Viele Kampfsportarten beinhalten den Umgang mit Waffen, wobei es nicht nur eine Art von Waffe gibt - je nach Stil werden unterschiedliche Fähigkeiten gefordert.
Während manche Disziplinen auf Präzision und Technik setzen, erfordern andere, wie der Umgang mit Schwertern oder Stäben, auch Kraft und körperliche Stärke. Wohingegen andere auf Schnelligkeit und Beweglichkeit beruhen.
Dementsprechend gibt es für jede Waffe eine Reihe von Techniken, die zur Selbstverteidigung oder zu Wettkampfzwecken beherrscht werden können.
Nachfolgend eine beispielhafte Liste der Kampfstile, welche Waffen beinhalten. Die Liste ist nicht vollständig, bietet aber einen ersten Überblick der bewaffneten Kampfstile.
Kampfsportarten und ihre Waffen
Zunächst einmal die verwendeten Waffen der Kampfkünste:
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| Kampfstil | Eingesetzte Waffen |
|---|---|
| Aikido | Bokken (Nachbildung eines Katana Schwertes aus Holz), Jo (Stock) und Tanto (Holzmesser) |
| Budo | Gängige japanische Waffen wie z.B.: Bo, Bokken, Iaito, Jo, Hanbo, Kama, Katana, Kodachi, Kusarigama, Manjisai, Naginata, Ninjato, Nunchaku, Nuntebo, Rokushakukama, Sai, Shinai, Shuriken, Tachi, Tanto, Tecchu, Tekko, Tessen, Tinbei, Tonfa, Tsurugi, Wakizashi, Yari, Yumi |
| Fechten | Florett, Degen, Säbel |
| Filipino Martial Arts | Kurzschwerter, Messer, Macheten, Dolche, Kurzstöcke, Speer, Streitaxt aber auch andere Hieb- & Stichwaffen |
| Hapkido | Kurzstock, mittellanger Stock, Langstock, Spazierstock, Schwert, Fächer, Messer und Fesseltechniken mit Gürtel oder Seil |
| Hsing-I | Vielfältige Waffenarten, ursprünglich Langstock und Speer, Bajonett, doppelhändiges Langschwert |
| Iaido | Katana, Iaito (Übungsschwert) |
| Kalarippayat | Holzwaffen (Langstock, Kurzstock, Hornförmige Stöcke), Dolch, Speer, Schwert, Schild, Peitsche |
| Kali | Kurzschwert, Messer, Machete, Dolch, Kurzstöcke |
| Kendo | Übungsschwerter aus vier Bambus-Lamellen (Shinai), Schwerter aus Holz oder Metall |
| Kenjutsu | Wakizashi (kleines Schwert ähnlich dem Katana), Katana (Shinken, „echtes Schwert“), Tachi (säbelähnliche Klinge), Tsurugi (zweischneidige Klinge) |
| Krav Maga | Je nach Zielgruppe: Alltagsgegenstände für private Selbstverteidigung oder Militärwaffen beim Militär |
| Kobudo | Bo, Drei-Segment-Stock, Kama, Nunchaku, Sai, Tonfa |
| Kung Fu | Stock, Speer, Säbel, Schwert, uvm. |
| Kyudo | Pfeil und Bogen |
| Muay Thai | Bei der klassischen traditionellen Art namens „Muay Thai Boran“ wird auch mit unterschiedlichen Waffen gekämpft. Beispielsweise mit Degen, Schwert, Stock, einem Stock mit einem kurzen Schwertaufsatz (genannt „Ngauw“) oder einem Schild. Im heutigen Wettkampfsport Muay Thai wird ohne Waffen gekämpft. |
| Ninjutsu | Hanbo (kurzer Stock, ca. 91 cm lang), Bo (Langstock, ca. 1,82 m lang), Schwerter, Kusari-Fundo (kurzes Seil/Kette), Jutte (Schwertfänger), Tanto (Messer), Kyoketsu-Shoge), Yari (Speer), Naginata, Shuriken (Wurfklingen), Pfeil und Bogen, Kusarigama (Sichel-Ketten-Waffen)und viele andere |
| Pencak Silat | Dolch, Faustmesser, Sichel, Stock, Kerambit, Kris, Speer, doppelschneidiges Kurzschwert mit Wellenklinge (Keris), Machete, Dreieckiges Messer |
| Sanatan Shastar Vidiya - Plata | Schwerter, Stöcke, Knüppel, Speere, Dolche, Schlagringe, Chakra (Wurfscheibe), Schilder, Keulen, Stab, Äxte, Pfeile und andere Waffen |
| Shaolin Kempo | Langstock (Meisterform) |
| Systema | Waffenabwehr gegen Messer, Stock, Kette. Aber auch der Umgang mit historischen Waffen (Schwert, Säbel, Lanze etc.) wird trainiert. |
| Tai Chi | Schwert, Stock, Speer, Hellebarde, etc. |
| Vovinam | Fortgeschrittene trainieren den Umgang mit traditionellen Waffen, wie Hellebarde, Axt, Schwert, Messer und Langstock. |
| Wing Chun | Langstock (Luk Dim Boon Kwun) und Doppelmesser (Baat Jam Do) |
| Wushu | Klassische chinesische Waffen |
| Xingyiquan | Vielfältige Waffenarten, ursprünglich Langstock und Speer, Bajonett, doppelhändiges Langschwert |
Einige Kampfstile im Detail
Combat Arnis/Escrima ist eine philippinische Stockkampfkunst, bei der der Umgang mit verschiedenen Waffen trainiert wird.
Im Gegensatz zu anderen Kampfkünsten sind die Kurzstöcke (Sticks) die ersten Waffen im Arnis-Training.
Die Sticks sind ca. 60 - 70 cm lange Stöcke, die meistens aus Rattan oder feuergehärtetem Holz bestehen.
Im weiteren Verlauf des Trainings werden auch andere Waffen wie Messer, Macheten (Buschmesser), Doppelstock, Kette oder Langstock benutzt.
Dies ist ein großer Vorteil des Combat Arnis im Gegensatz zu waffenlosen Kampfkünsten.
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Die Arnistechniken sind so vielseitig anwendbar, dass sich in fast jeder Situation ein Gegenstand findet, mit dem man sie ausführen kann.
Im Arnistraining werden jedoch nicht nur Angriffstechniken mit den Waffen unterrichtet, es werden auch Verteidigungs- und Entwaffnungstechniken gegen bewaffnete und unbewaffnete Gegner gelehrt.
Combat Arnis Meister Formen 12 (+15) Ein Stock, Ein Schwert, Doppelstock u. Arnis Kampf gegen andere Waffen (z.B.
Die ersten Anyos werden mit einem Stick oder einer Machete, die fortgeschrittenen Anyos mit zwei Sticks, bzw.
Die Philippinen sind ein Archipel mit über 7.100 Inseln in Südostasien. Die Region wurde seit prähistorischer Zeit von einer Vielzahl rivalisierenden Stämme bewohnt.
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Die indigenen Bewohner entwickelten komplexe Kampfkünste, sie setzten vor allem Macheten und Schwerter ein.
Das wurde unter anderem dem Eroberer Ferdinand Magellan zum Verhängnis, der 1521 auf der Insel Mactan einem lokalen Stammesführer namens Lapu-Lapu im Kampf unterlag und starb.
Der Sieg währte aber nur kurz. Im 16. Das hatte auch Auswirkungen auf die traditionellen Kampfstile.
Einige Stämme kämpften auf Seiten der Eroberer und wurden im spanischen Fechten ausgebildet.
Das beeinflusste deren Kampfkunst nachhaltig.
Doch die europäischen Herren begannen, ihre Untertanen zu fürchten, nachdem sie ihre Macht gefestigt hatten.
1764 erließ die Kolonialmacht ein Verbot aller Kampfstile.
Die philippinischen Kampfsportarten haben ihre Wurzeln in der Kampfkunst der alten Stämme.
In ihrer modernen Form bildeten sich jedoch erst nach dem Ende der spanischen Kolonialzeit im 20. Jahrhundert heraus.
Heute steht das Training mit Stock und Messer im Zentrum.
Traditionelle Techniken aus dem Schwertkampf bestehen allerdings fort.
Die Filipino Martial Arts sind seit 2010 der offizielle Nationalsport.
Die Kampfkunst wird an allen Schulen der Philippinen im Sportunterricht gelehrt.
Es gibt eine Vielzahl von lokalen Stilen.
Auch die Bezeichnungen für die Kampfkünste weichen ab, da praktisch jede Region der Philippinen ihre eigene Sprache spricht.
Normalerweise werden sie mit Oberbegriffen zusammengefasst.
Im Norden des Archipels, etwa in der Region um die Hauptstadt Manila, wird zumeist von Arnis gesprochen.
Im Zentrum um die Insel Cebu sind Eskrima oder Escrima gebräuchlicher.
Südliche Regionen sprechen meistens von Kali.
Auch in anderen asiatischen Regionen gibt es Waffenkampfkünste, etwa in Japan oder China.
Auch dort üben Fortgeschrittene mit Stöcken und Messern.
Die Besonderheit der philippinischen Stile ist jedoch, dass hier zuerst mit dem Stock gearbeitet wird.
Später lernt der Schüler dann, die Techniken auch waffenlos anzuwenden.
Der Clou von Eskrima, Arnis und Kali ist nämlich, dass die Kampftechniken übertragbar sind.
Die Techniken werden im Training in der Regel nummeriert.
Das macht den Einstieg leichter, denn ein Anfänger braucht nicht zu viele philippinische Bezeichnungen zu erlernen.
Bewegungsabläufe werden in Form von Drills erlernt.
Drills sind kurze Abfolgen von Einzeltechniken, die durch Wiederholung die Schnelligkeit und Reaktion verbessern.
Eine wichtige Rolle spielen die Sinawali genannten Drills, die im Partnertraining mit zwei Stöcken pro Person ausgeführt werden.
Für Anfänger stehen diverse Stilrichtungen zur Auswahl.
Einige sind eher auf moderne Selbstverteidigung ausgerichtet, andere pflegen vorrangig die Traditionen.
Der Einstieg ist einfach, denn die Techniken orientieren sich an natürlichen Bewegungsabläufen.
Aber Vorsicht: Wer einmal an Eskrima, Arnis oder Kali Gefallen gefunden hat, kommt so schnell nicht mehr davon los.
Es gibt eine praktisch unüberschaubare Zahl von Techniken und Varianten zu entdecken.
Während man bei japanischer Kampfkunst häufig an den Samurai und das Katana denkt, war das Führen dieser Waffe nur Angehörigen dieses Kriegerstandes erlaubt.
Vielen anderen Ständen war das Besitzen und Nutzen jeglicher Art von Waffe untersagt.
