüstung, Technik und Motivation sind entscheidend für deinen Erfolg. Starte jetzt dein Abenteuer im Kickboxen und entdecke die Macht dieser faszinierenden Kampfkunst!