Gürtelfarben im Kickboxen: Bedeutung und Ablauf

Wie in vielen anderen Kampfsportarten, wie Karate oder Judo, ist es auch in einigen Kickbox-Verbänden möglich, sogenannte Grade (Kyu/Dan) zu erlangen. Diese werden durch das Tragen eines farbigen Gurtes gekennzeichnet. Durch die Entstehung aus dem Karate haben die meisten Verbände die Kickboxen Gürtel mit übernommen.

Das Graduierungssystem im Kickboxen

Das Graduierungssystem über die Gürtel wurde, wie auch viele der Techniken, aus dem Karate übernommen. Der Gürtel hat für den Kickboxer nicht den Zweck wie für den Judoka oder Karateka, die Jacke zusammenzuhalten, sondern dient dem Erkennen des Ausbildungsstandes.

Die Japaner behaupten auch manchmal, dass der Gürtel mit dem Schüler zusammen „Erfahrung sammelt“. Der Gürtel wird auf eine spezielle Art gebunden, die Euch zwar anfangs aufwendig erscheint, aber hervorragend zusammenhält.

Kyu- und Dan-Grade

Im Kickboxen werden Dan und Kyu Grade vom Schüler erlangt, wobei nicht alle Verbände die Gürtelfarben eingeführt haben. Die einzelnen Dachverbände haben hier teils unterschiedliche Anforderungen, weshalb im Detail die Gürtelprüfungen der WAKO (als größte Organisation) vorgestellt werden.

Das Dan-Kyu-System ist in zwei Hauptkategorien unterteilt: Kyu-Grade für Anfänger und Dan-Grade für Fortgeschrittene.

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  • Schülergrade (Kyu): Kennzeichnen den Fortschritt bis zum ersten Meistergrad.
  • Meistergrade (Dan): Werden nach dem Erreichen des Schwarzgurts verliehen und zeigen die Expertise im Kickboxen.

Die Gürtelfarben im Detail

Weißer Gürtel

Als Anfänger hat man keinen Gurt, man spricht vom weißen Gurt. Als Anfänger habt Ihr einen sogenannten „weißen“ Gürtel, wobei hier einfach überhaupt keiner getragen wird. Es gibt auch keine Prüfung.

Gelber Gürtel (5. Kyu)

Der Prüfling zum 5. Kyu muss eine sichere Fortbewegung in der Kampfstellung vorzeigen, verschiedene Geraden sowie Vorwärtsfußtritte an den Pratzen ausführen, vorwärts sowie rückwärts abrollen können, Euch gegen Eure Grundtechniken verteidigen und Würgeangriffe abwehren. Außerdem müsst Ihr den Begriff der Notwehr sinngemäß definieren können.

Oranger Gürtel (4. Kyu)

Nach einer Vorbereitungszeit von ebenfalls 6 Monaten könnt Ihr die Kickboxen Prüfung zum 4. Kyu absolvieren. Hier kommt das Schattenkickboxen als Prüfungsteil hinzu und Ihr müsst nun mit den Fäusten auch Haken schlagen können, sowie den Halbkreistritt beherrschen. In der Selbstverteidigung müsst Ihr einen Sturz anfangen, Euch gegen einen Schwitzkasten sowie Unterarmwürgen verteidigen und Euch aus Handgelenkgriffen befreien. Der Theorieteil erfordert Euer Wissen über den Semikontaktkampf.

Grüner Gürtel (3. Kyu)

Ebenfalls 6 Monate nach dem 4. Kyu könnt Ihr die Prüfung zum 3. Kyu ablegen. Hier erwarten Euch zusätzlich die Aufwärtshaken mit den Fäusten sowie die Seitwärtstritte mit den Beinen. In der Selbstverteidigung sollt Ihr das seitliche Fallen beherrschen und Euch gegen Umklammerungen wehren. Erstmals müsst Ihr auch ein kurzes Sparring gegen alle bekannten Angriffe vorzeigen. In der Theorie wird Euer Wissen des Leicht- und Vollkontaktkampfes abgefragt.

Blauer Gürtel (2. Kyu)

Nach 6 Monaten als Grüngurt könnt Ihr den Ausbildungsstand des 2. Kyu erlangen. Dafür müsst Ihr die Handtechniken der Vorstufen festigen und den Axttritt sowie den Tritt mit dem Außenrist erlernen. Das Sparring gehört hier ebenso zur Prüfung, wie die Selbstverteidigung gegen Stockangriffe und mehrere Gegner. Die Theorie besteht aus dem Wissen um die Geschichte des Kickboxen und die Formen Regelkunde.

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Brauner Gürtel (1. Kyu)

Als 1. Kyu habt Ihr 1 Jahr Vorbereitungszeit und müsst zusätzlich noch den Fußfeger und den Hakentritt erlernen. Die Vorführung aller gelernten Techniken im Sparring, alle Fallübungen und die Verteidigung gegen Messerangriffe und mehrere Gegner machen dieses Programm zum schwierigsten Kyu-Programm. Die Theorie besteht aus einer Zusammenfassung aller vorangegangenen Stufen und einem Lehrbeispiel.

Schwarzer Gürtel (1. Dan)

Wer die Prüfung zum 1. Dan erfolgreich abgelegt hat, darf sich im Kickboxen Meister nennen. Dafür müsst Ihr allerdings die Schlag- und Tritttechniken aller Schülergrad beherrschen und im Sparring offensiv und defensiv sicher anwenden können. Weiterhin werden Euch nun Sprungtritte abverlangt und die Verteidigung gegen angriffe, bei denen Ihr Euch am Boden befindet. Außerdem benötigt Ihr einen Lehrgang in Erste-Hilfe drei weitere Lehrgänge, wovon einer ein Kampfrichterlehrgang sein muss.

Schwarzer Gürtel (2. Dan)

Die Kickboxen Prüfung zum 2. Dan benötigt 2 Jahre Vorbereitungszeit und einen speziellen Vorbereitungslehrgang, sowie die C-Lizenz als Kampfrichter. Das Prüfungsprogramm wird ab hier völlig selbstständig vorgeführt.

Schwarzer Gürtel (3. Dan)

Für den 3. Dan benötigt Ihr 3 Jahre Vorbereitung, einen C-Trainerschein und müsst einen Einsatz als Kampfrichter auf Landes- oder Bundesebene vorweisen können.

Schwarzer Gürtel (ab 4. Dan)

Die Verleihung erfolgt auf Antrag vom Bundesverband durch den Weltverband.

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Prüfungsinhalte und Anforderungen

Zwischen den einzelnen Graden sind Wartezeiten vorgeschrieben, die der Vorbereitung zur entsprechenden Kickboxen Prüfung dienen. Für den nächsthöheren Gürtel gibt es meist Mindest-Wartefristen. Abgefragt werden Abwehr- und Angriffstechniken, Theorie und am dem 3. Das Vorwissen aus vorangegangenen Prüfungen wird stichpunktartig abgefragt.

Die Gürtelprüfungen der Erwachsenen sind ebenfalls vom Aufbau her gleich und gliedern sich in folgende Prüfungsblöcke:

  • Kampfstellung und Fortbewegen sowie Schattenkickboxen
  • Grundtechniken (Hand- und Fußtechniken)
  • Kombinationen der Grundtechniken
  • Abwehrkombinationen
  • Modellsparring
  • Freies Sparring
  • Selbstverteidigung
  • Theorie

Bedeutung der Gürtelprüfungen

Die Gürtelprüfungen bieten den Schülern klare Ziele und motivieren sie, kontinuierlich zu trainieren und ihre Fähigkeiten zu verbessern. Das Rangsystem bringt Struktur in das Training und ermöglicht es den Lehrern, den Fortschritt der Schüler systematisch zu bewerten. Der Erhalt eines höheren Gürtels ist eine Form der Anerkennung für die harte Arbeit und das Engagement der Schüler.