Der Boxkampf zwischen Skye Nicolson und Raven Chapman findet heute, am 12. Oktober 2024, in der Kingdom Arena in Riad, Saudi-Arabien, statt. Skye Nicolson und Raven Chapman werden um den WBC-Welttitel im Federgewicht der Frauen über 10 Runden kämpfen.
Die Live-Übertragung des Hauptkampfes Skye Nicolson vs. Raven Chapman beginnt um 13:00 Uhr EST auf DAZN, ESPN+ und TNT Sports Box Office. Der Ringgang für diesen Kampf ist für ungefähr 01:20 PM EST geplant.
Nicolson als Favoritin
Skye Nicolson ist die klare Favoritin mit einer Quote von 1,2 (-500), was auf eine hohe Wahrscheinlichkeit ihres Sieges gegen Raven Chapman hindeutet, die mit 5,5 (+450) notiert ist. Während die meisten auf einen Punkt- oder Entscheidungssieg von Nicolson bei einer Quote von 1,3 (-350) wetten, besteht auch eine geringe Chance auf einen KO/TKO/DQ-Sieg, was sich in der hohen Quote von 15,0 (+1400) widerspiegelt.
Nicolson's Profikarriere
Skye Nicolson ist Profi seit März 2022. Seit 2021 boxt Sie meistens in UK. Zuletzt bestritt Sie auf dem Beterbiev vs Bivol Event den 1. Die erste Titelverteidigung fand am 13. Juli statt. Im letzten Kampf gegen die Japanerin Miyo Yoshida gab es die 2.
Weitere Einblicke in die Welt des Boxens
Es ist interessant, auch andere Boxer und ihre Karrieren zu betrachten. Zum Beispiel begann ein 31-Jähriger im Alter von 11 Jahren mit dem Boxsport und bekommt nun erneut eine Titelchance. Durch den verletzungsbedingten Ausfall von Daniel Dubois gab es (nur) den Kampf gegen kurzfristig eingesprungenen Bakole. Parker stoppte diese souverän durch TKO in Runde 2.
2015 wechselte Opetaia zu den Profis. Am 18.5.2024 fand der Rückkampf mit Mairis Bridies statt. Nach dem KO Sieg über Nyika gehen Opetaia so langsam die Gegner aus.
Der Australier Timofei Konstantinovich Tszyu wurde am 2. November 1994 in Australien geboren. Nach einem steilen Aufstieg und dem Gewinn des WBO-Titels gab es 2024 schwere Rückschläge. Dann die KO Niederlage im Kampf um den IBF-Gürtel gegen Bakhram Murtazaliev.
Andrew Moloney's Weg zum Erfolg
Der 32-jährige Australier ist Boxprofi seit 2014. 2018 dann auch die große Chance. In seinem 1. Kampf in den USA boxte Moloney gegen Emmanuel Rodriguez um den IBF-Gürtel im Bantamgewicht. Der WM-Kampf ging über die Runden, während Rodriguez am Anfang besser war, holte Moloney stark auf. Die Siege gegen Aston Palicte und Nawaphon Kaikanha ermöglichten die erneute Titelchance.
Im Kampf um vakanten WBO-Gürtel gegen Superstar Inoue ging aber Moloney in der 7. In den Kämpfen gegen Aston Palicte und Nawaphon Kaikanha siegte er und so folgte im Mai 2023 die 3. Im WM Kampf Gegen den Philippiner Vincent Astrolabio setzte sich Moloney verdient über die Runden durch und gewann im 3. In seiner 1. Am 6. Sein Comback 2025 wird er ebenfalls in Japan bestreiten.
Hanna von Wirth: Ein Quereinstieg im Boxen
Während andere in ihrem Alter die Handschuhe an den Nagel hängen, startet die 32-Jährige Hanna von Wirth als Quereinsteigerin erst richtig durch. Unter abenteuerlichen Bedingungen gab sie ihr Profidebüt - ausgerechnet in Malawi, einem der ärmsten Länder der Welt, und gegen eine deutlich schwerere Gegnerin.
Hanna von Wirth stammt aus Hahn und studierte in Düsseldorf. Der Liebe wegen zog es sie vor einigen Jahren nach Südafrika, wo sie bis heute lebt.
Boxen1: Hallo Hanna, du bist ausnahmsweise mal wieder in Deutschland.
Hanna von Wirth: Das ist richtig. Freunde und die Familie am allermeisten. Und den ganzen Süßkram, den es in Südafrika nicht gibt.
Viele Menschen träumen davon, auszuwandern und einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen, doch sie trauen sich oft nicht, das Wagnis einzugehen. Nicht zu viel darüber nachdenken - einfach machen. Ich habe mir immer gedacht: Was soll schon schiefgehen? Und wenn etwas schiefläuft, kann ich ja immer noch wieder zurückkommen.
Ursprünglich die Liebe - mein damaliger Partner kam aus Südafrika. Wir haben anfangs relativ lange eine Fernbeziehung geführt und sind immer zwischen Deutschland und Südafrika gependelt. Ich habe einen deutschen Arbeitsvertrag und bin bei einem globalen Unternehmen angestellt, das in Deutschland sowieso kein Büro hat. Das heißt, alle Mitarbeiter arbeiten im Homeoffice.
Und wie lebt es sich in Kapstadt? Vieles - am allermeisten die Umgebung. Direkt am Meer zu leben bedeutet einfach eine andere Lebensqualität. Alles, was damit einhergeht: der Strand am Wochenende oder die fast täglichen Läufe entlang der Promenade. Ich würde sagen, es ist wesentlich offener und herzlicher. Aber das ist vermutlich nicht nur in Südafrika so, sondern in ganz vielen Ländern, wenn man es mit Deutschland vergleicht.
In Südafrika gibt es zahlreiche Boxgyms. Du hattest ursprünglich nicht viel mit Boxen zu tun, hast dich aber längere Zeit dem Kraftsport gewidmet.
Ja, richtig. Also ich war tatsächlich eine richtige „Gymaus“, bevor ich nach Kapstadt gezogen bin. Als ich dann dort war, habe ich mir zunächst ein neues Gym gesucht, aber das Ganze hat mich einfach nicht mehr so gereizt. Ich war schon immer jemand, der sehr viel Sport gemacht hat, und deshalb auf der Suche nach etwas Neuem, das mich fordert und fit hält.
In Kapstadt gibt es vor allem super viele Boxgyms - viele davon bieten Fitnessboxen an.
Wie bewertest du allgemein den Stellenwert des Kampfsports in Südafrika und das Angebot, diesen auszuüben?
Nach einigen Amateurkämpfen hast du auch dein Profidebüt gegeben.
Tatsächlich nicht von Anfang an. Ich habe mit Fitnessboxen angefangen - da war an eine Profikarriere überhaupt nicht zu denken. Als ich dann aber angefangen habe, auch Amateurkämpfe zu machen und ein bisschen Blut geleckt habe, ist es relativ schnell zu einem persönlichen Ziel geworden. Was auch daran liegt, dass in dem Gym, in dem ich trainiere, der Großteil der anderen Kämpfer Profis sind.
Dein Profidebüt hast du in Malawi bestritten - einem der ärmsten Länder der Welt - und dann auch noch gegen eine Gegnerin, die deutlich schwerer war als du.
Tatsächlich. lacht Es war eine Erfahrung. Es war nicht leicht - und etwas, das mich im Vorfeld viel Überwindung gekostet hat. Mein Trainer konnte wegen Visa-Problemen selbst nicht mitkommen, deshalb bin ich nur mit meinem Promoter geflogen - der natürlich ein super Promoter und Boxmanager ist, aber eben kein Coach. Ich habe eine deutsche Boxlizenz, und Boxing South Africa (die Kommission - Anm. d. Red.) erlaubt es nicht, dass Personen mit einer ausländischen Lizenz ihr Profidebüt in Südafrika geben. Dementsprechend musste ich mein Debüt in einem anderen Land absolvieren. Das war auch der Grund, warum wir kurzfristig nach Malawi geflogen sind - und den Kampf trotz der deutlich schwereren Gegnerin quasi annehmen mussten, nach dem Motto: Augen zu und durch.
Du hast dein Debüt verloren, was in der Bilanz sichtbar bleibt. Ich hoffe immer noch, dass die Niederlage dort gelöscht wird. Eigentlich war die Abmachung zwischen meiner Gegnerin, den Promotern und dem Malawi Professional Boxing Control Board, dass der Kampf bei einem Nicht-Sieg meinerseits als No Contest gewertet wird - aufgrund des massiven Gewichtsunterschieds. Das war im Vorfeld so abgesprochen. Jetzt hat das Board die Niederlage in meinen Rekord eingetragen, was so nicht vereinbart war. Ich bereue es trotzdem nicht und würde es genauso wieder machen. Die Niederlage sieht auf dem Papier natürlich erstmal ärgerlich aus - vor allem, solange ich noch nicht viele Kämpfe habe. Aber ich glaube, es ist gar nicht so schlecht, wenn man aufgrund des Kampfrekords unterschätzt wird.
Kennt keine Gnade.
Apropos Siege: Erfreulicher verlief hingegen dein zweiter Profikampf vor wenigen Tagen in Johannesburg, bei dem du einen überzeugenden vorzeitigen Sieg in Runde eins erzielt hast.
Jaein. Es hat mich überrascht, dass es so schnell ging - damit hatte ich wirklich nicht gerechnet. Ich bin aber mit einem super starken Mindset in den Kampf gegangen und war fest überzeugt, dass ich den Kampf vorzeitig beenden werde. Woher dieser plötzliche Anflug von Selbstbewusstsein kam - ich kann es dir nicht wirklich sagen. Ich hatte einfach das Gefühl, dass ich schon einige schwere Kämpfe hinter mir hatte - auch gegen schwerere Gegnerinnen.
Toll! Es hat mir unglaublich viel Spaß gemacht und mich total angefixt, so schnell wie möglich den nächsten Kampf zu bestreiten. Es war einfach ein schönes Gefühl, das mich stolz gemacht hat - und es war auch schön zu sehen, wie stolz mein Team war: mein Trainer, meine Familie.
Du sprichst schon einen neuen Kampf an.
Noch nicht ganz konkret - wenn ich das überhaupt so sagen darf. Es gibt vielleicht im August eine Möglichkeit für mich in Südafrika.
Meine Schlagkraft ist definitiv eine meiner größten Stärken - vor allem im Verhältnis zu meinem Gewicht. Das Schöne am Individualsport ist ja, dass man sich seine Ziele sehr individuell setzen kann. Als Boxneuling mit Anfang 30 wird man vielleicht nicht mehr Weltmeisterin - aber womöglich andere Erfolge erringen.
Den Weltmeistertitel würde ich nicht ganz ausschließen. lacht Mein erstes großes Ziel war es, Profi zu werden - und mein nächstes Ziel ist nun, so viel Erfahrung und Siege wie möglich zu sammeln. Und dann hoffentlich auch irgendwann mal um einen Titel zu boxen. Das Schöne im Frauenboxen - speziell in meiner Gewichtsklasse - ist, dass es nicht so viele Gegnerinnen gibt.
Du sprichst von Erfahrungen, die du sammeln möchtest. Du bist zurzeit in Duisburg, trainierst in einem bekannten Gym.
Das Training ist ganz anders. Es tut mir super gut - Salih (Salih Yildirim, Anm. d. Red.) ist ein sehr guter Trainer mit viel Erfahrung, auch wenn er bisher nicht mit vielen Frauen gearbeitet hat. Das Training hier ist sehr technisch - das kenne ich so aus Südafrika nicht. Dort ist es eher oldschool: einfach hart zuschlagen, viel Sandsackarbeit.
Definitiv. Es ist leider immer auch eine Schattenseite, dass jeder Trainer seinen eigenen Stil und seine eigene Meinung hat. Ich habe mir gewisse Dinge angewöhnt, die im anderen Land dann wieder etwas ausgeprügelt werden. Ich glaube, es geht vor allem darum, seinen eigenen Stil zu finden, was auch mit der Erfahrung kommt.
Viele Kampfsportler zieht es aktuell nach Thailand - du warst selbst längere Zeit dort.
Das stimmt. Ich war kürzlich für sechs Wochen in Thailand in einem Trainingscamp - in einem Gym, das sich auf Western Boxing spezialisiert hat. Auch dort hatte ich einen super Trainer. Thailand hat mir vor allem in puncto Fitness massiv geholfen - die war dort um Welten besser, was sicher auch am Klima lag. Auch technisch habe ich viel mitgenommen, weil viele Kämpfer aus unterschiedlichen Ländern gleichzeitig im Camp waren.
Zurück nach Deutschland: Wie sieht es mit einem Profikampf hierzulande aus?
Grundsätzlich sage ich zu keinem Kampf nein - egal wo: Deutschland, Südafrika, Thailand oder Mexiko - ich nehme alles mit. lacht Aber natürlich würde ich früher oder später gerne auch mal in Deutschland kämpfen.
Dein Kampfname „The Heartbreaker“ lässt aufhorchen.
lacht Den Namen habe ich mir nicht selbst gegeben - das war mein Promoter Brad, mit dem ich damals nach Malawi geflogen bin. Zu der Zeit hatte ich noch keinen Kampfnamen und war auch überzeugt, dass das nicht so wichtig ist. Seine Begründung war: „Hanna, du bist eine schöne Boxerin - du wirst wahrscheinlich noch vielen Männern das Herz brechen.“ Ich würde das jetzt nicht unbedingt so unterschreiben.
Gute Frage - schöne Frage. Ich muss ehrlich sagen: Das Boxen steht bei mir gerade sehr im Vordergrund. Mein Leben ist aktuell ziemlich stark auf diesen Sport ausgerichtet. Langfristig möchte ich aber früher oder später eine Familie gründen - vielleicht auch etwas zur Ruhe kommen und mich irgendwo setteln. Das wäre ein langfristiges Ziel.
