Von asiatischen Kampfsportarten geht eine große Faszination aus. Sie versprechen häufig nicht nur eine kämpferische Überlegenheit gegenüber (nicht selten körperlich stärkeren) Gegnern, sondern fast immer auch philosophische Ansätze, die zur Entspannung, Meditation und sogar zur geistigen Erleuchtung dienen.
Japanische Kampfkünste werden unter dem Oberbegriff Budo zusammengefasst. Im Gegensatz zu reinen Kriegskünsten ist der Budo Kampf auch stets durch eine innere Do-Lehre geprägt. Heutzutage wird asiatischer Kampfsport im Übrigen auch in sportliche und rein kämpferische Elemente getrennt.
Zunächst waren im Westen nur Karate und Judo bekannt. Mittlerweile steigt das Interesse an weiteren asiastischen Kampfsportarten wie Jiu Jitsu, Aikido oder Kendo.
Bekannte japanische Kampfsportarten
Hier ist eine detaillierte Liste einiger der bekanntesten japanischen Kampfsportarten:
- Aikido: Eine japanische Kampfkunst aus dem frühen 20. Jahrhundert. Die Kampfsportart Aikido ist defensiv: Hauptziel ist, die Bewegunsgenergie, die in einem Angriff steckt, abzuleiten und es dem Gegner oder der Gegnerin zu erschweren, den Angriff fortzuführen. Dazu gibt es spezielle Wurf- und Haltetechniken. Auf einen Gegenangriff wird verzichtet.
- Jiu Jitsu: Die Kampfsportart Jiu Jitsu geht auf die japanischen Samurai zurück. Die Grundidee ist „Siegen durch Nachgeben“. Deshalb ist die erste Verteidigungsmaßnahme beim Jiu Jitsu schnelles und geschicktes Ausweichen, um dann die Kraft eines Angriffs gegen die angreifende Person selbst zu verwenden. Dazu stehen verschiedene Wurf-, Griff-, Hebel- und Schlagtechniken zur Verfügung.
- Judo: Der Jiu-Jitsu-Lehrer Jigoro Kano entwickelte Judo (deutsch: der „sanfte Weg“) Ende des 19. Jahrhunderts aus dem Jiu Jitsu. Kano setzte den Schwerpunkt beim Judo auf Griffe, Hebel und Würfe - gefährliche Kampftechniken wie Schläge und Tritte strich er zugunsten von Fallübungen aus dem Training.
- Karate: Um 500 nach Christus erschufen chinesische Mönche aus gymnastischen Übungen eine waffenlose Kampfkunst zur Selbstverteidigung. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts etablierte sich diese Kampftradition in Japan unter dem Namen Karate als Sport mit eigenem Regelwerk. Beim Karate erlernt man Stoß-, Schlag- und Tritttechniken. Schläge und Tritte müssen aber im Training und im Wettkampf abgestoppt werden, bevor sie den Gegner oder die Gegnerin berühren.
- Kendo: Komplett offensiv ausgerichtet ist hingegen Kendo, das auf den Schwertkampftechniken der Samurai basiert. Kendo bedeutet: „Der Weg des Schwertes“ und ist eine moderne japanische Kampfkunst des Schwertkampfes, welche sich auf japanische Samurai und deren Kenjutsu gründet.
- Kyudo: Im starken Gegensatz dazu steht Kyudo, das japanische Bogenschießen, dessen viele rituell festgelegte Abläufe einen stark meditativen Charakter besitzen.
- Iaido: Iaido ist die japanische Kunst des Schwertziehens und stammt aus der Zeit der Samurai. Das Besondere ist, während des Schwertziehens bereits einen effektiven Angriff zu starten.
- Sumo: Ganz ähnlich ist es beim Sumo, das zwar ohne Waffen auskommt, aber eher aggressiv in der Anwendung ist.
- Kenjutsu: Kenjutsu ist der Oberbegriff aller Formen der japanischen Schwertkunst. Es geht ebenso um die innere Haltung, Wachsamkeit und Spontanität im Schwertkampf.
- Ninjutsu: Ninjutsu war früher die Art der japanischen Spionage und wird heute mit der Kampfkunst der Ninja umschrieben. Mit den Kampftechniken haben sie sich Zugang zum Wissen geschaffen.
Weitere asiatische Kampfsportarten
Auch in anderen asiatischen Ländern haben sich Derivate der verschiedenen Kampfkünste entwickelt. So spricht man beim koreanischen Tae Kwon Do oft von einer „akrobatischen Variante des Karate“. Aber auch Hapkido, das Elemente unterschiedlicher Stile in sich vereint, ist dort sehr populär.
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- Kickboxen: Kickboxen nahm als „Sport-Karate“ seinen Anfang in den USA der 1970er Jahre. Die Kampfsportart verbindet Schlagtechniken des klassischen Boxens mit Tritttechniken aus Karate und Taekwondo.
- Kung Fu: In China, wo auch der eigentliche Ursprung für das japanische Karate liegt, gilt Kung Fu nur als Oberbegriff vieler verschiedener Stile. Im Westen sind vor allem Shaolin und Wing Chun bzw. Wing Tsun sehr bekannt.
- Tae Kwon Do: Taekwondo ist eine koreanische Kampfsportart und bedeutet auf Deutsch „Fuß, Faust, Disziplin“. Besondere Merkmale von Taekwondo sind die ausgeprägten Fußtechniken, Tritte, Drehungen und Sprünge.
- Wing Chun: Ähnlich wie bei Aikido kommt es auch beim Wing Chun darauf an, die Kraft des gegnerischen Angriffs durch Schritttechniken und geschickte Wendungen abzuleiten.
Bedeutung von Kampfkunst und Gesundheit
Wer heute Kampfsport ausübt, möchte oft außerdem die körperliche Fitness und das Selbstbewusstsein stärken. Tatsächlich trainieren die meisten Kampfsportarten körperliche Fähigkeiten wie Beweglichkeit, Gleichgewicht, Koordination und Kondition.
Als Gesundheitssport für Menschen über 60 Jahre sind vor allem „weiche“ Kampfsportarten gut geeignet. Kampfsport kann sich zudem günstig auf die psychische Gesundheit auswirken. Die Rituale für Achtsamkeit, die Teil traditioneller asiatischer Kampfkünste sind, fördern die Selbstachtung und die Wertschätzung des Gegenübers.
Die Rolle der Ausrüstung
Asiatischer Kampfsport wird manchmal in Tabi-Socken, häufiger aber mit blanken Füßen auf gepolsterten Matten ausgetragen, etwa beim Judo oder Karate. Aus dem Kung Fu übernehmen daher viele Kampfsportschulen mittlerweile die Tradition der Kung Fu Schuhe. Sie schützen die Füße, ohne die Verletzungsgefahr des Trainingspartners zu erhöhen und geben außerdem festen Halt auf glatten Böden.
Kampfsportarten Übersicht (alphabetisch)
Die folgende Tabelle bietet eine alphabetische Übersicht über verschiedene Kampfsportarten:
| Kampfsportart | Beschreibung |
|---|---|
| Aikido | Moderne Kampfkunst mit jahrhundertealten Traditionen |
| Boxen | Weltbekannter Kampfsport |
| Capoeira | Tänzerischer Kampf aus Brasilien |
| Jiu Jitsu | Waffenlose Kampfkunst der Samurai |
| Judo | Der sanfte, nachgiebige und flexible Weg |
| Karate | Die Kampfkunst der leeren Hand |
| Kendo | Einblick und weiterführende Infos über den Weg des Schwertes |
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