Viele Menschen, die sich einer Hüftoperation unterziehen mussten, fragen sich, ob sie ihren geliebten Kampfsport weiter ausüben können. Die Antwort ist nicht einfach, da es von verschiedenen Faktoren abhängt, einschließlich des gewählten Stils, der individuellen Einschränkungen und der ärztlichen Empfehlungen.
Einige Kampfsportarten sind aufgrund ihrer Natur besser geeignet als andere. Eigentlich geht alles, was nicht explizit hohen Tritten verlangt.
Geeignete Kampfsportarten
Die Liste der primär bis ausschließlich oberkörperlastigen Stile ist ziemlich lang und reicht mindestens von Boxen bis WT, wenn nicht gar von Aikido bis Ziranmen. Wenn es asiatisch sein soll, dann siehe die vielen südchinesischen Stile, die vorrangig Hand/Arm Techniken bevorzugen.
Alternativen wurden ja schon genannt, das geht bei (vernünftigem) Aikido los, und geht über BJJ, Judo, Ringen, Taijiquan zu handorientierten CMA-Stilen. Boxen und Xingyi würde ich lassen, die Erschütterung geht auch auf die Hüfte die hinten liegt. Overwhelming ginge, aber alles was auf Einmal-Power geht wird ein Risiko.
Es ist wichtig zu beachten, dass selbst bei Stilen, die weniger Hüftbelastung verursachen, Anpassungen erforderlich sein können. Lass die Tritte einfach ganz weg, selbst das Training an einem Sack oder Reifen verschleisst oder reizt die Prothese.
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Einige Kampfsportler mit eingeschränkter Hüfte treten dann halt nur so hoch, wie sie können. Solange ich saubere Kicks setze, freut sich mein Trainer und notfalls auch der Prüfer auch über deutlich tiefer angesiedelte Kicks.
Individuelle Anpassung und ärztliche Beratung
Schon mit dem Arzt/Physio gesprochen? Deine spezifischen Einschränkungen zu beurteilen wird hier im Forum aber kaum möglich sein. Wenn Du unter der Prämisse dennoch die Schwarmintelligenz nutzen willst, wäre es vielleicht vorteilhaft etwas weiter auszuführen, was Dir spezifisch wichtig wäre.
Generell fällt spontan eigentlich keine KK und kein KS ein, wo im Stand nicht Kraft aus den Beinen über die Hüfte übertragen wird - ob jetzt durch Strecken, Beugen, Verdrehen oder Sinken. Daher eben das aus meiner Sicht obligatorische Gespräch zur medizinischen Abklärung, am besten mit einem guten Sportarzt.
Wahrscheinlich wirst Du ein bisschen abwägen müssen, ob Du etwas mit vermutlich recht geringem Risiko - ich sag jetzt mal Tai Chi - und was mit eher höherem Risiko - da dürften z.B. alle Vollkontaktstile drunterfallen - machen willst.
Letztlich würde ich durchgehen, wie man die Gesamtbelastung reduzieren kann. Manches muss man halt weglassen. Kann man vielleicht noch etwas abnehmen.
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Was OP betrifft, ist vermutlich das Hauptproblem jemand Kompetenten für die Reha zu finden. Und wenn mein einer Trainer, noch älter als ich, beidseitig Hüft-TEP, Jodan Kicks vormacht, dann geht man (okay: ich) vor Ehrfurcht bald in die Knie (was zwecks Ausweichen u.U.
Ich würde meine jetzige Kampfkunst so gut es geht anpassen und diese weitermachen. Da weißt Du am ehste, wie Du mit DeinemKörper und der neuen Hüfte zurechtkommen kannst. Höhe Belastungen wie Tritte oder extremes Tiefstehen, sowie Fällen und Werfen wird wohl schwierig sein oder sogar unmöglich. Daher alles das machen, was ohne Schonhaltung geht.
Generell würde ich vermuten, dass es bestimmte Risiken gibt (z.B. schnellerer Verschleiss des künstlichen Gelenks, mit der Möglichkeit, dass das zweite Ersatzgelenk dann mehr Probleme verursacht - ist laut dem ehem. Mannschaftsarzt der deutschen Ringer-Nationalmannschaft z.B. bei künstlichen Kniegelenken häufig so.
Die TEPs sind dann auch recht robust. Die gehen so schnell nicht kaputt. Wenn, dann krachen die Knochen mehr oder minder knapp jenseits der Prothese(n). Eine Bekannte ist kürzlich mit Schmackes von einem Hund umgenietet worden. Die Hüft-TEP ist völlig "unverletzt" geblieben.
Erfahrungen von Kampfsportlern mit künstlichen Hüften
Dass es möglich ist, mit einer künstlichen Hüfte Kampfsport zu machen, zeigt die Lünerin Ingrid Hein (67). In dem Angebot für Ü35 im Kampfsportstudio Haki-Schmiede nimmt sie teil, um sich fit zu halten - trotz zwei künstlicher Hüften. „Die Hüften sind schon 15 Jahre alt. Seit über 30 Jahren macht sie Kampfsport. 1989 habe sie in Dortmund mit Taekwondo angefangen. Auch ihr habe der Arzt geraten, mit dem Sport aufzuhören - doch die 67-Jährige denkt nicht einmal daran. „Ich trage kein Schild, auf dem steht, dass ich zwei künstliche Hüften habe, seid bitte vorsichtig. Das ist kein Thema für mich“, so Hein. Sie nutzt den Sport, um weiter fit zu bleiben. „Wenn man einmal angefangen hat, kann man nicht mehr aufhören. Ich muss das machen. Das ist wie eine Sucht.“Außerdem sei der Sport gut, um den Alltag zu vergessen, wie Hein erklärt: „Es ist egal, ob man nicht gut gelaunt ist oder Aggressionen hat. Wenn man das Studio betritt, lässt man die Sorgen und Probleme draußen. Man muss sich auf die Übungen konzentrieren. Für beide ist beim Sport die Gemeinschaft am wichtigsten. „Man hat Spaß zusammen, man schwitzt zusammen“, sagt Hein - und Jurkow ergänzt: Egal, was für eine Verletzung man hatte oder welches andere Problem man hat, Sport ist die Lösung. Man sieht es an uns: die eine mit zwei künstlichen Hüften, die andere mit einem Hüftschaden.
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Weitere Aspekte
Ich stehe aktuell vor einer entscheidung zu einer künstlichen Hüfte. Habe dazu jetzt mit zwei Orthopäden gesprochen und war in zwei verschiedenen Klinken und habe jetzt von von den vieren auch verschiede meinungen und Aussagen.
"Junge" Patienten, bei denen die TEP (falls es eine ist und kein Oberflächenersatz) nicht, wie bei älteren einzementiert ist, sondern mit dem Knochen verwachsen muss, stehen vor der Herausforderung, einerseits ausreichend aktiv zu sein, um die Knochenstruktur zu erhalten, aber es nicht zu übertreiben oder falsch machen, um einen Lockerung zu provozieren.
Daher verweise ich erneut auf den Rat von marq: den behandlenden Arzt fragen, den Physio... idealerweise mehrere Meinungen einholen. Darüber hinaus kann man sich Informieren, es gibt auch einschlägige Foren von Betroffenen, da sind die Meinungen aber mit Vorsicht zu genießen.
