Kickboxen Schwarzer Gürtel Anforderungen

Die Anzahl der Gürtel im Kickboxen kann je nach Verband und Stilart variieren. Durch die Entstehung aus dem Karate haben die meisten Verbände die Kickboxen Gürtel mit übernommen. Durch die Übernahme aus dem Karate werden im Kickboxen Dan und Kyu Grade vom Schüler erlangt, wobei nicht alle Verbände die Gürtelfarben eingeführt haben.

Die einzelnen Dachverbände haben hier teils unterschiedliche Anforderungen, weshalb im Detail die Gürtelprüfungen der WAKO (als größte Organisation) vorgestellt werden.

Die Gürtelgrade im Kickboxen

Das Dan-Kyu-System ist in zwei Hauptkategorien unterteilt:

  • Kyu-Grade (Schülergrade): für Anfänger
  • Dan-Grade (Meistergrade): für Fortgeschrittene

Schülergrade (Kyu)

  1. Weiß: Anfängerstufe. Als Anfänger hat man einen sogenannten „weißen“ Gürtel, wobei hier einfach überhaupt keiner getragen wird. Es gibt auch keine Prüfung.
  2. Weiß-Gelb
  3. Gelb: Grundkenntnisse erlernt. Der Prüfling zum 5. Kyu muss hier eine sichere Fortbewegung in der Kampfstellung vorzeigen, verschiedene Geraden sowie Vorwärtsfußtritte an den Pratzen ausführen, vorwärts sowie rückwärts abrollen können, sich gegen die Grundtechniken verteidigen und Würgeangriffe abwehren. Außerdem muss der Begriff der Notwehr sinngemäß definiert werden können.
  4. Gelb-Grün
  5. Orange: Fortgeschrittene Grundtechniken. Nach einer Vorbereitungszeit von ebenfalls 6 Monaten kann man die Kickboxen Prüfung zum 4. Kyu absolvieren. Hier kommt das Schattenkickboxen als Prüfungsteil hinzu und man muss nun mit den Fäusten auch Haken schlagen können, sowie den Halbkreistritt beherrschen. In der Selbstverteidigung muss man einen Sturz anfangen, sich gegen einen Schwitzkasten sowie Unterarmwürgen verteidigen und sich aus Handgelenkgriffen befreien. Der Theorieteil erfordert das Wissen über den Semikontaktkampf.
  6. Orang-Grün
  7. Grün: Erste fortgeschrittene Techniken. Ebenfalls 6 Monate nach dem 4. Kyu kann man die Prüfung zum 3. Kyu ablegen. Hier erwarten einen zusätzlich die Aufwärtshaken mit den Fäusten sowie die Seitwärtstritte mit den Beinen. In der Selbstverteidigung soll man das seitliche Fallen beherrschen und sich gegen Umklammerungen wehren. Erstmals muss man auch ein kurzes Sparring gegen alle bekannten Angriffe vorzeigen. In der Theorie wird das Wissen des Leicht- und Vollkontaktkampfes abgefragt.
  8. Grün-Blau
  9. Blau: Gute Beherrschung der Grund- und Fortgeschrittenentechniken. Nach 6 Monaten als Grüngurt kann man den Ausbildungsstand des 2. Kyu erlangen. Dafür muss man die Handtechniken der Vorstufen festigen und den Axttritt sowie den Tritt mit dem Außenrist erlernen. Das Sparring gehört hier ebenso zur Prüfung, wie die Selbstverteidigung gegen Stockangriffe und mehrere Gegner. Die Theorie besteht aus dem Wissen um die Geschichte des Kickboxen und die Formen Regelkunde.
  10. Blau-Rot
  11. Rot (Braun): Vorbereitung auf den ersten Meistergrad. Als 1. Kyu hat man 1 Jahr Vorbereitungszeit und muss zusätzlich noch den Fußfeger und den Hakentritt erlernen. Die Vorführung aller gelernten Techniken im Sparring, alle Fallübungen und die Verteidigung gegen Messerangriffe und mehrere Gegner machen dieses Programm zum schwierigsten Kyu-Programm. Die Theorie besteht aus einer Zusammenfassung aller vorangegangenen Stufen und einem Lehrbeispiel.
  12. Rot-Schwarz

Meistergrade (Dan)

  1. 1. Dan: Erster Meistergrad. Wer die Prüfung zum 1. Dan erfolgreich abgelegt hat, darf sich im Kickboxen Meister nennen. Dafür muss man allerdings die Schlag- und Tritttechniken aller Schülergrad beherrschen und im Sparring offensiv und defensiv sicher anwenden können. Weiterhin werden einem nun Sprungtritte abverlangt und die Verteidigung gegen Angriffe, bei denen man sich am Boden befindet. Außerdem benötigt man einen Lehrgang in Erste-Hilfe drei weitere Lehrgänge, wovon einer ein Kampfrichterlehrgang sein muss.
  2. 2. Dan: Zweiter Meistergrad. Die Kickboxen Prüfung zum 2. Dan benötigt 2 Jahre Vorbereitungszeit und einen speziellen Vorbereitungslehrgang, sowie die C-Lizenz als Kampfrichter. Das Prüfungsprogramm wird ab hier völlig selbstständig vorgeführt.
  3. 3. Dan: Dritter Meistergrad. Für den 3. Dan benötigt man 3 Jahre Vorbereitung, einen C-Trainerschein und muss einen Einsatz als Kampfrichter auf Landes- oder Bundesebene vorweisen können.
  4. Ab 4. Dan: Die Verleihung erfolgt auf Antrag vom Bundesverband durch den Weltverband.

Für den nächsthöheren Gürtel gibt es meist Mindest-Wartefristen. Zwischen den einzelnen Graden sind Wartezeiten vorgeschrieben, die der Vorbereitung zur entsprechenden Kickboxen Prüfung dienen. Abgefragt werden Abwehr- und Angriffstechniken, Theorie und ab dem 3. Kyu Sparring. Das Vorwissen aus vorangegangenen Prüfungen wird stichpunktartig abgefragt.

Ursprung der Gürtelprüfungen im Kampfsport

Die Gürtelprüfungen haben ihren Ursprung in Japan, insbesondere im Judo. Jigoro Kano, der Gründer des modernen Judo, führte das Gürtel- und Dan-System Ende des 19. Jahrhunderts ein, um den Fortschritt und die Fähigkeiten seiner Schüler systematisch zu bewerten und zu dokumentieren.

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Kano entwickelte das Dan-Kyu-System, das in zwei Hauptkategorien unterteilt ist: Kyu-Grade für Anfänger und Dan-Grade für Fortgeschrittene. Die Kyu-Grade beginnen bei einem höheren Wert (z.B. 10. Kyu) und arbeiten sich bis zum 1. Kyu vor, während die Dan-Grade bei 1. Die Einführung von farbigen Gürteln zur Unterscheidung der verschiedenen Kyu-Grade kam später hinzu, um den Fortschritt der Schüler sichtbarer zu machen. Diese Farbcodierung half den Schülern, ihre Ziele zu visualisieren und motivierte sie zum Training.

Das Gürtelprüfungs- und Rangsystem wurde schnell von anderen Kampfkünsten übernommen, darunter Karate, Taekwondo, Jiu-Jitsu und viele mehr. Jedes System passte das ursprüngliche Modell an, um den spezifischen Anforderungen und Traditionen der jeweiligen Kunst zu entsprechen.

Heute wird das Gürtelprüfungs- und Rangsystem weltweit in vielen Kampfsportarten angewendet. Es dient nicht nur zur Bewertung der technischen Fähigkeiten und des Wissens der Schüler, sondern auch zur Förderung von Disziplin, Respekt und kontinuierlichem Lernen.

Bedeutung der Gürtelprüfungen

Die Gürtelprüfungen bieten den Schülern klare Ziele und motivieren sie, kontinuierlich zu trainieren und ihre Fähigkeiten zu verbessern. Das Rangsystem bringt Struktur in das Training und ermöglicht es den Lehrern, den Fortschritt der Schüler systematisch zu bewerten. Der Erhalt eines höheren Gürtels ist eine Form der Anerkennung für die harte Arbeit und das Engagement der Schüler.

Der Kickboxgürtel

Beim Kickboxen trägt man, wie bei vielen anderen Kampfsportarten auch einen Gürtel, was dieser auf sich habt, wie lang er sein soll etc.

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Das Graduierungssystem über die Gürtel wurde, wie auch viele der Techniken, aus dem Karate übernommen. Der Gürtel hat für den Kickboxer nicht den Zweck wie für den Judoka oder Karateka, die Jacke zusammenzuhalten, sondern dient dem Erkennen des Ausbildungsstandes.

Es gibt keine speziellen Kickboxen Gürtel, sondern hier kommen die gleichen Gürtel zum Einsatz, wie man sie im Handel oft unter dem Begriff „Budogürtel“ findet.

Es gibt einen Punkt einige Finger unterhalb des Bauchnabels, dem in der asiatischen Kultur die Entstehung der Lebenskraft (chi) nachgesagt wird. Ein an diesem Punkt gebundener Gürtel soll helfen, die Körperkraft besser fokussieren zu können.

Da es sich hier um normale Budogürtel handelt, gelten selbstverständlich die selben Regeln in der Individualisierung. Das heißt, dass man seinen persönlichen Gürtel mit dem aufgesticktem Namen oder Vereinslogo im heimischen Training problemlos tragen kann, für die Verwendung in Wettkämpfen allerdings können andere Regeln gelten. Hier hat wieder jeder Verband andere detaillierte Vorschriften.

Die Kickboxgürtel bestehen in den meisten Fällen aus vielen Lagen reiner Baumwolle, Seide oder aus einer Mischung. Diese Materialien sind zwar prinzipiell waschbar, aber die Verarbeitung der Gürtel verbietet die Maschinenwäsche in jeglicher Form. Hierbei könnte der Gürtel stark einlaufen oder sich einfach selbst „aufdröseln“.

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Generell wird die Länge über die Körpergröße bestimmt und passt in fast allen Fällen perfekt. Je nach Körperform kann es in Ausnahmefällen nötig sein, eine andere Länge zu nehmen, als die Tabelle empfiehlt.

Selbst wenn ein Gürtel für Kickboxen nur aus einem „farbigen Stück Stoff“ besteht, bieten hochwertige Gürtel eine längere Haltbarkeit, fransen nicht aus und überstehen die Reinigung ohne Spuren.